Dampflokfest in Wolsztyn findet 2022 wieder statt

Dampflok beim Dampflokfest in Wolsztyn
Eine Dampflok wird von den Zuschauern beim beim Dampflokfest in Wolsztyn begeistert gefeiert. Bild: © Wojtek Lis

Nach einer pandemiebedingten Pause von zwei Jahren lädt die großpolnische Stadt Wolsztyn (Wollstein) wieder zu einem Dampflokfest ein. Zwar wird die traditionelle Dampflokparade aufgrund von Instandsetzungsarbeiten an den Gleisen erst 2023 wieder stattfinden können. Dafür organisiert Europas letzter Dampflokschuppen mit Regelverkehr am ersten Maiwochenende ein großes Geburtstagsfest anlässlich seines 115-jährigen Bestehens.
Besucher werden am 30. April und 1. Mai Sonderfahrten mit historischen Dampfloks nach Nowa Wieś und Stefanowo unternehmen können. Aufgrund der immer noch anhaltenden Pandemie erfolgt der Ticketverkauf einen Monat vor dem Fest ausschließlich über das Internet. Wer sich mit eigener Kraft auf den Schienen bewegen will, kann bei einer Rundfahrt mit der Draisine teilnehmen

Im Lokschuppen können Besucher an beiden Tagen lernen, wie aufwändig die Pflege der eindrucksvollen Stahlrösser ist. Zudem informiert eine Fotoausstellung über die Geschichte der Anlage zwischen preußischer Vergangenheit und polnischer Gegenwart. Zeitgleich findet im Park von Wolsztyn das Gemeindefest mit verschiedenen Musikveranstaltungen, Ausstellungen und Mitmachaktionen statt.

Wolsztyn wurde Ende des 19. Jahrhunderts an das preußische Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Bahnschuppen wurde 1907, die große Drehscheibe für Lokomotiven 1912 erbaut. Heute stehen auf dem Gelände rund 30 Dampf- und Dieselloks sowie verschiedene historische Waggons. Zu den schönsten Stücken zählt die PM36-2 von 1937, die als „Schöne Helena“ eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h erreichte. Derzeit verkehren noch drei polnische Dampfloks im Regelverkehr. So fährt jeweils ein historischer Zug wochentags nach Leszno (Lissa) sowie an Sonnabenden nach Poznań (Posen). Auch das Museum ist für Besucher geöffnet.

Wer zum Dampflokfest nach Wolsztyn kommt, sollte auch dem Robert-Koch-Museum einen Besuch abstatten. Der berühmte Arzt forschte während seiner Zeit als Kreisphysikus dort am Milzbranderreger. Das Museum befindet sich im ehemaligen Wohn- und Arbeitshaus des späteren Nobelpreisträgers.

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