Neues Seehaus als Anbau für Schloss Wernersdorf

Seehaus von Schloss Wernersdorf
Das Seehaus von Schloss Wernersdorf wurde fertiggestellt. Bild: © Christopher Schmidt-Münzberg

Zum Geburtstag darf man sich auch mal selbst etwas schenken. Bei Ingrid und Hagen Hartmann ist das Präsent zu ihren runden Ehrentagen etwas größer ausgefallen. Es hat 23 Zimmer, zwei Suiten und hört auf den Namen Seehaus. Der moderne Anbau des barocken Schlosshotels in Pakoszów (Wernersdorf) grenzt direkt an die idyllischen Teiche des Schlossparks.

Im Jahr 2005 hat das pensionierte Ärztepaar aus dem Saarland den verfallenen Familienbesitz in Niederschlesien wieder erworben und sieben Jahre später dort das erste 5-Sterne-Hotel der Region eröffnet. Sie knüpfen damit an die lange Geschichte des barocken Hauses an, das einst eine Leinenbleiche mit repräsentativen Wohn- und Gesellschaftsräumen verband und berühmte Gäste wie Friedrich II. und den späteren US-Präsidenten Quincy Adams empfing.

Der Bremer Architekt Christopher Jan Schmidt, der bereits den Wiederaufbau des barocken Haupthauses verantwortete, hat nun mit dem neuen Flügel ein ganz bewusstes Kontrastprogramm zum romantischen Schloss geschaffen: Die modernen, lichtdurchfluteten Zimmer und Suiten mit Eichen-Parkett, großen Balkonen oder Terrassen direkt am Wasser präsentieren sich in einem gelungenen Mix aus Möbel-Klassikern der 1950er Jahre und antikem Mobiliar. Rohe Waschbeton-Decken mischen sich mit hochwertigen Stoffen in floralen, opulenten Dessins, dänische Designer-Loungesessel in Wassertönen laden im Freien mit Blick auf das Riesengebirge und die Schwanenfamilie auf dem Teich zum Träumen ein.

In den Fluren locken Skulpturen in bodentiefen Glas-Erkern zum Verweilen und Betrachten. Neben all dem Kontrast zum Schlossgebäude findet sich aber auch Verbindendes, das für eine sanfte Balance zwischen Historischem und Neuem sorgt. So ist die Rückseite des Gebäudes teilweise mit Schiefer verkleidet, ein Material, das sich auch an der Außenwand des Schlosses findet. Ketten leiten das Regenwasser kaskadenförmig durch das schwarze Sedimentgestein.

Mit dem Seehaus hat sich das Übernachtungsangebot in Pakoszów mehr als verdoppelt. Die neuen, geräumigen Zimmer sind durch ihren einheitlichen Standard auch ideal für private Reisegruppen und Firmen-Veranstaltungen. Architektonisch besonders gelungen ist die Verbindung zwischen altem Schloss und neuem Seehaus: Dort ist ein neuer Restaurant- und Bankettbereich im Boutique-Stil entstanden. Auf einem Glasboden, unter dem der Hausbach idyllisch plätschert, laden runde, dunkle Tische und Stühle im minimalistischen Look samt goldener Designer-Leuchten zu Gala-Dinner, Hochzeiten und anderen Festivitäten ein. Küchenchef Robert Szepielak setzt wie im Schlossrestaurant auf eigene, ganz besondere Interpretationen polnischer Küche, die von kreativ-regional bis zu Fusion cuisine reicht, abgerundet durch ausgesuchte Weine aus besten Lagen.

An den klassischen Ruhestand denkt das Besitzerpaar auch nach der feierlichen Eröffnung des neuen Seehauses nicht. Ingrid Hartmann hat eine lange Liste von Arbeiten im Schloss, die noch dringend erledigt werden müssen, bevor sie für kurze Zeit zur Familie ins Saarland fahren. Danach geht es schon wieder auf die 800 Kilometer lange Tour in die zweite Heimat, denn im August ist Schloss Wernersdorf einer der Veranstaltungsorte des Festival dell’arte im Hirschberger Tal.

Pakoszów liegt unweit von Jelenia Góra (Hirschberg) eine gute Autostunde von Görlitz entfernt.

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