Buchheim Museum Starnberger See
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See. Bild: © erlebe.bayern, Peter von Felbert

Kunst-Ausstellungen in der MuSeenLandschaft Expressionismus

Jeder Pinselstrich hat seinen Rhythmus, jede Jahreszeit malt ihr eigenes Gemälde. Auch der Herbst ist ein Künstler: Er spart nicht mit satten Orange- und Brauntönen, gibt gerne noch ein leicht verwaschenes Grün dazu und je nach Laune tüncht er den Hintergrund in azurblau oder nebel- bis dunkelgrau. Die „MuSeenLandschaft Expressionismus“ lädt mit ihren fünf renommierten Häusern – „Lenbachhaus“, „Schloßmuseum Murnau“, „Franz Marc Museum“, „Buchheim Museum“ sowie „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“ – zu farbenfrohen Kunst-Ausstellungen ein. Vor der Museumstür sammeln Kultur- und Naturliebhaber auf Spaziergängen und Führungen warme Farben für den kalten Winter und vergleichen die Werke der gesehenen Expressionisten mit der Strahlkraft der Natur.

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Rhythmus der Natur: Im Franz Marc Museum und in Kochel am See

Hoch über dem Kochelsee hat das Franz Marc Museum ein ganz besonders schönes Fleckchen inne und ist umgeben von der malerischen Landschaft der Voralpen. Während draußen der helle Crailshaimer Muschelkalk die Fassade des 2008 erbauten Museums-Kubus zum Leuchten bringt, versprühen die Gemälde von Franz Marc, Wassily Kandinsky, Alexej Jawlensky, August Macke und Gabriele Münter ihren ganz eigenen Charme und holen das komplette Farbspektrum der Außenwelt ins Innere. Die aktuelle Ausstellung „Der Rhythmus der Natur“, mit Bildern von Wiesen und Gärten, Blumen und Bäumen, aber auch Flaneuren im Park und Tieren auf der Weide, fragt nach dem Verhältnis von Kunst und Natur in der Kunst. Weitere Hintergründe über das Leben und Denken von Franz Marc, der bereits in Kindertagen an den Kochelsee reiste, bekommen Gäste auf dem Themenweg „Kunstspaziergang“. Acht Stationen führen durch Kochel am See und durch das Leben Franz Marcs. Wer mag, lässt sich per App und Audio-Guide begleiten oder bucht eine geführte Tour.
Franz Marc Museum Kochel am See
Das Franz Marc Museum bei Kochel am See liegt malerisch in der Voralpenlandschaft. Bild: © www.bayern.by, Florian Trykowski

Schloßmuseum Murnau: In Murnau schlägt das Herz des Expressionismus

In Murnau am Staffelsee trafen sich jeher Intellektuelle, Künstler und Kulturschaffende. Sie alle ließen sich von der voralpinen Landschaft in den Bann ziehen und vor allem inspirieren. Manch ein Künstler fand hier seine zweite Heimat – zumindest auf Zeit. So wie Wassily Kandinsky und Gabriele Münter. Das prominente Künstlerpaar ist eng mit Murnaus Geschichte verbunden und lebte lange Zeit im sogenannten Münter-Haus. Hier trafen sie auch ihre „Blaue Reiter“- Kollegen wie Franz Marc oder August Macke. Eine Dauerausstellung bedeutsamer expressionistischer Werke ist das Herzstück des Schloßmuseums Murnau. Tipp: Laufend sein Wissen erweitern ist übrigens auf dem drei Kilometer langen „Kunstspaziergang“ möglich, auf dem man die Realität mit der gemalten Version vergleicht. Hinweis: Das Museum hat zwischen 7. November und 8. Dezember wegen Umbauarbeiten geschlossen. Ab 9. Dezember lädt dann die neue Sonderausstellung „CUNO FISCHER. Maler, Designer und Nomade“ dazu ein, sich von Graphiken und Hinterglasmalereien faszinieren zu lassen. Ab Mitte Januar wird die Expressionismus-Abteilung in neuer Konzeption wieder zu sehen sein.
Wassily Kandinsky Gabriele Münter beim Malen der Griesbräutochter
Wassily Kandinsky, Gabriele Münter beim Malen der Griesbräutochter, 1909. Bild: © Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München

