Sand soweit das Auge reicht – Wer in Polens Süden unterwegs ist, kann sich an der Grenze von Schlesien zu Kleinpolen davon überzeugen, dass es dort eine Wüste gibt. Seit einem Jahr führt die Radroute „Velo Pustynia“ einmal rund um die kleine Błędów-Wüste und hat sich seitdem zu einem Publikumshit entwickelt.
Ein Jahr nach ihrem Start gehört die Velo Pustynia zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region. An sonnigen Tagen nutzen die Route nach Angaben der Gemeinde Klucze täglich bis zu 3.000 Besucher zu Fuß und mit dem Rad. Die Strecke liegt an der Grenze zwischen den Woiwodschaften Małopolskie (Kleinpolen) und Śląskie (Schlesien). Sie verbindet die Aussichtspunkte Róża Wiatrów (Windrose), Czubatka in Klucze und Dąbrówka in Chechło.
Die rund 17 Kilometer lange Route führt einmal rund um die Pustynia Błędowska. Ihr markantester Abschnitt ist ein 400 Meter langer Steg über dem feuchten Tal der Biała Przemsza, der stellenweise bis zu vier Meter über dem Gelände verläuft. Die Gemeinde plant weitere touristische Investitionen. Vorgesehen ist ein etwa 50 Meter hoher Aussichtsturm, der auf dem stillgelegten Schacht eines Bergwerks entstehen soll. Außerdem soll die Radroute Velo Pustynia mit dem nahen Velo Przemsza verbunden werden.
Mit 33 Quadratkilometern ist die Pustynia Błędowska Polens größtes Gebiet mit Flugsanden und zudem Natura 2000-Schutzgebiet. Sie entstand durch Abholzungen und eine Absenkung des Grundwasserspiegels in Folge des hiesigen Bergbaus. Im 20. Jahrhundert wurde sie als Truppenübungsplatz genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Natur den Raum zurückzuerobern. Seit rund 20 Jahren wird die Wüste wieder von Wildwuchs befreit und als Naherholungsziel für die Großräume Kraków (Krakau) und Katowice (Kattowitz) genutzt.