„Orientarium“ – neue Erlebniswelt im Zoo von Łódź

Rund die Hälfte des 1938 eröffneten Zoos von Łódź (Lodsch) wurde in den vergangenen drei Jahren als „Orientarium“ komplett neugestaltet. Seit Juli 2021 werden die neuen Bewohner in die 7,5 Hektar große und etwa 50 Millionen teure Anlage eingewöhnt. Die feierliche Eröffnung soll Ende März 2022 stattfinden. Die Mischung aus Freigehegen, Pavillons und begehbaren Aquarien ist den bedrohten Arten Südostasiens gewidmet. Mit dem 43-jährigen Elefanten Alexander hat auch ein „deutscher“ Bewohner ein neues Zuhause in der zentralpolnischen Metropole gefunden.

Alexander wiegt sechs Tonnen, hat eine imposante Widerristhöhe von dreieinhalb Metern und nur einen Stoßzahn. Der stattliche Elefantenbulle, dessen Lieblingsspeisen frisches Grün und Brötchen sind, hat schon einiges in seinen mehr als vier Jahrzehnten erlebt. 1978 in Tel Aviv geboren kam er Mitte der 1990er Jahre nach Münster. Den dortigen Zoo verließ er aber bereits nach vier Jahren wieder, um nach verschiedenen Stationen in den Niederlanden vor knapp zehn Jahren nach Westfalen zurückzukehren. Nun soll er in Łódź im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes sein Wissen an jüngere Artgenossen weitergeben und auch noch das eine oder andere Kalb zeugen.

Der Elefantenbereich gehört zu den spektakulärsten Teilen des neuen Orientariums. Besucher werden die größten noch lebenden Landbewohner nicht nur auf festem Grund beobachten können. Die tonnenschweren Säuger lieben auch den Gang ins Wasser. Das rund zweieinhalb Meter tiefe Elefantenbecken ist teilverglast, so dass sich die Gäste davon überzeugen können, wie gekonnt und leicht sich die Riesen der Lodscher Herde im kühlen Nass fortbewegen können.

Ebenso beeindruckend dürfte das Ozeanbecken sein. Die Anlage fasst drei Millionen Liter Wasser und bietet in verschiedenen Einzelbereichen Platz für mehrere Dutzend Arten von Meeresbewohnern. Den Haien und Rochen sowie den Bewohnern der Korallenriffzone können Besucher in einem 26 Meter langen Plexiglastunnel hautnah begegnen. Außerhalb der Öffnungszeiten kann die eindrucksvolle Installation als Ort für Veranstaltungen gemietet werden. Zudem wird es in einem abgedunkelten Raum ein sechs Meter hohes Panoramafenster zum Haifischbecken geben.

Zu den weiteren Objekten zählen unter anderem ein Innen- und Außenbereich für Orang-Utans und Vögel, ein Gehege für Nebelparder sowie ein Bereich für Malaienbären. Je nach Tierart sind die Wege durch Plexiglassicherheitsscheiben oder transparente Netze und Gitter abgetrennt. Die Dächer der zwei Hektar großen Innenanlagen sind transparent, an ihren Wänden wurden mehr als 15.000 lebende Pflanzen angebracht. Die Anlage ist in vier geographisch-thematische Abteilungen organisiert: Indien, Celebes (Sulawesi), Sunda-Inseln und Gewässer. Auf den Sunda-Inseln können sich Besucher bei Temperaturen von 24 bis 26 Grad, einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent und tropischen Pflanzen wie in einem Dschungel fühlen. Den Gästen steht ein Bereich mit verschiedenen gastronomischen Angeboten und Freizeitangeboten zur Verfügung. Für die jüngsten Besucher gibt es einen Minizoo mit Spielplatz.

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