Sprachreise-Buchungen 2020 coronabedingt um 85 Prozent eingebrochen

Sprachreise-Veranstalter verzeichnen einen Teilnehmerrückgang um 85 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Sprachreise-Branche wird mit ihrer Angebotsvielfalt im Bereich der sprachlichen Aus- und Weiterbildung im Ausland Pandemie-bedingt in die Knie gezwungen.

Die aktuellen Ergebnisse der Sprachreisen-Marktanalyse, die der Fachverband Deutscher Sprachschulen und Sprachreise-Veranstalter (FDSV) in Kooperation mit der Hochschule Heilbronn durchgeführt hat, spiegeln die Marktzahlen des Geschäftsjahres 2020 wieder. 18 Sprachreise-Veranstalter haben an der repräsentativen Umfrage teilgenommen, was einen Anteil von 18,95 % des Gesamtmarktes wiederspiegelt.

Nach aktuellen Erkenntnissen schätzt der FDSV die Anzahl der Anbieter von Sprachreisen in Deutschland auf ca. 95 und geht von ca. 160.000 Sprachreisenden aus Deutschland aus. Diese Hochrechnung basiert auf den Daten der Markterhebung von 2018/2019.

Durch die Corona-Pandemie sind die Zahlen bei den Reiseteilnehmern um 84,57 % und beim Umsatz um 82,71 % eingebrochen, wodurch ein Vergleich zu den Vorjahren nicht möglich ist.

Englisch behauptet mit 64,27 % aller gebuchten Sprachreisen weiterhin unangefochten seinen Spitzenplatz als wichtigste Zielsprache.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der hohe Wert jedoch um 14,79 Prozentpunkte eingebrochen. Während Englisch-Sprachreisen bei den Erwachsenen 50,69 % ausmachen, liegt der Anteil bei den Jugendlichen bei 85,94 %.

Großbritannien lag im Länderranking immer unangefochten an erster Stelle. Corona-bedingt verzeichnet Großbritannien im Vergleich zum Vorjahr anteilig nur 20,40 %. Der „Klassiker“ wurde durch Malta auf den zweiten Platz verdrängt und verlor insgesamt 29,71 Prozentpunkte.

Malta hat sich mit 22,70 % an die Spitze gesetzt, was eine Steigerung um 5,23 Prozentpunkte ausmacht.

Der Anteil der Erwachsenen an der Gesamtzahl der Teilnehmer ist in diesem Betrachtungsjahr mit 68,42 % deutlich größer als der der Schüler mit nur 31,59 %.

Durchschnittlich dauerte eine Sprachreise knapp 14 Tage und kostete 1.413 Euro, was eine Preissteigerung von 12,05 % zum Vorjahr ausmacht. Somit ist der durchschnittliche Reisepreis nach zwei rückläufigen Jahren in Folge wieder gestiegen.

Sprachcamps in Deutschland bzw. in den angrenzenden deutschsprachigen Ländern waren mit 13,31 % – eine Steigerung um 11,18 Prozentpunkte – aufgrund der Corona-Pandemie eine beliebte Alternative zur Reise ins Ausland.

Die durchschnittliche Dauer einer Sprachreise betrug knapp zwei Wochen (1,92 Wochen) und ist somit im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.

Für Fernziele wie Australien, Neuseeland oder Südafrika wurden hingegen mindestens drei bis vier Wochen veranschlagt.

Den größten Anteil der Teilnehmer gab es mit 37,28 % in der Altersgruppe der 18- bis 30-Jährigen. 27,66 % der Teilnehmer waren zwischen 14 und 17 Jahre alt und 24,82% stellte die Zielgruppe der berufstätigen Teilnehmer in der Altersgruppe zwischen 31 und 49 Jahren dar. Die Zielgruppe 50-plus lag bei 6,32 %, was ein Rückgang um 1,19 Prozentpunkte bedeutet. Einen wohl ersten Sprachaufenthalt traten Corona-bedingt im letzten Jahr nur 3,93 % in der Altersgruppe der 6- bis 13-Jährigen an, was einen Rückgang um 12,51 Prozentpunkte ausmacht. Von den Sprachreiseteilnehmern in der Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen nahmen 8,23 % an Erwachsenen-Kursen teil.

Die diesjährigen Ergebnisse der Markterhebung erscheinen nach 13 Monaten Corona-Pandemie. Die Sprachschul- und Sprachreisebranche ist seit 16. März 2020 quasi zum völligen Erliegen gekommen. Trends und Ausblicke sind trotz verstärktem Impfen und flächendeckenden Corona-Tests unter den momentanen Umständen nur schwer möglich.

Sprachschulen und Sprachreiseanbieter versuchen seither mit alternativen Online- und Hybrid-Sprachkursen die schwierige Lage weiter zu überbrücken.

Es zeigt sich jedoch deutlich: Der Bedarf nach Weiterbildungsangeboten im Bereich Sprache ist weltweit ungebrochen hoch. Und eines ist sicher: Die Hygienekonzepte der Sprachschulen und Veranstalter funktionieren gut – dies hat der letzte Sommer bewiesen!

Die Orientierung kann ganz einfach sein. Der Fachverband Deutscher Sprachschulen und Sprachreise-Veranstalter (FDSV), ein Zusammenschluss von 33 führenden Sprachschulen in Deutschland und Sprachreise-Veranstaltern mit weltweiten Angeboten, hilft bei der Auswahl und steht für geprüfte Qualität.

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