Radfahrer im Sonnenuntergang auf Formentera
Radfahrer im Sonnenuntergang auf Formentera. Bild: © Tourismus Formentera

Aktivurlaub auf Formentera – nicht nur in der Nebensaison

Sportliche Aktivität beim Wandern, Radfahren oder Tauchen, kulturelle Unternehmungen bei einem Besuch des Leuchtturms Faro de la Mola und den Tag ausklingen lassen mit einem traditionellen Gericht der Insel und bei einem guten Glas Wein: Auch in der Nebensaison hält Formentera, die kleinste bewohnte Balearen-Insel, einiges für ihre Besucher bereit.

Wer im Herbst nicht bis in die Karibik reisen möchte, um weiße Sandstrände und kristallklares türkises Wasser zu genießen, der kann seinen Urlaub auf Formentera verbringen: Dank des ganzjährigen angenehmen Klimas, lässt sich die Insel auch in der Nebensaison gut erkunden – und das in aller Ruhe, da sich wesentlich weniger Touristen auf der Insel aufhalten als im Sommer.

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Mit einer überschaubaren Größe von 83,2 Quadratkilometern ist Formentera nicht nur die kleinste bewohnte Balearen-Insel, sondern eignet sich optimal, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet zu werden. Zudem laden mehr als zwölf paradiesische Strände auch im November noch zu Wasseraktivitäten ein, denn die Wassertemperatur beträgt auch dann noch durchschnittlich angenehme 20 Grad.

Neben sportlicher Aktivität dürfen für viele im Urlaub auch kulturelle Unternehmungen nicht fehlen. Ein Muss auf Formentera ist der Besuch des Leuchtturms Faro de la Mola, der schon in Jules Vernes Roman „Reise durch die Sonnenwelt“ Erwähnung fand.

Nach einem aktiven Tag an der frischen Luft rundet ein kulinarisches Erlebnis am Abend den Urlaubstag perfekt ab: Formentera wartet mit einem vielfältigen Angebot an traditionellen Gerichten auf, die nicht nur den Hunger der Urlauber stillen, sondern einige kulinarische Höhepunkte bieten wie zum Beispiel den Trockenfisch Peix sec.

Faro de la Mola auf Formentera
Der Faro de la Mola markiert den östlichsten Punkt auf Formentera. Bild: ©Tourismus Formentera/Jose A. Arribas

Outdoor-Aktivitäten

Formentera wartet mit einem weitläufigen Wander- und Radwegenetz auf: 32 grüne Routen mit einer Gesamtstrecke von mehr als 100 Kilometern warten darauf, erkundet zu werden und führen bis in die entlegensten Winkel der Insel. Die meisten von ihnen können sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad erkundet werden.

Die Strecke La Savina-Sant Francesc- Es Pujols kann beispielsweise in 85 Minuten zu Fuß erwandert werden – mit dem Fahrrad dauert es nur 30 Minuten. Die Route beginnt im Hafen von La Savina und umsäumt somit die große Salzlagune Estany Pudent im Norden der Insel zwischen den Ortschaften La Savina und Es Pujols gelegen. Aufgrund der salzigen Umgebung gedeihen in dem Terrain Binsen und Schild und bilden Sumpfgebiete, in denen zahlreiche Vogelarten beheimatet sind. Nicht nur begeisterte Hobby-Ornithologen können dort vor allem im Winter unter anderem Flamingos, Stelzenläufer oder Brandgänse beobachten. Auch die Salzbecken „Ses Salines“, die für ihre rosaroten und violetten Farben bekannt sind und zum Kulturerbe Formenteras gehören, liegen auf der Route. Weiter geht es nach San Francesc Xavier, der Hauptstadt Formenteras und gleichzeitig größter Ort der Insel, und schließlich zum charmanten Küstenort Es Pujols: Hier genießen Besucher bei einem Spaziergang entlang der Promenade den Blick aufs Meer.

