Herbstwanderung in den Vogesen
Die Wanderung zum Donon ist auch für Familien geeignet. Der Gipfel ist mit 1009 m.ü.M. nicht sehr hoch, bietet aber eine traumhafte Panoramaaussicht und archäologische Entdeckungen. Bild: © INFRA – ADT – Massif des Vosges

Wanderparadies Vogesen – Tipps für Einsteiger und Wanderprofis

Wälder, Berge, über 20.000 Kilometer Wanderwege und die lebensbejahende Einstellung der Bewohner, sind die Grundlage für einen Urlaub nur kurz über die Landesgrenze. Der Weitwanderweg „La Traversée du Massif des Vosges“ erhielt 2019 das Label „Leading Quality Trails – Best of Europe“. Mit einer beschilderten Länge von 431,6 km in 19 Tagesetappen, lassen Wanderer ihre Lungen mit gesunder Vogesenluft vollpumpen. Wer den Urlaub gemütlicher verbringen möchte, findet auch kleinere Wanderungen und Spaziergänge. Auf diesen offenbaren sich manchmal Geheimnisse, bei denen alle Sinne angesprochen werden. Wir verraten Ihnen ein paar Geheimtipps des Vogesenmassivs.
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Der heilige Berg ruft!

In wilden, weiten Naturräumen haben Menschen jeweils ihre mythischen Orte gefunden. Die Vogesen sind ein Sammelsurium dafür. Der Berggipfel Donon mit seinen 1009 Höhenmetern regte schon die Fantasie der Steinzeit-Kelten an. Es muss seine alles überragende Stellung sein, von der man Vogesenmassiv, Schwarzwald, Rheinebene und die lothringische Hochebene überblickt. Die Kelten huldigten dort dem Gott Teutates. Die Römer übernahmen die Opferstätte und münzten sie auf Merkur um. Bis Napoleon III. auf dem Gipfel ein Replik eines römischen Tempels erbauen ließ, so dass der Donon heute noch als Kraftort gilt. Von Schirmeck aus erkundet man den Berg in Form einer Kurzwanderung. Hin- und zurück braucht man etwa zweieinhalb Stunden Marsch. Wenn der Aufstieg sicherlich Kraft kostet, sind Aussicht und archäologische Entdeckung die Belohnung. Die Wanderung empfiehlt sich auch Familien. Mit einer kleinen Wegänderung ist es nämlich möglich, einen Kinderwagen zu schieben. schieben. (PDF-Broschüre zur Wanderung im Download)

Merkur-Tempel auf dem Donon in den Vogesen
Merkur-Tempel auf dem Donon. Bild: © INFRA – ADT – Massif des Vosges

Auf der Fährte von Gämsen und Hirschen

Bayerische Gämsbärte sind seit langem nicht mehr bayerisch. Denn in Bayern hat man die Gämse leider ausgerottet. Wer trotzdem eine zu Gesicht bekommen möchte, ist gut beraten, in den Vogesen eine Wildtierbeobachtung mitzumachen. Damit Jung wie Alt Umweltbewusstsein entwickeln, ist es das bevorzugte didaktische Mittel. Die Bergführer in den Vogesen bieten nicht nur die Beobachtung von Gämsen an. Während der Hirschbrunft organisieren sie auch Ausflüge in die Wildnis. Das Röhren der Hirsche oder die Begegnung mit einer Gamsherde bringt unvergessliche Erinnerungen in den Urlaub – vor allem Kinder werden den Aufenthalt sicherlich lange nicht vergessen. Wer Glück hat, schließt unter Umständen auch Bekanntschaft mit dem Kolkraben, der seit Beginn des Jahrtausends wieder in den Vogesen beheimatet ist. Die Flugbahn des kleineren Sperlingskauz‘ kreuzt man hingegen eher in den Abendstunden. Eine Fahrt in die Vogesen ist eben auch Naturkunde live.

Gämse im Vogesenmassiv
Gämse im Vogesenmassiv. Bild: © Denis Bringard – Massif des Vosges

Good Vibrations direkt vom Wald

Nachdem Waldbaden auch im Westen populär wurde, hat der Wald an sich als Quelle der Inspiration dazu gewonnen. Sei es für manche Ort der Spiritualität, ist es für andere eine Kraftquelle. In der Tat sind gewisse Orte der Vogesen für den hohen Vibrationspegel bekannt. Um uns an Ihnen zu laben, organisiert Laetitia von „Naturez-Soi“ verschiedenste Ausflüge ins dichte Grün des Vogesenmassivs. Beim Programm Waldtherapie und Küche bekommt man praktische wie spirituelle Tipps gleichzeitig. Sie vermittelt dabei alte heimische Traditionen oder wie man sich die Kraft der Bäume zu eigen macht. Die Teilnehmer lernen aber auch, welche essbaren Pflanzen der Wald beheimatet und wie man diese in einfachen Rezepten zu köstlichen Gerichten zubereitet. Die Ausflüge finden in Deutsch, Französisch und Englisch statt, je nach dem welche Sprachen gerade gesprochen werden.
Ausflug mit Laetitia von Naturez-Soi
Ausflug mit Laetitia von Naturez-Soi. Bild: © V. Mueller Photographies

Auf den Spuren eines Nobelpreisträgers

Einer der meist illustren Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts erblickte sein Licht in Kaysersberg im Elsass. Kurz nach der Geburt zog die Familie von Albert Schweitzer nach Gunsbach, wo sein Vater Pastor wurde. In Gunsbach baute Schweitzer dann mit dem Geld des Goethe Preises ein Haus. Dieses eröffnete kürzlich seine Pforten dem Publikum. Neben der Zentralbibliothek in Zürich die nahezu seinen gesamten Nachlass vereint, beherbergt das Albert-Schweitzer-Haus in Gunsbach die gesamte Korrespondez. Besucher erfahren hier aktuelle Zusammenhänge seiner großartigen Hinterlassenschaft in wechselnden Ausstellungen. In Gunsbach selbst darf man sich zudem die Füße auf den Spuren des großen Denkers, Arzt und Organist vertreten. Auf dem Sentier Albert-Schweitzer durch den Dorfkern, erfährt man auf 16 Illustrationen Gedanken von ihm. Der Rundgang dauert etwa eine Stunde und ist 920 m lang. Wer frohen Fußes unterwegs ist, wandert auf der Route zwischen Kaysersberg und Günsbach. Der Club Vosgien hat die Strecke auf 24,5 Kilometern gut ausgeschildert. Die Wanderung startet oder endet jeweils in der Nähe seiner Wohnstätten in Kaysersberg oder Gunsbach.

Exponat im Albert-Schweitzer-Museum in Gunsbach
Exponat im Albert-Schweitzer-Museum in Gunsbach. Bild: © ADT Alsace
Albert-Schweitzer-Büste in Kaysersberg
Albert-Schweitzer-Büste in Kaysersberg. Bild: © Christophe Meyer
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