Tourismus-Seelsorger Herbert Konrad
Hat immer ein offenes Ohr: Tourismus-Seelsorger Herbert Konrad. Bild: privat

Herbert Konrad – der Tourismus-Seelsorger aus dem Tölzer Land

Herbert Konrad ist seit 2008 als Tourismus-Seelsorger im Tölzer Land (Bad Tölz und Isarwinkel) tätig. Dabei bietet der Diplom-Theologe mit psychotherapeutischem Hintergrund nicht nur Gespräche an, sondern begleitet und organisiert Vorträge, Pilgerwanderungen, Lesungen und Seminare. Mit den Angeboten will der Pastoralreferent des Katholischen Kreisbildungswerks Bad Tölz-Wolfratshausen die Menschen zur Ruhe bringen. Seine sonore Stimme geht sofort ins Ohr.

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Was kann man sich unter einem Tourismus-Seelsorger vorstellen?
In Bad Tölz hat sich dieses Angebot aus der Kurseelsorge heraus entwickelt. Mitte der 70er Jahre bot der Franziskanerorden zusammen mit der evangelischen Kirche Gespräche für Kurgäste an, die oft wochenlang, getrennt von ihrer Familie, hier lebten. Als das Kloster 2008 aufgelöst wurde, wurde das Angebot auf alle Gäste erweitert und ich habe die Stelle des Tourismus-Seelsorgers übernommen. Ein Element ist die persönliche Begleitung; ein anderes ist die Zeit vor Ort sinnvoll zu gestalten mit Vorträgen, kulturellen Veranstaltungen, aber auch meditativen Elementen. Oft geht mein Job Richtung Lebenshilfe. Im Urlaub kommen die Menschen zur Ruhe, haben Zeit, sich mit Problemen wie die Neuorientierung im Ruhestand zu befassen oder familiäre Konflikte ploppen plötzlich auf.

Wie finden die Menschen zu Ihnen?
Meist findet die erste Unterhaltung am Rande einer Veranstaltung statt. Wir haben zum Beispiele Vorträge über eindrucksvolle Pilgerorte, Orgelkonzerte oder Diskussionen über die Suche nach dem Lebensglück im Programm. Man kommt ins Gespräch, tastet sich vor und vereinbart dann einen vertiefenden Gesprächstermin. Was als kleiner Ratsch beginnt, erfüllt dann andere Bedürfnisse. Ich beziehe auch gerne die schöne Gegend mit ein, zum Beispiel bei meditativen Spaziergängen entlang der Tölzer Vitalorte oder den Sommernachtswanderungen, bei denen man abwechselnd schweigt und miteinander spricht. Besonders mag ich die Sonnenuntergangsmeditation am Kalvarienberg, die im Sommer regelmäßig mit der Unterstützung einer Bläsergruppe stattfinden. Da ist man sofort in einer anderen Welt und kann sich nicht nur vom Tag, sondern vielleicht auch von dem ein oder anderen Problem verabschieden.

Blick von Isar zum Kalvarienberg
Der Kalvarienberg ist ein besonders schöner Platz zur Sonnenuntergangsmeditation. Bild: Stadt Bad Tölz

Inwiefern hat Corona die Probleme der Menschen verändert?
So viel hat sich gar nicht geändert. Schon früher haben die Menschen das Gespräch gesucht, wie man das Leben vertiefen beziehungsweise ihm mehr Sinn geben könnte. Auch jetzt geht es oft um die Grundsatzfrage, was brauche ich eigentlich im Leben. Dabei merke ich in den Gesprächen, dass sich viele Leute reduziert haben. Von den Gewohnheiten her, zum Beispiel auch vom Reiseverhalten. Das wird aber nicht als Defizit erlebt, sondern eher als Gewinn. Natürlich haben die Leute auf der anderen Seite auch große Ängste. Es gibt zwei Gruppen – die einen halten alles für völlig übertrieben, andere sind sehr scheu und trauen sich nicht einmal mehr essen zu gehen. Es gibt auf alle Fälle höheren Gesprächsbedarf, nicht nur bei Urlaubern, sondern auch bei Einheimischen.

Und unsere Pilgerwanderungen in kleinen Gruppen sind sehr gefragt. Da ist ein Riesenbedarf da, wieder etwas miteinander zu machen und Inspirationen zu bekommen.

Muss man religiös sein, um ihr Angebot in Anspruch zu nehmen?
Gar nicht. Ein gutes und glückliches Leben will doch jeder. Wobei mich schon überwiegend Menschen ab 50 Jahren aufwärts aufsuchen. Aber manchmal eben auch Jüngere. Ich freue mich über jeden, der meine Hilfe in Anspruch nimmt und wenn ich es schaffe, Impulse zu geben, damit andere Menschen weiterkommen beim Sinn erleben im Leben.

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