Japans Tourismus bleibt auf Wachstumskurs. Im Jahr 2025 zählte das Land 42.683.000 internationale Besucher, ein Plus von 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders dynamisch entwickelte sich der deutsche Markt: 429.500 Reisende aus Deutschland machten ein Plus von 31,8 Prozent aus. Während Asien mit Südkorea und China weiterhin den größten Anteil hält, rückt Deutschland strategisch stärker in den Fokus. Längere Aufenthalte, überdurchschnittliche Ausgaben pro Gast und das Interesse an regionalen Reiseformen machen die deutschen Besucher besonders wertvoll.
Traditionell bleibt die Kirschblütensaison die nachfragestärkste Zeit, gefolgt vom Herbst. Doch auch Sommer und Winter gewinnen an Bedeutung: Familien entdecken zunehmend Japan im Sommer, während Kultur-, Natur- und Kulinarik Reisen im Winter boomen. Diese gleichmäßigere Verteilung der Nachfrage unterstützt Japans Strategie für nachhaltiges Wachstum.
Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die Förderung lokaler Regionen mit Hokuriku an der Westküste Honshus, und über eigene Shinkansen-Linie von Tokyo aus erreichbar, als aufstrebende „Goldener Route“ für kulturinteressierte Reisende. Die Präfekturen Ishikawa, Fukui und Toyama stehen dabei besonders im Fokus: Kanazawa ist bereits etabliert, doch auch Fukui und Toyama verzeichnen deutlich steigende Übernachtungszahlen deutscher Gäste. Das Gebiet verbindet traditionelle Handwerkskunst, historische Städte, alpine Landschaften und Küstenabschnitte und lässt sich nahtlos in Rundreisen integrieren. Deutsche Veranstalter wie Journaway, Explorer Fernreisen oder Japaventura haben bereits vielfältige Touren im Angebot, von Mietwagenreisen über geführte Rundreisen bis hin zu flexiblen Entdeckerformaten.
Deutsche Besucher zählen zu den europäischen Gästen mit den meisten Übernachtungen in regionalen Gebieten. Die durchschnittlichen Ausgaben pro internationalen Gast liegen bei rund 228.809 Yen (1.230 Euro), deutsche Reisende gaben in 2025 im Schnitt 418.214 Yen (rund 2.540 Euro) aus, deutlich über dem Durchschnitt.
Zusätzliche Impulse liefert das wachsende Kreuzfahrtangebot, bei dem japanische Küstenorte zunehmend als Start- oder Zielhäfen fungieren. Internationale Reedereien laufen heute nicht mehr ausschließlich die klassischen Metropolen an, sondern integrieren gezielt regionale Häfen wie Kanazawa, Akita, Hakodate, Kochi oder Inselziele wie Yakushima und die Sado-Inseln in ihre Routen. Damit erhalten auch weniger bekannte Regionen Zugang zu internationalen Besucherströmen.
Mit Blick auf 2026 liegt der Fokus auf der Stabilisierung des Wachstums, der Stärkung regionaler Routen wie Hokuriku und der Steigerung der Wertschöpfung pro Gast. Usui betont, dass Japan das Land als „nachhaltig entwickeltes Reiseland“ positionieren will, in dem Wachstum gezielt gesteuert wird und langfristig sowohl Reisende als auch lokale Gemeinschaften profitieren.