Natur pur im Chiemgau
Natur pur im Chiemgau - einmalige Rückzugsorte zum Entschleunigen. Bild: © Chiemgau Tourismus e.V./Michael Namberger

Der Chiemgau – eine einzigartige Naturlandschaft

Eine Alm, auf der sich die Handgriffe der Sennerin seit Jahrzehnten kaum verändert haben und auf die man aus eigener Kraft wandert, ist für viele zum Sinnbild einer kleinen, nicht selten schmerzlich vermissten heilen Welt geworden. Die Sehnsucht nach Rückkehr und Nähe zur Natur, das belegen auch Studien, wird spürbar größer (jede/r Zweite wünscht sich nach einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz (2013) mehr Wildnis in Deutschland. Für jede/n dritte/n Deutsche/n bedeutet Wildnis unberührte Natur.). Die Chiemgauer Alpen mit ihrer Ursprünglichkeit erfüllen diese Sehnsüchte auf rund 80 bewirtschafteten Almen, wo Gäste nach Wanderungen das einfache Leben mit Buttermilch und Almkäse genießen – aber nicht nur da.

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Die Kombination aus intakter Bergwelt und glasklaren Seen macht den Chiemgau zu einem Refugium für Erholungssuchende und Naturliebhaber. Auch seltene Tiere und Pflanzen finden hier ihre Rückzugsorte: In den südlichen Chiemseemooren haben Biologen den deutschlandweit größten Bestand der Sommerdrehwurz entdeckt, einer vom Aussterben bedrohten Orchideenart, und in der Chiemgauer Seenplatte leben 50 der 70 in Bayern bekannten Libellenarten. Die Berge von Sonntagshorn bis Kampenwand bieten auch Gämsen, Murmeltieren und Alpensalamandern sichere Rückzugsorte.

Herrenchiemsee und Frauenchiemsee
Die beiden Inseln Herren- und Frauenchiemsee im "Bayerishen Meer". Bild: © Chiemgau Tourismus e.V./Anita Berger

Eingebettet von der Kulisse der Chiemgauer Alpen und umspült vom Wasser des „Bayerischen Meeres“ liegen die beiden Inseln Herren- und Frauenchiemsee. Das Prunkschloss, das König Ludwig II von Bayern zwischen 1878 und 1886 errichtet hat, und das Münster Frauenwörth mit dem markanten Kampanile sind die meistbesuchten Sehenswürdigkeiten im Chiemgau. Auch ihretwegen ist er eine der attraktivsten Urlaubsregionen Deutschlands.

Seine Majestät als Umweltschützer?

Zu behaupten, König Ludwig II vonBayern sei der erste Umweltschützer im Chiemgau gewesen, wäre eine geringfügige Falschauslegung der Geschichte – auch wenn der junge „Märchenkönig“ die Insel Herrenchiemsee mit dem Kauf im Jahr 1873 vor dem Kahlschlag bewahrte. Denn hätte er seine ehrgeizigen Pläne verwirklichen können, wären die geretteten Bäume spätestens den ausgedehnten barocken Parkanlagen zum Opfer gefallen. So aber liegt der heutige Schlosspark mit Brunnen und Blumenbeeten inmitten eines alten Waldbestandes. Exoten wie ein alter Tulpenbaum mit einem Stammumfang von über fünf Metern, eine alte geschlitztblättrige Buche und eine Esche mit einem Stammumfang von sechs Metern, deren Alter auf rund 300 Jahre geschätzt wird, sind im Register alter Bäume verzeichnet. Auf der Insel stehen auch rund 200 Obstbäume, deren Ernte alljährlich zu Bio-Schnaps verarbeitet wird. In einem Gehege am Schloss lebt Damwild und im Dachgestühl des Schlosses eine große Fledermauskolonie mit rund 1000 Tieren, die während des Sommerhalbjahres Gegenstand von geführten Touren ist.

Parkanlage vor Schloss Herrenchiemsee
Die prächtige Parkanlage vor Schloss Herrenchiemsee. Bild: © © Chiemgau Tourismus e.V.

