Wanderweg zum Birnbachgletscher
Die Klimawanderung „Natur & Klima im Wandel“ führt hinauf zum Birnbachgletscher. Bild: © saalfelden-leogang.com, Michael Geißler

Klimawanderung zum tiefst gelegenen Gletscher Mitteleuropas

Wer Ende des 19. Jahrhunderts in München „a gescheide Maß Bier“ schön kühl trinken wollte, der konnte das genießen mit Hilfe des Birnbachgletschers bei Saalfelden Leogang. Denn der war damals einer der Kühlschränke der Münchner Bierbrauereien. Von dort wurde das Natureis tonnenweise mit der Eisenbahn nach Bayern geschafft, um die Keller im Sommer kühlen zu können. Heute sind der Birnbachgletscher und seine zahlreichen Geschichten ein wichtiger Bestandteil der „Natur & Klima im Wandel“ Wanderung in Saalfelden Leogang. Diese besondere Wanderung ist nur eines von vielen Beispielen, wie die gesamte Region auf nachhaltigen und achtsamen Tourismus setzt und einen Ausblick auf die Zukunft gibt. Seit Mai ist Saalfelden Leogang als erster Tourismusverband in Salzburg ein Klimabündnis-Betrieb.
Historischer Blick aus der Eishöhle auf dem Birnbachgletscher
Einst unverzichtbar für die Eisgewinnung für die Münchner Bierbrauer: Ein historischer Blick aus der Eishöhle auf dem Birnbachgletscher. Bild: © Saalfelden Leogang

Klimawanderung: Birnbachgletscher als Sinnbild der klimatischen Veränderungen

„Wann, wenn nicht jetzt?!“ lautet eine Überschrift im neuen Magazin von Saalfelden Leogang. Inhalt des Artikels: das Engagement der Region für den achtsamen Umgang mit den Ressourcen. Eine von vielen Initiativen ist die „Natur & Klima im Wandel“ Wanderung mit Anna Heuberger, KLAR-Managerin Pinzgau (Förderprogramm Klimawandel-Anpassungsmodellregionen), die damit die Veränderungen in unserem Klima veranschaulichen und kommunizieren will: „Der Klimawandel und dessen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und Umwelt wurden in den letzten Jahren immer wichtigere Themen für mich. Das Klima betrifft uns alle. Extreme Hitze beeinflusst unseren Alltag genauso wie ein schweres Unwetter.“

Holzrutsche Eisgewinnung Birnbachgletscher
Mit einer 1.600 Meter langen Holzrutsche wurde das Eis vom Birnbachgletscher ins Tal befördert. Bild: © saalfelden-leogang.com

Bei der Wanderung „Natur & Klima im Wandel“ spielt der Birnbachgletscher eine wichtige Rolle. Früher belieferte der Lawinengletscher die Großbrauereien in München mit Eis, das mit einer 1.600 Meter langen Holzrutsche ins Tal und schließlich per Bahn in die bayerische Landeshauptstadt geschafft wurde. Heute sind die Eismassen geringer geworden, auch wenn schon lange kein Eis mehr für die Bierkühlung abgebaut wird. Hier lässt sich der Klimawandel sehr gut veranschaulichen. Heuberger: „Der Birnbachgletscher wird oft als tiefster Gletscher Mitteleuropas bezeichnet und stellt ein Sinnbild der klimatischen Veränderungen im letzten Jahrhundert dar. Anhand des Gletschers und von Zeugen in der Landschaft werden die Geschichte, die Besonderheiten und die künftigen Herausforderungen der Region erklärt.“ Heuberger gibt Tipps zum Umgang mit der Natur und macht Hoffnung für die Zukunft.

Saalfelden Leogang geht in Sachen Nachhaltigkeit voran

Saalfelden Leogang hat schon lange die Vorreiterrolle im bewussten Einsatz von Ressourcen und im Entwickeln zukunftsweisender Initiativen. Es gibt zahlreiche Maßnahmen in diversen Bereichen: von Green Events bis zu nachhaltigen Übernachtungsmöglichkeiten und Seilbahnen. So heizen die Leoganger Bergbahnen dank Wärmerückgewinnung aus den Liftmotoren die angrenzenden Räume der Bergbahnen, die Werkstätte und das Bergrestaurant „Stöcklalm“. Zudem haben sie für den Winter 2023/24 den gesamten Treibstoffbedarf in Form von HVO100 Regenerativ-Kraftstoff gekauft. Das ist gleichbedeutend mit einer Einsparung von bis zu 90 Prozent an CO2-Ausstoß.

Klimawanderung Anna Heuberger
Lehrreich: Anna Heuberger begleitet die Wanderung „Natur & Klima im Wandel“. Bild: © saalfelden-leogang.com, Michael Geißler
Almwirtschaft Lettlkaser Hütte
Almwirtschaft: Die Lettlkaser Hütte in der eindrucksvollen Bergwelt der Leoganger Steinberge. Bild: © saalfelden-leogang.com, Julian Gruber

Nachhaltigkeit spiegelt sich auch im Eventkalender der Region wider. Großveranstaltungen werden so nachhaltig wie möglich durchgeführt (UCI Mountainbike Weltcup 15.-18. Juni 2023), oder wie die Nordic Park Experience oder Regionalitätsmesse als Green Event zertifiziert. So stehen Themen wie öffentliche Anreise zum Event, die Vermeidung von Müll bzw. die Verwendung von Mehrwegbechern im Vordergrund. Genauso wie die Bewusstseinsbildung bei Sportlern und Gästen für die Umwelt sowie die Verwendung regionaler Produkte. Auch viele Hotels setzen auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit, nutzen zur Energieversorgung eigene Biomasse-Heizwerke, Hackschnitzelwerke oder Kompostieranlagen. Viele Betriebe und Unternehmen wurden für ihr Engagement mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet.

Und um die Angebote in der Natur auch für die Zukunft zu erhalten, setzt die Region als Mitglied von respACT und als Pilotregion für das österreichische Umweltzeichen unter anderem mit zahlreichen Maßnahmen in den Bereichen Energie, Klimakrise und Mobilität auf nachhaltige Konzepte. Auch die Anreise per Bahn ist kinderleicht und spart Nerven und Zeit. Mit der Saalfelden Leogang Card nutzt man den öffentlichen Verkehr im Pinzgau sogar kostenlos. Der Loigom-Shuttle in Leogang ergänzt durch das On-Demand-Angebot das bestehende Liniennetz zahlreiche Haltestellen an. So wurde für einen Anschluss an den öffentlichen Verkehr gesorgt, wo es zuvor noch keine Verbindung gab.

Region ab sofort Klimabündnis-Betrieb

Der nächste Schritt in Sachen Klimaschutz: Saalfelden Leogang darf sich seit kurzem als erster Tourismusverband in Salzburg als Klimabündnis-Betrieb bezeichnen. Damit bekennt sich die Region zum nachhaltigen Handeln, dem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und zur sozialen Verantwortung. Das Klimabündnis Österreich setzt sich für Klimaschutz, Klimagerechtigkeit und einen nachhaltigen Lebensstil ein. Es baut und entwickelt ein globales Netzwerk von engagierten Städten und Gemeinden. Um im Klimabündnis aufgenommen zu werden, unterzog sich der Tourismusverband sechs Monate lang einem Klimacheck, zudem wurden alle Mitarbeiter in einem Workshop geschult.
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