Eine weitere kürzere Route, die in nur 30 Minuten zurückgelegt werden kann, führt von Es Cap nach Punta Rasa. Die Route ist die einzige, die westlich von Es Cap entlangführt und zeichnet sich dadurch aus, das auf einer Strecke von nur 2,2 Kilometern zwei komplett gegensätzliche Landschaften aufeinandertreffen: Die Wälder im Landesinneren auf der einen Seite und eine felsige, raue Küstenlandschaft auf der anderen Seite. Der erste Teil der Route verläuft entlang von Feigenbäumen gesäumten Feldwegen. Die Erträge der Felder die das landschaftliche Bild dieser Route ausmachen, dienen in erster Linie der Selbstversorgung der dort wohnhaften Familien. Angebaut werden hier unter anderem Kartoffeln oder Zwiebeln. Nach einer Weile wandelt sich die Umgebung von grünen Feldern zum Rotton der Felsen von Punta Rasa. Von den Klippen aus bietet sich eine besondere Aussicht: Geradeaus liegen die kleine Insel Vedrá und Ibiza und zur Rechten die Bucht Cala Saona mit den für Formentera typischen Bootshütten und einem idyllischen weißen Sandstrand.
Posidonia Seegraswiese Formentera
Die Posidonia Seegraswiesen sorgen wegen ihrer Filterfunktion unter anderemauch für dasklare Wasser vor der Küste Formenteras. Bild: © Turismo Formentera

Neben Wanderungen und Radtouren bietet Formentera zahlreiche weitere Sportmöglichkeiten, darunter auch eine breite Palette an Wassersportarten. Die besondere Form der Insel begünstigt dies: Formentera zeichnet sich durch eine 69 Kilometer lange Küstenlinie mit zahlreichen Buchten und Stränden aus. Zu den berühmtesten Stränden gehören der nach Osten ausgerichtete Strand Llevant und Ses Illetes, der sich im Nordwesten der Insel inmitten des Naturschutzgebietes Parque Natural de Ses Salines de Eivissa y Formentera befindet. Dank der Posidonia- Seegraswiesen, die als natürliche Kläranlage fungieren, ist das Wasser an den Stränden Formenteras kristallklar und ermöglicht damit ein – im wahrsten Sinne des Wortes – beeindruckendes Eintauchen in Formenteras Unterwasserwelt.

Urlauber haben unter anderem die Möglichkeit zum Windsurfen, Paddelsurfen, Tauchen, Schnorcheln, Kajakfahren und Segeln. Alle Aktivitäten werden sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene oder Profis angeboten. Zahlreiche Unternehmen bieten Kurse an, so zum Beispiel die städtische Segelschule Formentera und das Tauchcenter Formentera Divers – beide Einrichtungen sind auch im Herbst geöffnet. Ab kommendem Frühjahr öffnen dann auch die anderen beiden Tauchzentren der Insel Vellmarí und Orcasub wieder Ihre Türen. Alle drei Tauchzentren bieten neben Tauchkursen auch Schnorchelausflüge an. Ebenfalls ab kommenden Frühjahr wieder geöffnet haben das Wassersportcenter Wet 4 Fun, das neben Segeln, Windsurfing, Kayaking, Stand Up Paddling (SUP) und Tauchkursen unter anderem auch Yoga-Kurse oder Klippenspringen im Programm hat, sowie das Centro Náutico Formentera, das unter anderem auf den Bootsverleih sowie auf die Durchführung von Paddel- oder Kayak-Tagestouren spezialisiert ist.

Kunst und Kultur

Neben sportlichen Aktivitäten dürfen für viele im Urlaub auch kulturelle Unternehmungen nicht fehlen. Ein ganz besonderer Ort auf Formentera bietet nicht nur Kultur, sondern markiert gleichzeitig auch den höchsten und östlichsten Punkt der Insel: der Leuchtturm Faro de la Mola. Der weißgetünchte Riese zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Am Rand einer 120 Meter hohen Klippe auf der Hochebene La Mola gelegen, bietet der Ort einen eindrucksvollen Ausblick auf das Mittelmeer. Besonders bei Sonnenaufgang ist dies ein ganz besonderes Erlebnis. Schon der Schriftsteller Jules Vernes zog der Ort in seinen Bann – der Leuchtturm findet gar in seinem Roman „Reise durch die Sonnenwelt“ Erwähnung. Ihm zu Ehren befindet sich ein Monolith direkt neben dem Leuchtturm. Auch die Erkundung der umliegenden Gegend lohnt sich: Die Hochebene La Mola ist auch als „Insel innerhalb der Insel“ bekannt, da sie sich landschaftlich und aufgrund ihrer starken Persönlichkeit wesentlich vom restlichen Formentera unterscheidet: Die höhere Lage macht sich in kühleren Temperaturen bemerkbar, das Land ist besonders fruchtbar und durch die Abgeschiedenheit der Region ist es selbst in den Sommermonaten im Vergleich zum Rest der Insel sehr ruhig in der Gegend.

Seit 2019 befindet sich ein Kulturzentrum am Leuchtturm, in dessen Ausstellungsbereich die Besucher sich über das maritime Kulturgut Formenteras informieren können. Darüber hinaus gibt es einen Mehrzweckraum für Konzerte, Konferenzen und Theateraufführungen, in denen regelmäßig Veranstaltungen stattfinden. Eine Übersicht über alle aktuellen Events auf Formentera findet sich hier.