Einzigartige Naturlandschaft

Eiszeitliche Gletscher gaben dem Chiemgau seinen Schliff. Sie hinterließen Seen, Hügel und Moore und formten eine Landschaft, deren Anblick die Menschen von jeher bezauberte. Heute stehen weite Teile des Chiemgaus unter Schutz. Die 13 Naturschutzgebiete umfassen unter anderem den 1808 Meter hohen Geigelstein bei Schleching, der wegen seiner Artenvielfalt auch als „Blumenberg“ bekannt ist, das Mündungsgebiet der Tiroler Achen in den Chiemsee, das Durchbruchstal der Achen mit der Engstelle „Entenloch“ und das Gebiet der Chiemgauer Seenplatte im Norden des Chiemsees. Das Gebiet der Östlichen Chiemgauer Alpen, ein Gebiet mit intakten Bergwäldern, Wildbächen und ursprünglichen Almen, steht vollständig unter Schutz und bezeichnet mit einer Ausdehnung von fast 8000 Quadratkilometern das größte Naturschutzgebiet im Chiemgau.

Waginger See Chiemgau
Der Waginger See gilt mit durchschnittlichen Temperaturen von über 25 Grad im Sommer als der wärmste See in Oberbayern. Bild: © Chiemgau Tourismus e.V.

20 Prozent stehen unter Schutz

Die Fläche der streng geschützten Gebiete beträgt zehn Prozent der Landkreisfläche (zum Vergleich: Im gesamten Bundesgebiet belaufen sich 5000 Naturschutzgebiete auf nur 1,7 Prozent Fläche). Mit den weiteren zehn Landschaftsschutzgebieten beträgt die Fläche der geschützten Gebiete sogar mehr als 20 Prozent.

Die Chiemgauer Alpen gehören mit ihren Bergwäldern, Wildbächen und -flüssen, Trockenrasen und Schuttfluren zu den aus Naturschutzsicht herausragenden Gebieten Bayerns. Die am Geigelstein bei Schleching gelegene Roßalm nimmt aufgrund ihres floristischen Reichtums mit Vorkommen von Alpen-Habichtskraut und Tüpfel-Enzian eine Sonderstellung ein. Die Brandner-Alm nahe der Hörndlwand bei Reit im Winkl gilt als eine der botanisch wertvollsten Almen nach der Alpenbiotopkartierung. Auf den Buckelwiesen wachsen Sandveilchen, Kleingriffel und Distel-Sommerwurz. (Quelle: Landesamt für Umwelt, 2011).

Die spannende Geschichte der Entstehung und ökologischen Bedeutung von Alpen, Seen, Bergwald und Hochmooren, die Wichtigkeit ihres Schutzes für die Artenvielfalt und das Klima ist Gegenstand zahlreicher Lehrpfade in der Region.

Planzenreichtum Chiemgau
Auf den Almen des Chiemgau findet man einen großen Pflanzenreichtum - mit zum Teil auch seltenen Pflanzen - vor. Bild: © Chiemgau Tourismus e.V./Thomas Kujat

Lehr- und Erlebnispfade mit aufschlussreichen Schautafeln:

  • Moorlehrpfad im Naturschutzgebiet Kendlmühlfilzn, Grassau
  • Geologisch-botanischer Lehrpfad auf dem Hochfelln, Bergen
  • Alpenlehrpfad auf dem Rauschberg, Ruhpolding
  • Waldlehrpfad, Stadtwald Traunstein
  • Bergwald-Erlebnispfad am Staffn, Marquartstein
  • Bergwald-Erlebnisweg zum Frillensee, Inzell
  • Moor-Erlebnispfad, Inzell
  • Archäologischer Rundweg, Seebruck
  • Auenlehrpfad, Tittmonin

Naturkunde-Museen

  • Naturkunde- und Mammutmuseum Siegsdorf
  • Mammutheum Siegsdorf
  • Museum Salz & Moor Grassau

Naturführungen
Die „Chiemsee Naturführer“ bieten regelmäßige geführte Natur-Entde-
ckertouren im Chiemgau an. Dazu gehören unter anderem:

  • Deltabootsfahrt: Mit der Hafenbarkasse „Birgit“ an den Rand
    des Naturschutzgebiets Tiroler Achen. Wöchentlich von Mai bis
    Oktober, Übersee, 3 Stunden, 25 Euro p.P. (Preis 2021)
  • Das Geheimnis der Furchensteine: Eiszeitliche Hügel und Sen-
    ken, Hirnsteine, alte Uferlinie. Chieming, mehrfach im Sommer,
    2-3 Stunden, 11 Euro p.P. (Preis 2021)
  • Naturkundliche Floßfahrt auf der Alz , bei Tagesanbruch oder
    in der Abenddämmerung. Mehrere Termine im Sommer, von
    Seebruck bis Truchtlaching, 4-5 Stunden, 27 Euro p.P. (Preis
    2021)

Alle Touren und Termine:Kostenloses Faltblatt „Der Natur auf der Spur“,
erhältlich bei Chiemgau Tourismus.

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