Installation in Danzig erinnert an Widerstandskampf der Arbeiter

Seit kurzem können Besucher des Europäischen Zentrums der Solidarność (ECS) auf der Danziger Werft eine besondere Installation sehen – und selbst nutzen. „170 cm groß“ heißt die Holzplattform, die unmittelbar am berühmten Tor Nr. 2 der einstigen Leninwerft aufgestellt wurde. Das Werk der bekannten Danziger Künstlerin Dorota Nieznalska will Zeitgeschichte erlebbar machen. Besucher können vom Bauwerk aus die Umgebung aus der Perspektive Lech Wałęsas erleben.

Nachdem 1970 an dieser Stelle ein erster Streikversuch der Werftarbeiter blutig niedergeschlagen wurde, stand das Tor nur zehn Jahre später wieder im Fokus der weltweiten Aufmerksamkeit. Während der Auguststreiks wurde das mit dem Papstbild geschmückte Tor zum Symbol des Widerstandskampfes der Arbeiter gegen die Volksrepublik. Am 31. August verkündete Streiksprecher Wałęsa dort die Ergebnisse der Augustabkommen. Die Regierung hatte die Gründung unabhängiger Gewerkschaften legalisiert. Die aktuellen Streiks fanden somit ein Ende.

Die Installation spielt auf die Körpergröße Wałęsas an: 170 cm, die Geschichte schrieben. Sie ist genau an dem Ort errichtet, an dem der Trafowagen stand, von dem der spätere polnische Staatspräsident seine Rede mit den Worten „Wir haben endlich unabhängige, selbstverwaltete Gewerkschaften!“ begann. Umfang und Höhe entsprechen ebenfalls dem Wagen. Besucher sind eingeladen, die Anlage als Fotokulisse zu nutzen.

Die Künstlerin selbst ist eng mit der Geschichte der Werft verbunden. Ihr Vater Bogusław Nieznalski war in der Opposition tätig. Als Fotograf dokumentierte er seit 1977 deren Arbeit, wie auch die Streiks, den Kriegszustand und allgemein die politische Entwicklung der Zeit. Bis heute sind seine Arbeiten im Centre Pompidou, der Vatikanbibliothek und dem ECS zu sehen.

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