Deutsche Bahn plant Rekord-Investitionen gegen die Corona-Krise

Konzernzentrale der Deutschen Bahn AG
Konzernzentrale der Deutschen Bahn AG am Potsdamer Platz in Berlin (Bahntower). Bild: © Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Trotz eines milliardenschweren Verlustes will die Deutsche Bahn mit Rekordinvestitionen und konsequentem Gegensteuern zurück in die schwarzen Zahlen. Die Bilanz des Jahres 2020 steht indes im Zeichen der Corona-Pandemie, die auch bei der DB Umsatz und Ergebnis einbrechen ließ. Das Unternehmen schließt das vergangene Jahr mit einem operativen Verlust von 2,9 Milliarden Euro ab. Im laufenden Jahr wird sich das Geschäft nach Einschätzung des Konzerns wieder verbessern, dennoch sind erneut beträchtliche Verluste zu erwarten. Ab 2022 rechnet die DB wieder mit operativen Gewinnen.

Noch im Jahr 2019 hatte die DB Fahrgastrekorde und ein deutlich positives Ergebnis verzeichnet (EBIT bereinigt 2019: 1,8 Milliarden Euro). Auch der Start ins Jahr 2020 verlief positiv. Dann blieben mit der Pandemie Millionen Reisende zu Hause und die Gütermengen nahmen ab. Vom operativen Verlust (EBIT bereinigt) in Höhe von 2,9 Milliarden Euro im Jahr 2020 fuhr der Fernverkehr allein 1,7 Milliarden Euro ein. Hinzu kommen unter anderem negative außerordentliche Effekte in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Sie sind vor allem auf eine bereits aus dem ersten Halbjahr 2020 bekannte Sonderabschreibung bei der DB-Tochter Arriva zurückzuführen. Unter Einbeziehung von Zins- und Finanzergebnis sowie Steuern ergibt sich dann ein Nachsteuerverlust von 5,7 Milliarden Euro. Der Umsatz des DB-Konzerns sank gegenüber 2019 um 10,2 Prozent auf 39,9 Milliarden Euro.

Bund und Bahn halten auch in der Corona-Krise an ihrem langfristigen Ausbauprogramm für die Eisenbahn in Deutschland fest und haben ihre Investitionen in die klimafreundliche Schiene erneut gesteigert. Die Brutto-Investitionen kletterten im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro – ein neuer Rekordwert. Die Netto-Investitionen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zu. Auch 2021 sollen die Investitionen weiter steigen. Sie fließen vor allem in moderne Infrastruktur, aber auch in neue Züge und ICE-Werkstätten.

Coronabedingt sind die Leistungskennzahlen in fast allen Geschäftsfeldern im Jahr 2020 rückläufig. Insgesamt nutzten europaweit 1,5 Milliarden Fahrgäste die Züge der DB. Das sind etwa 42 Prozent weniger als im Vorjahr. Nach Jahren der Fahrgastrekorde reisten im DB-Fernverkehr noch rund 81 Millionen Menschen – ein Minus von etwa 46 Prozent. Bei DB Regio sank die Zahl der Zugreisenden um gut 38 Prozent. Die Verkehrsleistung im Personenverkehr auf der Schiene ging 2020 gegenüber dem Vorjahr um etwa 47 Prozent auf rund 52 Milliarden Personenkilometer zurück.

Um die Belastungen der Pandemie zu einem erheblichen Teil selbst ausgleichen zu können, hat die DB auf der Ausgabenseite ein Gegensteuerungsprogramm aufgesetzt. Diese Maßnahmen leisteten im Jahr 2020 bereits einen Beitrag von rund 1,7 Milliarden Euro.  Zur Erholung von den andauernden Folgen der Pandemie benötigt die DB allerdings Zeit. Für 2021 erwartet das Unternehmen aktuell erneut einen operativen Verlust (EBIT bereinigt), der allerdings mit rund zwei Milliarden Euro deutlich niedriger sein sollte als 2020. Der Umsatz dürfte wieder auf mindestens 41 Milliarden Euro steigen. Alle Prognosen bleiben pandemiebedingt mit hohen Unsicherheiten behaftet.

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