Eine bisher kaum bekannte Bergregion: Wer Montenegro bislang vor allem mit der Adriaküste verbindet, entdeckt im Osten des Landes eine völlig andere Welt aus schroffen Gipfeln, Hochweiden, Bergseen und uralten Geschichten, die bis heute zwischen den Felsen der Kučka-Berge nachhallen. Im Rahmen des internationalen EU-Interreg-Projekts „Mystical Danube“ rückt der Naturpark Komovi in den Fokus nachhaltiger Natur- und Kulturerlebnisse. Die neue Themenroute „Between Two Lakes – The Path of Mountains and Legends“, nur rund zwei Autostunden von der montenegrinischen Haupstadt Podgorica entfernt, führt durch eine der ursprünglichsten Gebirgslandschaften Südosteuropas und in eine fast vergessene Welt voller Mythen.
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Die 10,8 Kilometer lange Strecke der Themenroute „Between Two Lakes – The Path of Mountains and Legends“ verbindet den Bukumirsko- mit dem Rikavačko-See und schlängelt sich durch eine alpine Landschaft, die trotz ihrer rauen Schönheit bis heute weitgehend unbekannt ist. Statt überlaufener Wege bestimmen hier weite Bergplateaus, Kalksteinformationen und traditionelle Katuns – die saisonalen Bergsiedlungen der Hirtenfamilien – das Bild. Unterwegs treffen Wanderer auf Spuren jahrhundertealter Hirtenkultur, glaziale Seen und Erzählungen über Drachen, Bergfeen und verschwundene Stämme.
Montenegros ruhige Höhen
Während viele alpine Gegenden längst unter Massentourismus leiden, bewahrt Komovi eine selten gewordene Ruhe. Die Bergwelt im Osten Montenegros zählt 13 Gipfel mit mehr als 2.000 Metern Höhe, schroffe Felsmassive treffen auf sanfte Almwiesen sowie Buchen- und Kiefernwälder. Der Naturpark erstreckt sich über Teile der Region Podgorica sowie die Gemeinden Andrijevica und Kolašin und gehört zu den biodiversitätsreichsten Gebieten des Landes.
Adler ziehen über den Berghängen ihre Kreise, seltene Orchideen wachsen entlang der Wege und in den abgelegenen Waldgebieten leben Braunbären, Wölfe und Gämse. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Landschaft rund um den Bukumirsko-See. Der Gletschersee liegt auf 1.443 Metern Höhe am Fuß des Žijovo-Massivs und schimmert je nach Lichteinfall in unterschiedlichen Grüntönen. Über dem Wasser ragen steile Bergspitzen auf, während sich entlang der Ufer alte Hirtenpfade durch die Hochebene ziehen.
Wandern zwischen Mythos und Wirklichkeit
Die Themenroute „Between Two Lakes“ verbindet Naturerlebnis mit regionalen Mythen. Entlang des Weges erzählen Stationen von Legenden, historischen Überlieferungen und kulturellen Besonderheiten. Im Mittelpunkt stehen die Traditionen des Kuči-Stammes, der die Bergregion über Jahrhunderte prägte. So ranken sich rund um den Bukumirsko-See zahlreiche Legenden über Drachen, geheimnisvolle Seenwesen und verschwundene Gemeinschaften. Der See galt in der Überlieferung lange als magischer Ort zwischen den Welten. Bis heute erzählen Bewohner Geschichten über nächtliche Stimmen am Wasser und mystische Erscheinungen in den Bergen.
Katun-Kultur und authentisches Bergleben
Die traditionelle Katun-Kultur Montenegros prägt die Route maßgeblich. Die saisonalen Bergsiedlungen dienten Hirtenfamilien über Generationen hinweg als Sommerwohnsitze und gehören bis heute zur Kulturlandschaft. Während der Sommermonate leben einige Familien weiterhin dort, produzieren Käse und bewirtschaften Weiden. Besucher erleben dadurch eine Form des Berglebens, die in vielen Teilen Europas verschwunden ist. Kleine Unterkünfte, einfache Berghäuser und regionale Küche schaffen eine authentische Alternative zum klassischen Alpentourismus.
Hidden Gem für Outdoor-Liebhaber
Der Naturpark Komovi spricht vor allem Wanderer, Naturfotografen, Ornithologen und Outdoor-Reisende an, die Landschaften abseits bekannter Routen suchen. Neben einfachen Panoramawegen führen anspruchsvollere Bergtouren auf Gipfel wie den Kučki Kom (2.487 Meter), Surdup oder Štitan. Auch die berühmte montenegrinische Fernwanderroute CT-1 verläuft dort und verbindet Komovi mit den Nationalparks Biogradska Gora und Durmitor.



