„Black Magic“-Ausstellung von Bruno Poinsard im MAC Museum

Vom 4. Mai bis zum 28. August 2022 lädt das MAC Museum Art & Cars in Singen dazu ein, das Werk des französischen Fotografen Bruno Poinsard zu entdecken. Seine Aktserie, „Black Magic“ greift die uralte Technik der Körperbemalung auf. Anstatt zu verhüllen, offenbart hier das Schwarz durch ein Spiel der Kontraste die vollkommenen Kurven des Weiß.

In der Serie „Black Magic“ beschäftigt sich Bruno Poinsard mit der Frage der Enthüllung. Er zeigt Schwarz weniger als eine Farbe, sondern mehr als Relief, als Textur, ähnlich dem „outre-noir“ des französischen Malers Pierre Soulages, der die Farbe Schwarz in ein eindeutig positives Ausdrucksmittel verwandelt hat. Sie verkörpert viel mehr als einen einfachen Farbton. Der Wert und die Wirkung von Schwarz liegen im Kontrast, in dem, was reflektiert wird: eine gesteigerte Wahrnehmung von Licht, Linien und eine grenzenlose Vorstellungskraft.

Bruno Poinsard Black Magic Gesicht
Bruno Poinsard Black Magic Körper
Bruno Poinsard schafft in seinen Fotografien schwarz-weiße Körperlandschaften, die gleichzeitig das Mysteriöse und seine Enthüllung erahnen lassen. Bilder: © brunopoinsard.com

In „Black Magic“ verändert Schwarz somit die Wahrnehmung von Farbe, Relief und der Nacktheit selbst. Als Kontrast zur Porzellanhaut des Modells enthüllt es die Schönheit des bloßen Körpers, ohne ihn jemals zur Schau zu stellen. Die Reduzierung auf eine Farbe und die Positionierung des Lichts während der Aufnahme fangen das Geheimnis des Schwarzen ein. Vielleicht erkennt man dort, wo das Wesen der Schönheit liegt: tief in einem Auge, auf einer Hand, einem Arm oder im eleganten Schwung eines Rückens. Im 15. Jahrhundert schrieben französische Dichter das, was wir „Blazons“ nennen, eine poetische Lobrede auf ein Detail des Körpers einer Frau. Dieser fokussierende Blickwinkel verwandelte das gewählte Detail in ein eigenes, durch Reime belebtes Universum.

Die Meisterschaft des Lichts und des Bildausschnitts wird hier in ähnlicher Weise eingesetzt: Sie unterstreicht die Schönheit, ohne voyeuristisch zu sein, und hebt die Ausdruckskraft des Arms, des Gesichts, der Brust in ihrer symbolischen Evokation hervor: Zartheit, Mutterschaft, Zerbrechlichkeit. Diese Symbolik manifestiert sich im Wechselspiel von glänzenden und matten, von hellen und dunklen Oberflächen, die bestimmte Formen abschwächen und andere betonen und die Schatten und Lichtreflexe dieser Körperlandschaft hervorheben.

Die uralte Technik der Körperbemalung diente lange Zeit der Tarnung, wobei der Körper mit der Umgebung verschmelzen musste, um sich in ihr aufzulösen, sich darin zu verbergen. Hier spielt die Fotografie eine ganz andere Rolle: Sie enthüllt das, was man als den “ Über-Körper “ bezeichnen könnte, wenn man erkennt, dass jenseits der Haut als Oberfläche die Brennweite zeigt, dass der Körper selbst etwas auszusagen hat.

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