Rum mit Geschichte: Die Destillerien der Insel
Die Wurzeln der Rumproduktion reichen bis ins späte 18. Jahrhundert zurück, als der Zuckerrohranbau die Gesellschaft Saint Lucias nachhaltig veränderte. Über die Jahre entstanden zahlreiche kleine Plantagen-Destillerien, deren Überreste teilweise noch heute im Landesinneren zu finden sind. In den 1950er Jahren gab es nur noch zwei in Betrieb befindliche Brennereien – eine davon war das Barnard Family Estate in Dennery. 1972 gingen die Barnards ein Joint Venture mit Geest ein und verlegten ihren Betrieb an den heutigen Standort im Roseau-Tal im Westen Saint Lucias.
Die Saint Lucia Distillers Group of Companies steht heute für die moderne Rumkultur der Insel und zählt mittlerweile zu den renommiertesten Rumproduzenten der Karibik. Zur Produktpalette gehören rund 25 verschiedene Rumsorten und Rumprodukte, darunter international bekannte und vielfach ausgezeichnete Marken wie Chairman’s Reserve, Bounty Rum und Admiral Rodney. Im Jahr 2025 erhielt das gesamte Portfolio der Destillerie offiziell den Status einer geografischen Herkunftsbezeichnung (GI), was die herausragende Qualität zusätzlich unterstreicht.
Chairman’s Reserve gilt als einer der Aushängeschilder der Insel und verbindet Pot- und Column-Still-Rums zu komplexen Blends, die sowohl pur als auch in Cocktails geschätzt werden. Admiral Rodney hingegen zählt zu den exklusiveren Premium-Rums und überzeugt durch lange Fassreifung, intensive Gewürznoten sowie Aromen von Vanille, Trockenfrüchten und Eichenholz. Bounty Rum, auch bekannt als „The Spirit of Saint Lucia“, ist dagegen tief im Alltag der Insel verwurzelt und findet sich in zahlreichen Rum Punches, Bars und lokalen Festen wieder.
Die „Rhythm of Rum Tour“ in der Destillerie ermöglicht Besuchern einen umfassenden Einblick in die Welt der Rumherstellung auf Saint Lucia. Während der Führung erleben Gäste die einzelnen Produktionsschritte aus nächster Nähe – von der Verarbeitung der Melasse, dem aromatischen Nebenprodukt der Zuckerproduktion, über die Destillation in kupfernen Brennblasen bis hin zur Reifung in ehemaligen Bourbon- und Portweinfässern. Ergänzt wird der Rundgang durch kulturelle Einblicke in die lokalen Musik-, Carnival- und Festtraditionen, bevor die Tour mit einer Verkostung verschiedener Rum-Variationen endet.
Von der Strandbar bis zum Straßenstand
Rum begegnet Besuchern jedoch längst nicht nur in Destillerien. Überall auf der Insel gehört er zum Alltag: in kleinen Rum Shops entlang der Straßen, an lokalen Food-Ständen, Restaurants oder auch in den Hotels. Besonders beliebt sind klassische Rum Punches, die oft mit lokalen Früchten und Gewürzen verfeinert werden. Auch Cocktails mit karibischen Zutaten wie Kokosnuss, Limette oder Passionsfrucht prägen die Getränkekarten vieler Bars und Restaurants.
Wer die authentische Atmosphäre Saint Lucias erleben möchte, sollte unbedingt einen lokalen Rum Shop besuchen. Die oft bunt gestalteten Treffpunkte sind fester Bestandteil der Communities und dienen nicht nur als Bar, sondern auch als sozialer Mittelpunkt der Nachbarschaft. Rund um Rodney Bay und Gros Islet laden zudem Bars wie die Boardwalk Bar, Irie Bar oder On The Rocks dazu ein, lokale Drinks in entspannter Atmosphäre direkt am Wasser zu genießen.
Beliebt ist auch „The Rum Cave“ im Zoëtry Marigot Bay St. Lucia – eine stilvolle Rum-Bar mit exklusiven Tastings und einer großen Auswahl karibischer Premium-Rums. Zahlreiche weitere Hotels verfügen ebenfalls über eigene Rum Bars, darunter etwa das Ladera Resort, Sugar Beach, A Viceroy Resort sowie Cap Maison, insbesondere bekannt für den hauseigenen Solera Rum.



