Nachfahren der Maya in Guatemala
Nachfahren der Maya-Völker sind immer noch recht präsent in Mittelamerika, hier in Guatemala. Bild: © CATA

Indigene Kulturen in Zentralamerika

In Zentralamerika und der Karibik gibt es immer noch viele verschiedene indigene Völker, die ursprünglich sogar ihre eigene Sprache hatten. Der Bevölkerungsanteil der indigenen Volksgruppen in den mittelamerikanischen Ländern reicht von 0,2 Prozent in El Salvador bis knapp 43 Prozent in Guatemala. Vor allem in Belize, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua können Besucher auf speziellen Touren, Töpfer- oder Web-Workshops in Berührung mit den Völkern kommen und mehr über die Besonderheiten der ethnischen Vielfalt in der Region lernen. Die Regierungen der mittelamerikanischen Länder haben teils besondere Projekte aufgelegt, um das kulturelle Erbe der indigenen Völker zu erhalten.
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Besonders präsent sind die Maya, deren mehr als 5 Millionen Angehörige fast überall in der Region leben. Zur Großgruppe der Maya zählen Ethnien wie die Cakchiquel, Ixil, Kekchi, Lenca, Mopan, Quiché oder Tzutuhil in Belize, El Salvador, Guatemala und Honduras. Diese Volksgruppen haben immer noch teils über 100.000 Mitglieder und einige davon sprechen auch heute noch aktiv ihre eigene Sprache. In Guatemala und Belize sind sie die größte Volksgruppe.

Das Gebiet der Maya erstreckte sich von Yucatán in Mexiko bis nach Belize, Guatemala, El Salvador und Honduras. Die Maya waren geschickte Bauern und entwickelten fortschrittliche Bewässerungs- und Terrassensysteme. Sie waren Astronomen mit großen Stern-Observatorien und hatten bereits einen genauen Kalender. Ebenso hatten die Maya etwa 300 vor Christus ein eigenes Schriftsystem geschaffen. Mittlerweile spielt diese Schrift außer im Schulunterricht oder in der Folklore allerdings kaum noch eine Rolle.

Nachfahrin der Lenca webt Fäden zu einem Stoff
Eine Nachfahrin der Lenca, die ebenfalls zur Großgruppe der Maya gehören, webt bunte Fäden zu einem Stoff. In Chichicastenango in Guatemala findet zweimal die Woche ein Markt statt, auf dem Maya-Nachfahren ihre Produkte verkaufen. Die Kirche Santo Tomás steht auf den 18 Stufen eines ehemaligen Maya-Tempels. Bild: © CATA

Besonders sehenswert sind heute die Maya-Stätten in Mittelamerika: In Guatemala befinden sich der Archäologische Park von Tikal und Yaxha mitten im Dschungel des nördlichen Departamento Petén und die Maya-Stätte Quiriguá im Departamento Izabal mit Stelen, die teils 10 Meter hoch sind. Die Maya-Kultur ist heute noch lebendig beim farbenfrohen Markt von Chichicastenango westlich von Guatemala-Stadt, der dienstags und donnerstags geöffnet ist. Hier wird Kunsthandwerk, Textilien sowie Gemüse und Obst verkauft. Die Kirche Santo Tomás im Ort wurde im 16. Jahrhundert auf einem Maya-Tempel gebaut. So führen immer noch 18 Stufen (eine für jeden Monat des Maya-Kalenders) zu der Kirche. Hier wurde 1972 eines der wichtigsten Bücher der Maya, das Popol Vuh, gefunden. Besonders in den zwei Gemeinden San Marcos de Laguna und San Antonio de Palopó am Atitlán-See in Zentral-Guatemala leben noch viele Nachkommen der Maya.

Auch in Belize kann man noch zahlreiche Maya-Stätten bewundern, darunter Caracol, die größte Maya-Stätte des Landes. Die Stätten Xunantunich im Westen und Lamanai im Osten des Landes liegen beide mitten im Urwald und können auch per Boot erreicht werden. Zur Maya-Kultur gehörte auch der Kakao, so zeigen spezielle Touren, wie die Maya die Kakaobohne rösteten und mahlten.

In El Salvador ist ein Besuch von Joya de Cerén, gut 30 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt San Salvador, zu empfehlen. Dieses Maya-Dorf zeigt als eine der wenigen Stätten das alltägliche Leben der Maya: Da es 650 beim Ausbruch des Vulkans Loma Caldera bedeckt wurde, ist diese Stätte besonders gut konserviert und gilt als das Pompeji Mittelamerikas. Seit 1993 ist sie UNESCO Weltkulturerbe.

Garifuna Nachfahren der Arawak
Die Garifuna sind eine Volksgruppe aus Nachfahren der Arawak und westafrikanischer Sklaven. Bild: © CATA

Einige Volksgruppen haben sich mit anderen Völkern vermischt. So sind neue ethnische Gruppen entstanden wie etwa die Garifuna: Als Nachfahren der Arawak und westafrikanischer Sklaven leben über 100.000 von ihnen vor allem an der Karibikküste Mittelamerikas in Belize, Honduras, Guatemala und Nicaragua. Die UNESCO erklärte ihre Sprache, ihre Musik und den Punta-Tanz zum Weltkulturerbe.

In Panama sind 12 Prozent der Bevölkerung von 4,4 Millionen indigener Abstammung. Diese gehören zumeist einem der folgenden sieben Völker an: Ngäbe-Buglé, Guna / Kuna, Emberá, Wounaan, Bribri, Bokota und Naso Tjërdi. Knapp 200.000 Menschen, fast acht Prozent davon, sind Guaymí, die sich in die Ngäbe und die Buglé aufteilen. Die meisten von ihnen leben im Westen des Landes vor allem in Bocas del Toro, Chiriquí und Veraguas. Gut 100.000 Menschen, 2,4 Prozent der indigenen Bevölkerung, gehören den Kuna an. Diese Volksgruppe ist bekannt für ihre weiblichen Gottheiten und den goldenen Nasenschmuck der Frauen. Besonders beeindruckend sind die meist graphisch bunt bestickten Tücher und Oberteile der Kuna-Frauen in der Mola-Nähkunst. Im Osten Panamas leben etwa 7.000 Emberá, die sich teilweise dem Tourismus geöffnet haben, handwerkliche Produkte anbieten, aber weiterhin einen naturnahen Lebensstil pflegen. Typisch sind bei den Emberá die dunkelblauen bis schwarzen Zeichnungen auf der Haut, die vor der Sonne schützen sollen. Sie werden mit dem Saft der Jagua-Frucht aufgetragen und halten etwa 10 Tage.

Kuna in Panama bestickt eine Mola
Die Kuna in Panama sind bekannt für ihre reich bestickten "Mola". Die Emberá leben mitten im Urwald und schützen sich vor der Sonne mit dem Saft der Jagua-Frucht auf ihrer Haut. Bild: © CATA

Von der Ethnie der Náhuatl-Pipil leben in El Salvador, Guatemala und Honduras etwa 250.000 Menschen. Sie bewahren ihre Sprache und die Traditionen ihrer Kultur besonders sorgsam.

Kleinere nennenswerte Völker sind etwa die Achí in Guatemala, sowie die Miskito, die Mayangna, die Ulwa, die Rama und die Chorotega in Honduras und Nicaragua.

Text: Insa Witte

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