Nach rund eineinhalbjährigen Arbeiten eröffnete die historische Markthalle von Gdańsk (Danzig) unlängst wieder ihre Pforten. Das Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert bietet nun Restaurants, Street Food, Lebensmittelhandel und Kultur. Im Untergeschoss macht eine Ausstellung Grabungsfunde aus dem 12. bis 14. Jahrhundert zugänglich.
Bereits im Mittelalter hatten die Dominikaner an ihrem Kloster einen Markt abgehalten. Seine Tradition wird bis heute im historischen Stadtzentrum fortgeführt, das Kloster aber wurde 1840 abgerissen. Die heutige Markthalle entstand dort zwischen 1894 und 1896 nach Plänen des Danziger Architekten Kurt Fehlhaber. Mit ihrer Backsteinfassade und den filigranen Deko-Säulen ist das Gebäude am Rande der historischen Rechtstadt ein echter Hingucker. Den Zweiten Weltkrieg überstand das neogotische Bauwerk nahezu unbeschadet.
Nach den Erneuerungsarbeiten verfügt die Markthalle nun über mehr als 4.700 Quadratmeter Nutzfläche auf drei Ebenen. Im Erdgeschoss liegt der Street-Food-Bereich. 17 Angebote bieten gastronomische Erlebnisse von Georgien über Indien und Südostasien bis nach Mexiko. Zwei Bars und eine zentrale Bühne ergänzen die Fläche. Besucher können hier kulturelle Veranstaltungen, Workshops und Konzerte erleben. Im Obergeschoss sind drei Restaurants mit italienischer, polnischer und Fusionküche sowie ein Sea-Food-Restaurant untergebracht.
Das Untergeschoss steht unter dem Motto „Deli“ und knüpft an die frühere Funktion der Markthalle an. Hier befinden sich die klassischen Marktstände mit frischen Lebensmitteln und allerlei Spezialitäten aus Polen und der ganzen Welt. Die dortige Bar serviert neben Getränken auch kleine Gerichte aus den Produkten der Händler.
In der untersten Ebene können Besucher zudem die Relikte einer romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert und die Überreste eines Kalkofens aus dem 14. Jahrhundert sehen. Sie wurden im Zuge der archäologischen Arbeiten vor der Modernisierung gefunden. Interaktiv wird die Geschichte des Ortes von der mittelalterlichen „Dominikaneraue“ bis zur Gegenwart erzählt. Die Ausstellung zeigt außerdem weitere Fundstücke aus der Zeit bis ins frühe 20. Jahrhundert.
Im Zuge der Restaurierungsarbeiten wurde auch das Umfeld der Halle erneuert. So wurde der Plac Dominikański zu einem Forum für Begegnungen, Veranstaltungen und zum Verweilen umgestaltet. Auf der Fläche gibt es neues Grün, ansprechende Sitzgelegenheiten, eine Sommerbühne und Platz für Foodtrucks. Nördlich des Gebäudes wird an Wochenenden zudem wieder ein Gemüse- und Obstmarkt eingerichtet.