Für seine Familie eine vielgeliebte „Sommerfrische“, für König Ludwig II. von Bayern ein Sehnsuchtsort und Gegenentwurf zum ungeliebten München: die Region Füssen. Nicht umsonst hat der Monarch genau hier „sein“ Neuschwanstein errichten lassen – das Schloss, das ihn weit über seinen verfrühten Tod 1886 und seine Heimat hinaus bekannt gemacht hat und das seit 2025 UNESCO-Welterbestätte ist. Bereits als kleiner Junge wanderte der künftige Regent von Bayern mit seinen Eltern Maximilian II. und Marie durch die erhabene Landschaft, die ihn von Märchenschlössern und Raubritterburgen träumen ließ. Heute führen zahlreiche Pfade, die den Spuren des Märchenkönigs und seiner Familie folgen, Einsteiger wie erfahrene Wanderer aussichtsreich und auf verschiedenen Höhenlagen zwischen Alpengipfeln und sanft hügeligem, seenreichen Voralpenland rund um den Urlaubsort Füssen.
Ludwigs Lieblingsplätze
Ein besonderes Wander-Highlight ist der Drei-Schlösser-Weg. Die Tour beginnt am Hohen Schloss von Füssen mit der Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlung. Über die Lechbrücke geht es zum Aussichtspunkt Kalvarienberg mit weitem Blick übers Allgäuer Voralpenland. Vorbei an royalen Lieblingsplatzen wie Schwansee, Pindarplatz und Alpsee laufen Wanderer bis in den Ort Hohenschwangau unterhalb der Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. Extra-Tipp: Der Ort Hohenschwangau beherbergt auch das sehenswerte Museum der Bayerischen Könige. Eintrittskarten für beide Wittelsbacher-Residenzen und das Museum gibt’s online auf www.ticket-center-hohenschwangau.de und im örtlichen Ticketcenter.
Königliche Erfrischung
Wen es nicht so sehr in die Höhe zieht, für den ist der etwa fünf Kilometer lange Alpsee-Rundweg vor allem während der warmen Sommermonate eine Alternative. Bei dieser gemütlichen, zweistündigen Wanderung, die sich auch für Familien mit Kindern eignet, führt der Weg einmal rund um das idyllische Gebirgsgewässer. Schon als Fünfzehnjähriger soll Ludwig II. es übrigens in der rekordverdächtigen Zeit von 22 Minuten durchschwommen haben. Tatsächlich nutzte die königliche Familie den See während ihrer Sommeraufenthalte auf Schloss Hohenschwangau zum Baden, Angeln und Rudern. Auch heute noch bietet er an heißen Tagen eine willkommene Abkühlung – und zählt obendrein zu Deutschlands saubersten Seen. Füssen-Urlauber können es den Wittelsbachern gleichtun und ein Boot mieten. Von dort haben sie immer wieder reizvolle Ausblicke auf Neuschwanstein und Hohenschwangau, wo sich auch eine besondere Adresse für historisch Interessierte findet: Im Museum der Bayerischen Könige ist die Geschichte der Wittelsbacher vom Mittelalter an genau dokumentiert.
Sehnsuchtsort der Wittelsbacher
Erfahrenen Wanderern bietet die gut 17 Kilometer lange Tegelberg-Runde die sicherlich spannendste Möglichkeit, den Spuren der Wittelsbacher zu folgen. Einst beliebtes Ausflugs- und Wanderziel der bayerischen Königsfamilie, hat sich am Tegelberg vor allem König Maximilian II., der Vater Ludwigs II., mit Bauwerken verewigt: So wurde die Raststation Tegelberghaus (www.tegelberghaus.com) auf 1.720 Metern ursprünglich als königliches Jagdhaus erbaut. Der Märchenkönig selbst hielt sich ebenfalls regelmäßig dort auf. Das südlich vom Tegelberg gelegene Berggasthaus Bleckenau ließ Maximilian II. als „Schweizerhaus“ für seine bergbegeisterte Frau Marie entwerfen, ebenso wie die oberhalb von Schloss Neuschwanstein gelegene Marienbrücke. Wem die gesamte Tegelbergrunde mit Aufstieg über den Schutzengelweg und Abstieg auf dem Ahornreitweg zu lang ist, den fährt alternativ auch die Tegelbergbahn bergauf oder bergab (www.tegelbergbahn.de).