„Brücke + Blauer Reiter“: Dialog der Künstlergruppen im Buchheim Museum in Bernried

Direkt am Ufer des Starnberger Sees lädt das Buchheim Museum zu Ausflügen in das große Reich der Fantasie. Hier hat Lothar-Günther Buchheim, Autor von „Das Boot“, Kuriositäten aus aller Welt vereint und begeistert mit einer exklusiven Expressionisten-Sammlung. Bis 13. November präsentiert die Ausstellung „Brücke + Blauer Reiter“ erstmals einen Dialog zwischen beiden Künstlerformationen, der ihre Gemeinsamkeiten ebenso offenlegt wie auch die gravierenden Unterschiede. Ab dem 15. Oktober sind zusätzlich Werke des expressiven Realismus in der Ausstellung „flores y mujeres“ zusehen, die sich mit der Frage beschäftigt, was Schönheit ist und welche Frauenbilder in der Kunst generiert werden. Vor der Museumstür wartet, neben dem dunkelblau schimmernden Starnberger See, die weitläufige Parkanlage mit altem Baumbestand, weiteren Skulpturen und kleinen Teichen. Von hier aus erreicht man in wenigen Gehminuten Bernried, das zu den schönsten Dörfern Bayerns zählt. Wer durch den schmucken Ort flaniert, kann den Schildern mit dem Hinweis „Panoramaweg“ (Nr. 36, blau) für 4,5 Kilometer folgen und sich selbst ein Bild machen.

Zwischen Klöstern und Kunst: Campendonk im Museum Penzberg

Heinrich Campendonk Die kleinen Pferde
Heinrich Campendonk, Die kleinen Pferde, um 1913. Museum Penzberg – Sammlung Campendonk, Dauerleihgabe. Bild: © VG Bild-Kunst Bonn 2022
Im Herzen des Pfaffenwinkels, der für seinen zahlreichen Kirchen und Klöster bekannt ist, widmet das Museum Penzberg dem Expressionisten Heinrich Campendonk eine ganzjährige Ausstellung. Sie ist die weltweit größte Sammlung seiner Werke. Der gebürtige Rheinländer war das jüngste Mitglied der Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“. Besonders beeindruckte ihn die Bergwerksstadt Penzberg mit ihren besonderen Koloniehäusern, den Fördertürmen und Schornsteinen. Die rund 300 Ölbilder, Aquarelle und Graphiken bilden seine komplette Schaffensphase bis in die 1950er Jahre ab. Nur fünf Kilometer von Penzberg entfernt liegt das Örtchen Sindelsdorf. Hier lebte nicht nur Franz Marc, sondern auch Heinrich Campendonk. Wo die Künstler ihre Motive fanden, entdeckt man entlang des Sindelsdorfer Malerwegs.

Stadtwandern durch München: Vom Lenbachhaus ins Kunstareal

Im Münchener Lenbachhaus, das für seine weltweit größte Sammlung an Exponaten des „Blauen Reiters“ bekannt ist, lassen sich in der aktuellen Ausstellung „Gruppendynamik“ neue Perspektiven des Kunstkreises erfahren. Für eine Fortführung der kunst- und kulturhistorischen Erzählung, öffnet am 15. Oktober die Ausstellung „Kunst und Leben“. Sie ist bis zum 16. April 2023 zu sehen und beleuchtet die Leben und Schicksale von Künstler*innen während der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und am Anfang der Bundesrepublik. Die Werke erzählen Geschichten von erfolgreichen wie gescheiterten Biografien, vom Leben im Exil, von Widerstand und Anpassung. Wer im Anschluss seinen Gedanken nachgehen möchte, begibt sich auf eine Stadtwanderung durch München. Die zweite Etappe der insgesamt zwölf Kilometer langen Ost-West-Passage der Stadtwanderung führt durch das Kunstareal mit acht Museen und Ausstellungshäusern, sechs Hochschulen, Galerien und Kunstinstitutionen.
Garten Lenbachhaus München
Garten im Lenbachhaus München. Bild: © Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
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