Unteres Odertal in Polen soll Nationalpark werden

Unteres Odertal polnische Seite Nationalpark
Das untere Odertal soll auch auf polnischer Seiten Nationalpark werden. Bild: © Piotr Piznal

Das Untere Odertal ist ein Vogelparadies und ein Mekka für Wassertouristen. Auf deutscher Seite stehen weite Teile der Flusslandschaft bereits seit 1995 als Nationalpark unter strengem Schutz. Schon im kommenden Jahr könnte auch auf polnischer Seite ein Nationalpark entstehen.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das wilde Odertal durch Flussbegradigung und den Bau der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße besser schiffbar gemacht. Zwischen den beiden Hauptströmen entstand zwischen 1906 und 1932 ein Poldersystem mit zahlreichen Entwässerungskanälen und Wehren. Nach 1945 lag das Gebiet mit seinen weitläufigen Schwemmwiesen im Schatten der neuen polnisch-deutschen Grenze. So konnte die Natur dort wieder frei Fuß fassen und sich zu einem Schutzraum für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten entwickeln. Auch Wolf und Elch haben sich in den vergangenen Jahren dort gezeigt.

Bereits 1992 wurde von der Bundesrepublik Deutschland, der Republik Polen sowie dem Land Brandenburg und der Woiwodschaft Westpommern vereinbart, ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet beiderseits der Oder einzurichten. Ein Jahr später entstanden auf polnischer Seite der Landschaftsschutzpark Unteres Odertal sowie der Landschaftspark von Cedynia (Zehden). Zwei Jahre später wurde auf westlicher Seite auf der einzigen intakten Polderlandschaft Deutschlands der Nationalpark Unteres Odertal gegründet.

Nun könnte auch auf polnischer Seite ein Nationalpark entstehen. Bereits Ende 2023 hatten die drei Anliegergemeinden Widuchowa (Fiddichow), Kołbaskowo (Kolbitzow) und Gryfino (Greifenhagen) ihre generelle Zustimmung für dieses Vorhaben signalisiert. Nun kündigte das polnische Umwelt- und Klimaministerium an, sich des Themas anzunehmen. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Naturschutzinitiativen, Gemeinden und der Woiwodschaft soll den Dialog mit Anwohnern und Unternehmen führen. Ziel ist es, den Naturschutz mit den Belangen des Tourismus, der Fischereiwirtschaft und der Anwohner unter einen Hut zu bringen. Als ambitionierten Zeithorizont hat Vizeminister Mikołaj Dorożała eine Ausweisung zum Beginn des kommenden Jahres ausgerufen. Es wäre der erste neue Nationalpark in Polen nach Gründung des Nationalparks Warthemündung im Jahr 1992.

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