Ehemalige Fabrik in Warschau wird zu Multifunktionszentrum

Vier Jahre lang haben die Bauarbeiten am ehemaligen Werksgelände der Firma „Norblin, Bracia Buch i T. Werner“ in Warszawa (Warschau) gedauert. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Denn keine drei Kilometer vom Kulturpalast entfernt, entstand im Stadtteil Wola ein modernes Multifunktionszentrum, das die historische Bausubstanz gekonnt mit zeitgenössischer Architektur verbindet und die eigene Geschichte zudem in einem Museum erlebbar macht.

Nichts erinnert heute mehr daran, dass der zwei Hektar große Fabrikkomplex zwischen den Straßen ul. Prosta, Żelazna und Łucka noch vor wenigen Jahren eher einem Abbruchgelände ähnelte. Vor 180 Jahren gegründet, entwickelte sich das Unternehmen um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu einer der führenden Produktionsstätten von Metallwaren und Haushaltsgeräten im damaligen russischen Teilungsgebiet von Polen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam die Verstaatlichung, 1982 die Schließung und trotz der Nachnutzung für museale und Ausstellungszwecke der langsame Verfall.

Bis heute blieben zehn denkmalgeschützte Gebäude erhalten. Diese wurden aufwendig restauriert und um einen mehrgeschossigen zentralen Bau ergänzt. Von den 66.000 Quadratmeter großen Nutzflächen entfallen etwa zwei Drittel auf Büros. Darüber hinaus bietet die Fabryka Norblina Platz für Geschäfte, Restaurants, einen Food Court, einen Ökomarkt sowie ein Boutique-Kino. Zwischen all dem befindet sich das „offene“ Museum, das seine Besucher auf vier Routen entdecken können: Gebäude und Architektur, Menschen, Maschinen und Geräte sowie Produkte.

In den verschiedenen Gebäuden blieben 50 Originalmaschinen erhalten, die eindrucksvoll die Leistung der damaligen Produktionsstätte veranschaulichen. Darunter auch eine 50 Tonnen schwere Maschine zur Herstellung von Drähten, Stäben sowie Gegenständen aus Messing und Kupfer. Sie erhielt nach erfolgreicher Restaurierung einen eigenen Neubau aus Glas. Zu sehen sind zudem rund 400 edle Silberwaren sowie weitere Erzeugnisse der Fabrik. Gäste des Museums können die vier Routen auch mithilfe einer Anwendung für mobile Endgeräte entdecken.

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