Marillen-Plantage Tiroler Oberland
Der Anbau der Marille oder Aprikose ist auch im niederschlagsarmen Klima des Tiroler Oberlandes möglich. Auf 1.000 Höhenmetern wächst die größte und höchstgelegene Marillen-Plantage Österreichs. Bild: © TVB Tiroler Oberland Kurt Kirschner

Besuch auf der höchstgelegenen Marillen-Plantage im Tiroler Oberland

Das Wort Hochgenuss kommt im Tiroler Oberland zu seiner wahren Bedeutung. Denn hier kann man in hohen Höhen kulinarische Köstlichkeiten genießen – auch und vor allem die Marille. Und das in all ihren Varianten – als Frucht, als Likör, als Brand, als Marmelade oder in einem süßen Strudel. Die Marille oder Aprikose aus Österreich kennt man vor allem aus der Wachau. Aber auch das Tiroler Oberland bietet zum Anbau ein hervorragendes Klima – sogar auf rund 1.000 Metern Seehöhe. Das ist außergewöhnlich und ist auch ein außergewöhnlicher Genuss.

Das niederschlagsarme Klima in Prutz sorgt für ein einzigartiges Fruchtaroma: Die so genannte Bergmarille verdankt ihre Existenz mutigen Obstbauern und Winzern, wie zum Beispiel dem Chef der Feindestillerie Gerhard Maass in Prutz. Der Turabauer, so der Name seines Hofes, bewirtschaftet hier im Tiroler Oberland, gleich am Eingang des Kaunertals, die größte und höchstgelegene Marillen-Plantage Österreichs. Wie das geht? Das liegt an dem sogenannten „Inneralpinen Trockenklima“. Das Tal ist von hohen Bergen eingebettet und dadurch geschützt gegen atlantische und polare Kaltluft. Somit ist die Region auch sehr niederschlagsarm und man genießt hier besonders viele Sonnenstunden. Von über 10.000 Bäumen auf sechs Hektar erntet Gerhard Maass bis zu 15 Kilo pro Baum der gelb-roten Aromafrucht. Daraus werden Edelbrände und Fruchtliköre gebrannt. Die Tiroler Bergluft, das kristallklare Quellwasser und die liebevolle und gekonnte Weiterverarbeitung in Kombination mit hervorragendem Obst ermöglichen Produkte von höchster Güte. „Ich begann 2003 mit dem Projekt „Tiroler Bergmarille“, mit einer kleinen Fläche von zwei Hektar. Mittlerweile sind daraus fünf Hektar geworden, eine der größten Anlagen Österreichs“, erzählt Gerhard Maass stolz. „Durch die kühlen Nächte und heißen Tage haben unsere Marillen eine besonders schöne Ausfärbung und Aromatik“. Alle Liköre zeichnen sich durch hohen Fruchtanteil und niedrigen Zuckergehalt aus. Aufgrund der einzigartig hohen Qualität wurden die Brände aus dem Hause Maass schon mehrfach bei den World Spirits Awards ausgezeichnet.
Bergmarillenbaum Hof Gerhard Maass Tiroler Oberland
Gerhard Maass erntet auf seinem Hof von über 10.000 Bäumen auf sechs Hektar 15 Kilo pro Baum der gelb-roten Bergmarille. Daraus werden Edelbrände und Fruchtliköre gebrannt – mit hohen Fruchtanteil und niedrigen Zuckergehalt. Spirituosen aus dem Hause Maass wurden schon mehrmals bei den World Spirits Awards ausgezeichnet. Bild: © Gerhard Maass
Drei Stationen der Tiroler Schnapsroute liegen im Tiroler Oberland: Das Brennen hat in Tirol eine jahrhundertelange Tradition. Besucher können auf der Tiroler Schnapsroute und bei geführten Wanderungen die Geheimnisse der Destillierkunst kennenlernen und bei hochprozentigen Kostproben mit den Experten über die Marille philosophieren. Im alten Europa galt sie zum Beispiel als Aphrodisiakum, William Shakespeare nutzte dieses Wissen in „Ein Sommernachtstraum“. In China steht die Marille als Symbol für weibliche Schönheit und für den Wunsch nach Kindern. Im Tiroler Oberland ist sie der Garant für herrlichen Genuss. Und hier im Tiroler Oberland gibt es gleich drei interessante Adressen entlang der Tiroler Schnapsroute um Obstbrände zu probieren: Maass Brand, die Brennerei Heinz Kofler in Prutz sowie die Brennerei Peter Gspan in Pfunds. Aber die Möglichkeit, die veredelte Tiroler Bergmarille zu kosten, gibt es ausschließlich beim Turabauer Gerhard Maass.

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