San Fernando liegt im Herzen der Costa de la Luz, eingebettet zwischen dem Atlantik und den stillen Salinen der Bucht von Cádiz – und genau diese besondere Lage macht den Ort zu einem ganz besonderen Reiseziel im Süden Spaniens. Die Stadt, auch bekannt als „La Isla“ oder Isla de León, grenzt direkt an die Provinzhauptstadt Cádiz und war einst Sitz des ersten spanischen Parlaments. Wer hier Urlaub macht, entdeckt ein Andalusien, das noch nicht vom Massentourismus überformt wurde.
Heute präsentiert sich San Fernando als weißer Hügel, umgeben von Salinen und Meer – eine Kulisse, die zu langen Spaziergängen, Vogelbeobachtungen und ruhigen Abenden am Wasser einlädt. Die nahe gelegene Playa de Camposoto gehört zu den gepflegten und weitläufigen Atlantikstränden der Region, an denen auch in der Hochsaison genügend Platz zum Durchatmen bleibt. Das frische Meeresrauschen des Atlantiks sorgt selbst an heißen Sommertagen für eine angenehme Brise.
Kulturell hat San Fernando einiges zu bieten. Die historische Altstadt mit ihren weißen Fassaden, Tapas-Bars und kleinen Plazas lädt zum Schlendern ein. Die Nähe zu Cádiz – einer der ältesten Städte Westeuropas – eröffnet Tagesausflügler mit einem reichen Angebot an Museen, Stränden und lebendigen Märkten. Wer die Region kulinarisch erkunden möchte, befindet sich mitten im Sherry-Dreieck zwischen Jerez de la Frontera, Sanlúcar de Barrameda und El Puerto de Santa María – ein Erlebnis für alle, die andalusische Genusskultur hautnah erleben möchten.
Über die Epochen hat San Fernando schon bewegte Zeiten erlebt. Phönizier, Tartesser und Karthager gingen der Kolonialisierung durch die Römer voraus, die in der Stadt die Grundlagen für ihre heutige Pracht zurückließen. Damals begann sich das Dorf dank der landwirtschaftlichen Ausbeutung und der Industrie des Fischeinsalzens zu entwickeln. Mit der Invasion der westgotischen Barbaren verwandelt sich das Hoch unter den Römern in ein Tief, aus dem San Fernando erst wieder herauskommt, als die Mauren das Land erobern.
Mit dem königlichen Erlass von Carlos III. wird es zur unabhängigen Stadtgemeinde. San Fernando baut 1773 sein Rathaus und darin ist die Bibliothek des Admirals Lobo untergebracht. Mehr als sechstausend Werke wurden von diesem Wohltäter gespendet. Im 18. Jahrhundert wird auch das „Arsenal de la Carraca“ gegründet – Dank der strategischen Situation der Insel – und es wird am Ende des Jahrhunderts Marinestützpunkt für astronomische Beobachtungen. Mit der napoleonischen Invasion wird 1810 der Regierungsrat gegründet, und im Gebäude des „Teatro Comico“ treffen sich die Mitglieder des ersten Hofes, bevor sie 1813 nach Madrid ziehen, um dem Ort San Fernando den Titel einer Stadt zu verleihen. Die Schiffbauindustrie in dieser Stadt hat ihre wirtschaftliche Achse neben der Fischerei mit der Salzgewinnung aus den Salinen, und neuerdings mit den Fischzuchten verstärkt. Der Tourismus ist ein weiterer, großer Pfeiler auf den sich die örtliche Wirtschaft stützt. Es gibt ausgezeichnete Strandanlagen, wie die Bahia Sur und die natürlichen Strände.
Aus dem künstlerischen Erbe sollten folgende Gebäude erwähnt werden: das Castillo de San Romualdo (islamischen Ursprungs, aus der Zeit vor dem 13. Jahrhundert), el Puente Zuazo (auf römischen Fundamenten gebaut), die Capitania Genera (heute Hauptquartier der Marinedivision der Meerenge), der „Palacio Municipal“ (im neoklassischen Stil, mit Bibliothek und historischem Museum), und die Burg von Sancti-Petri (ehemaliger Tempel des Herkules, mitten im Meer).