Neuschwansteinkonzerte im Innenhof des gleichnamigen Schlosses
Die Neuschwansteinkonzerte im Innenhof des gleichnamigen Schlosses bei Füssen/Allgäu führen die Musikleidenschaft seines Erbauers weiter. Der bayerische König Ludwig II. ging unter anderem als Mäzen von Komponist Richard Wagner in die Geschichte ein. © Michael Böhmländer

Musikfestivals vor Neuschwanstein-Kulisse

Immer zwischen Juni und September hängt der Füssener Himmel buchstäblich voller Geigen. Dann ist das einstige Lauten- und Geigenbau-Mekka im Allgäu Schauplatz von gleich drei hochkarätigen Klassik-Festivals. Die große Musiktradition der Stadt ist nicht zuletzt den Kaisersaalkonzerten zu verdanken, die 2026 ihr 75-jähriges Jubiläum feiern.

Von der Initiative zur Institution: 75 Jahre Kaisersaalkonzerte (12. Juni bis 13. August 2026)

1951 im Rahmen einer privaten Aktion ins Leben gerufen, sind die Füssener Kaisersaalkonzerte längst nicht mehr aus dem Kulturleben der Allgäuer Stadt wegzudenken. Die Faszination der Reihe liegt vor allem im intensiven Erlebnis für alle Beteiligten: Der Kaisersaal im ehemaligen Barockkloster St. Mang bietet dafür dank brillanter Akustik den perfekten, dabei aber ganz intimen Rahmen – insgesamt haben nur knapp 130 Gäste Platz im prunkvoll dekorierten Ambiente.

Kaisersaalkonzerte Füssen 2026 Jubiläum
Das 75-jährige Jubiläum der Kaisersaalkonzerte in 2026 lockt Klassikliebhaber einmal mehr ins Barockkloster St. Mang in der ehemaligen Allgäuer Geigen- und Lautenbaumetropole Füssen. © Füssen Tourismus und Marketing/Brigitte Katzensteiner

Die diesjährige Jubiläumsedition zum 75. Geburtstag umfasst sechs Kammerkonzerte. So gestaltet der Cellist Julius Berger die Eröffnungsveranstaltung am Freitag, 12. Juni gemeinsam mit dem Pianisten José Gallardo. Klarinettist Ib Hausmann und das Amatis Trio bringen den Donnerstag, 25. Juni zum Klingen. Während am Freitag, 3. Juli das Novo Quartet begeistert, lädt das Duo Julia Smirnova und Sonja Kowollik am Dienstag, 14. Juli zu musikalischen Erzählungen für Violine und Klavier ein. Am Freitag, 7. August präsentierten Laura Lootens und Dominik Wagner ausgewählte Werke für Gitarre und Kontrabass, bevor die Klassik-Band Spark die Kaisersaalkonzerte 2026 mit „Bohemian Spirit“ am Donnerstag, 13. August beschließt.

Am Lieblingsplatz des Märchenkönigs: 3. Neuschwansteinkonzerte (29. Juli bis 2. August 2026)

Jonas Kaufmann bei den Neuschwansteinkonzerten 2026
Kein Geringerer als Jonas Kaufmann, Star-Tenor und Intendant der Festspiele im österreichischen Erl, tritt bei den diesjährigen Neuschwansteinkonzerten im Innenhof von König Ludwigs Märchenschloss auf. © Sony Classical/Gregor Hohenberg

Nachdem die zweite Spielzeit der Neuschwansteinkonzerte 2025 so erfolgreich war, dass sie aktuell immer noch in den Mediatheken von arte, ZDF und 3sat abrufbar ist, legen die Veranstalter für 2026 hochkarätig nach: Auch diesen Sommer versammelt das Festival international renommierte Orchester und Solisten im Innenhof von Neuschwanstein. Gemeinsam mit den anderen ikonischen Schlössern seines Erbauers wurde es erst kürzlich zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Die Klangkulisse für die fünf Abende hätte sicherlich auch Ludwig II. gefallen – widmete der bayerische König doch beinah sein ganzes Leben der Kunst und Musik. Den Auftakt setzt am Mittwoch, 29. Juli das Programm „Epos. Emotionen. Ewigkeit.“ im Zeichen der großen romantischen Orchestertradition, dargeboten von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Omer Meir Wellber. Am Donnerstag, 30. Juli interpretieren die beiden Spitzenkünstler Louis Philippson und Esther Abrami die „Zukunft der Ewigkeit“. Bei „Herz über Kopf“ am Freitag, 31. Juli widmen sich Startenor Jonas Kaufmann und Sopranistin Pretty Yende mit ihren einzigartigen Stimmen den großen Emotionen der Opernliteratur. „Disney: Das große Märchenerwachen“ am Samstag, 1. August erweckt epische Filmmusiken von Hans Zimmer und Co. zum Leben. Das festliche Finale schließlich bildet „Für immer! Gebaute Träume, gelebte Musik“ (Sonntag, 2. August) mit den Opernstars Piotr Beczala, Olga Peretyatko und Nadezha Karyazina, begleitet von den Münchner Symphonikern.

Von streichzart bis staccato: 24. Festival vielsaitig (2. bis 9. September 2026)

Cellist Julian Steckel Regisseur Festival Füssen
Unter anderem dem Cellisten Julian Steckel ist zu verdanken, dass Füssens reiche Geschichte als Lauten- und Geigenbau-Metropole bis heute weiterlebt. Das alljährliche Festival vielsaitig steht unter seiner Regie. © Marco Borggreve
Vom Cellisten Julian Steckel kuratiert, feiert die Konzertwoche im barocken Kaisersaal des Klosters St. Mang zum nunmehr 24. Mal die Tradition des Füssener Lauten- und Geigenbaus. Von 2. bis 9. September stehen beim diesjährigen Festival vielsaitig an acht Abenden (jeweils ab 19 Uhr) vor allem junge Ensembles auf der Bühne: Während das Leonkoro-Quartett nicht zum ersten Mal in Füssen zu Gast ist, geben mit der Geigerin Maria Ioudentitsch, dem Pianisten Aris Blettenberg und dem Cembalisten Anthony Romaniuk drei Stars der jungen Generation ihr Debüt in der kleinen, aber feinen Allgäuer Musikmetropole. Kennzeichnend für die Edition 2026 sind außerdem Cross-over von Genre zu Genre, darunter Klassik und Jazz, Alte und Neue Musik sowie Meisterkurse und Vorträge.
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