Seit dem 15. Oktober ist das Kulturzentrum von Dienstag bis Samstag jeweils von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

Kunsthandwerkermarkt La Mola Formentera
Der Kunsthandwerkermarkt La Mola ist der größte und bekannteste seiner Art auf Formentera. Bild: © Turismo Formentera

Auch künstlerisch Interessierte kommen auf Formentera auf ihre Kosten: Bereits seit den 1960er Jahren zieht es Künstler, Kunsthandwerker und Kreative auf die Insel, denen die unverwechselbaren Lichtverhältnisse und die Schönheit der Natur Formenteras als Quelle der Inspiration dienen. So finden sich auf der ganzen Insel Spuren von Kunsthandwerk, Kunst und Design. Lokale Künstler stellen ihre Werke in verschiedenen Ausstellungsräumen vor. Einer der bekanntesten ist der Sala d’Exposicions Ajuntament Vell auf dem Platz Plaza de la Constitución in der Hauptstadt Sant Francesc Xavier. Seit bereits zehn Jahren beherbergt dieser Wechselausstellungen von sowohl lokalen als auch internationalen Künstlern, Kollektiven und Kulturverbänden. Die Vernissagen finden in der Regel montags ab 20 Uhr statt und der Eintritt ist kostenlos.

So schmeckt Formentera

Aktivität macht hungrig: Die ausgezeichnete Gastronomie ist eine weitere Attraktion der Insel. Die typische Formentera-Küche besteht aus frischen lokalen Produkten.

Peix Sec - getrockneter Fisch Formentera
Der an der Sonne getrocknete Fisch (Peis sec) ist eine typische Delikatesse auf Formentera, der in verschiedenen Gerichten als Zutat verwendet wird. Bild: © Turismo de Formentera

Die durch die Abgeschiedenheit der Pityusen bedingte mangelnde Vielfalt an Produkten in Kombination mit der kreativen Verwendung von qualitativ hochwertigen Erzeugnissen brachten verschiedenste traditionelle Gerichte hervor, unter denen sich auch der Trockenfisch Peix sec befindet. Dem Peix Sec kommt eine ganze besondere Bedeutung zugute: In vergangenen Zeiten trockneten die Fischer auf der Insel den Fisch, um ihn haltbar zu machen und im Laufe des Jahres zu verzehren. Heutzutage hat sich diese Tradition in eine kulinarische Besonderheit der Insel verwandelt, welche von der internationalen Organisation Slow Food mit der „Arche des Geschmacks“ ausgezeichnet wurde. Der rochenartige Fisch ist die wichtigste Zutat im Bauernsalat Ensalada payesa, der in zahlreichen Restaurants auf der Insel angeboten wird.

Chiringuito Sundowner Formentera
Die temporären Chiringuito Strandhütten sind ein idealer Platz für einen entspannten Sundowner. Bild: © Turismo Formentera

Ein weiteres besonderes Produkt der Insel ist das „flüssige Salz“: ein natürliches, aus dem Meer stammendes Salz ohne Farbstoffe oder Geschmacksverstärker und mit einem geringem Natriumgehalt. Seine hohe Qualität ist primär der starken Filterung, Anreicherung mit Sauerstoff und Mineralstoffen aus dem Meer zu verdanken, für das nicht zuletzt die Wirkung des Seegrases Posidonia oceanica im Meeresschutzgebiet mit verantwortlich ist.

Zu den Gerichten können die Weine aus Formenteras einzigen zwei Weingütern – Terramoll in la Mola und Cao de Barberia – genossen werden. Auf Formentera gibt es seit jeher eine lange Weinbautradition: Auf der Insel werden auf einer Fläche von insgesamt fast 80 Hektar Weinreben angebaut. Das besondere an den Weinen der Insel ist, dass – anders als im Großteil Europas – nicht amerikanische, sondern mehrheitlich fränkische Rebstöcke kultiviert werden. Wer die edlen Tropfen gleich an der „Quelle“ verkosten möchte, hat Gelegenheit die beiden Weingüter zu besuchen und an geführten Touren teilzunehmen.

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    1 Kommentar zu „Aktivurlaub auf Formentera – nicht nur in der Nebensaison“

    1. Hannes Bartschneider

      Ich möchte bald mal wieder in den Urlaub. Ich würde gern einen Aktivurlaub dafür buchen um möglichst viel zu erleben. Gut zu wissen, dass viele Angebote auch für jedes Niveau, also von Anfänger bis Profi angeboten werden.

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