Die klassische Sommersaison verliert zunehmend ihre festen Grenzen. Statt den Urlaub ausschließlich auf die Hochsaison zu konzentrieren, rücken auch die Monate davor und danach stärker in den Fokus. Im Chiemsee-Alpenland ist der Herbst dabei weit mehr als die Zeit nach dem Sommer. Mildere Temperaturen schaffen gute Bedingungen für Bewegung, die klare Luft eröffnet weite Blicke auf die Alpen, und Wälder und Uferlandschaften verändern mit der Laubfärbung ihren Charakter. Gerade zu Fuß oder mit dem Rad lassen sich viele Touren weit in die Saison hinein entdecken.
Fünf Etappen, zwei Länder: unterwegs auf dem Grenzenlos Wanderweg
Wer den Herbst für eine längere Wanderauszeit nutzen möchte, findet mit dem Grenzenlos Wanderweg eine grenzüberschreitende Mehrtagestour zwischen Bayern und Tirol. Auf knapp 73 Kilometern führt die Strecke in fünf Etappen von Bad Endorf über Prien am Chiemsee, Aschau im Chiemgau und das Bergsteigerdorf Sachrang in das Inntal nach Oberaudorf und Kiefersfelden und weiter bis nach Kufstein. Dabei wechseln sich Seeufer, Wälder, Flusslandschaften und Voralpenorte ab. Mit insgesamt 1.055 Höhenmetern bleibt die Route vergleichsweise moderat. Die einzelnen Tagesetappen liegen zwischen rund 13 und 16 Kilometern und lassen sich je nach Kondition flexibel kombinieren. Gerade im Herbst spielt die Streckenführung ihre Vorteile aus: Statt sich ausschließlich in hochalpinen Lagen zu bewegen, verläuft der Weg über weite Strecken im Tal und in niedrigeren Höhen. So kann die Mehrtagestour auch dann noch eine Option sein, wenn sich auf höher gelegenen Gipfeln bereits der Winter ankündigt.
Herbstliche Höhenmeter: von Flintsbach auf die Hohe Asten
Wer lieber an einem Tag in die Berge aufbricht, kann von Flintsbach am Inn zur Hohen Asten wandern. Die rund neun Kilometer lange Tour führt mit gut 600 Höhenmetern hinauf in Richtung Riesenkopf und eröffnet unterwegs Blicke auf den Heuberg und die Burg Falkenstein. Ein Abstecher führt zur Wallfahrtskirche St. Peter auf dem Petersberg, der ältesten Wallfahrtskirche des Inntals. Gerade an klaren Herbsttagen bietet die Tour schöne Ausblicke ins Inntal und auf die umliegende Bergwelt. Der ganzjährig bewirtschaftete Berggasthof Hohe Asten bietet sich unterwegs für eine Einkehr an.
Graveln zwischen Flusslandschaft und Voralpen
Auch für Radfahrer endet die Saison nicht zwangsläufig mit den Sommerferien. Eine sportliche Möglichkeit bietet die Graveltour durch das ursprüngliche Inntal. Die Route führt entlang des Inns über ruhige Nebenstraßen, Schotterwege und unterschiedliche Untergründe durch einen vergleichsweise wenig touristisch geprägten Teil Oberbayerns. Flache Passagen entlang des Flusses wechseln sich mit kurzen Anstiegen ab. Wasserburg, Gars am Inn und Jettenbach bieten sich als mögliche Startpunkte an und sind mit der Bahn erreichbar.
Kaffee statt Badestopp: mit dem Rad vom Simssee zum Chiemsee
Dass sich mit der Jahreszeit auch der Charakter einer Radtour verändern kann, zeigt die Coffee & Bike Tour „Kaffeegenuss mit Seeblick“. Die rund 51 Kilometer lange Runde startet in Rosenheim und verbindet den Simssee und den Chiemsee mit Stopps bei lokalen Kaffeeröstereien und Cafés. Unterwegs liegen unter anderem KAVA, das Kaffeehaus Rosenheim, Dinzler am Max-Josefs-Platz und die Montebera Kaffeerösterei; ein weiterer Abstecher führt zur Schiller Kaffeerösterei Richtung Chiemsee. Was im Sommer vor allem eine aussichtsreiche Radrunde zwischen den Seen ist, bekommt im Herbst eine zusätzliche Komponente: Wälder färben sich, die Temperaturen werden angenehmer für längere Etappen und aus der Kaffeepause wird an kühleren Tagen ein willkommener wärmender Zwischenstopp.