Braune Wassermassen in Funchal bei der Unwetterkatastrophe 2010
Braune Wassermassen in Funchal bei der Unwetterkatastrophe im Februar 2010. Bild: Andreas Gehret from Hamburg, Germany, CC BY 2.0

Madeira 2010: Die Unwetterkatastrophe und ihre Folgen

Am Morgen des 20. Februar 2010 regnete es auf Madeira. Das war zunächst nichts Ungewöhnliches. In den Bergen der Insel fallen während des Winters regelmäßig große Niederschlagsmengen. Doch an diesem Samstag wurde aus dem Regen innerhalb weniger Stunden eine Katastrophe. Wasser stürzte von den Berghängen in die Täler. Bäche schwollen zu reißenden Strömen an. Erdrutsche rissen Erde, Felsblöcke, Bäume und Teile von Straßen mit sich. In Funchal drangen braune Wassermassen in das Stadtzentrum ein. Autos trieben durch die Straßen. In Ribeira Brava erreichte eine Mischung aus Wasser und Geröll die dicht bebaute Küstenzone.

Am Ende wurden 42 Todesopfer zweifelsfrei identifiziert. Sechs vermisste Menschen erklärte die portugiesische Justiz später ebenfalls für tot. Hunderte wurden verletzt, zahlreiche Familien verloren ihre Häuser. Der 20. Februar 2010 gehört zu den einschneidendsten Tagen in der jüngeren Geschichte Madeiras.

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Eine außergewöhnliche Wetterlage

Über dem Nordatlantik hatte sich ein starkes Tiefdruckgebiet entwickelt. Das Zentrum lag nördlich der Azoren. Ein damit verbundenes Frontensystem zog über Madeira und führte sehr warme, feuchte und instabile Luft an die Insel heran. Diese Luftmassen trafen auf ein Gebirge, das sich auf engem Raum vom Meer bis auf mehr als 1.800 Meter Höhe erhebt. An den Berghängen wurde die feuchte Luft zum Aufsteigen gezwungen. Sie kühlte ab, und große Mengen Wasser regneten innerhalb kurzer Zeit aus.

Die Messwerte zeigen, wie ungewöhnlich das Ereignis war. An der Wetterstation Pico do Areeiro wurden am 20. Februar innerhalb von 24 Stunden 387,1 Millimeter Niederschlag registriert. Das entspricht gut 387 Litern Wasser auf jedem Quadratmeter. In der intensivsten Stunde fielen dort 78,5 Millimeter, in nur zehn Minuten 15,4 Millimeter. In Funchal summierte sich die Tagesmenge auf 144,3 Millimeter. Davon fielen 51,3 Millimeter innerhalb einer Stunde. Die Station in Lugar de Baixo bei Ponta do Sol registrierte mindestens 95,3 Millimeter, fiel im Laufe des Tages jedoch aus. Auch andere Messstellen konnten wegen der extremen Bedingungen zeitweise keine vollständigen Daten mehr liefern.

Der Boden war bereits feucht. Schon am 2. Februar hatte ein starkes Regenereignis Teile Madeiras getroffen. In Funchal wurden an diesem Tag knapp 130 Millimeter gemessen, am Pico do Areeiro sogar mehr als 280 Millimeter. Als der zweite Starkregen folgte, konnten manche Böden nur noch wenig zusätzliches Wasser aufnehmen.

Vom Regen zum Geröllstrom

Wasser allein erklärt die Zerstörungen nicht. Madeira besteht aus vulkanischem Gestein. Die Insel besitzt steile Hänge, tief eingeschnittene Täler und zahlreiche kurze Wasserläufe, die große Höhenunterschiede auf wenigen Kilometern überwinden. Viele dieser Bäche, auf Portugiesisch Ribeiras genannt, führen bei trockenem Wetter kaum Wasser. Nach starkem Regen reagieren sie sehr schnell.

Am 20. Februar lösten sich an zahlreichen Hängen flache Erdrutsche. Wissenschaftler erfassten später mehr als 1.200 Rutschungen, vor allem im Zentrum und im Süden der Insel. Erde, lockeres Gestein und Pflanzenreste gelangten in die Wasserläufe. Dort verbanden sie sich mit dem abfließenden Regenwasser.

Serra de Água schmales Tal mit steilen Berghängen
In den schmalen Tälern mit steilen Berghängen, wie hier bei Serra de Água, sammelten sich die Regenmassen und verdichteten sich zu reißenden Strömen in Richtung der Ortschaften an der Küste. Bild: Vitor Oliveira, CC BY-SA 2.0

So entstanden Ströme, die wesentlich schwerer und zerstörerischer waren als gewöhnliches Hochwasser. Sie transportierten große Felsblöcke, Baumstämme und Schlamm talwärts. An Brücken, Verengungen und Kurven blieben Teile des Materials hängen. Hinter solchen Hindernissen staute sich das Wasser kurzzeitig auf, bis die Blockaden brachen oder die Strömung einen anderen Weg nahm. Straßen wurden dadurch selbst zu Wasserläufen. Bereiche, die nicht unmittelbar am Bachbett lagen, gerieten plötzlich ebenfalls in Gefahr.

Funchal unter Wasser

Funchal wird von drei größeren Ribeiras durchzogen: der Ribeira de João Gomes, der Ribeira de Santa Luzia und der Ribeira de São João. Sie entspringen in den Bergen oberhalb der Stadt und münden im Zentrum in den Atlantik.

Die Wasserläufe sind in den unteren Stadtteilen seit langer Zeit befestigt und kanalisiert. Am 20. Februar reichte ihre Kapazität nicht aus, um die Mischung aus Wasser, Schlamm, Holz und Gestein aufzunehmen. Material sammelte sich an Engstellen und Brücken. Die Strömung trat über die Begrenzungen und ergoss sich in die umliegenden Straßen. In der Innenstadt stand das Wasser teilweise meterhoch. Geschäfte, Wohnungen, Tiefgaragen und öffentliche Gebäude wurden überflutet. Fahrzeuge prallten gegeneinander oder wurden bis zur Küste mitgerissen. Auf Bildern dieses Tages ist zu sehen, wie sich braune Wellen durch Straßen bewegen, die normalerweise zum geschäftigen Zentrum der Inselhauptstadt gehören.

Heftiger Wellengang während der Unwetterkatastrophe auf Madeira 2010
Die massiven Regenfälle während der Unwetterkatastrophe auf Madeira 2010 wurden begleitet von heftigem Wellengang. Bild: Andreas Gehret from Hamburg, Germany, CC BY 2.0

Im Hafen und an der Küste verfärbte das mitgeführte Erdreich das Meer. Gleichzeitig sorgten starker Wind und hoher Wellengang für schwierige Bedingungen. Die Hauptgefahr kam jedoch von den Bergen und aus den überlasteten Wasserläufen, nicht vom Atlantik.

Ribeira Brava und das enge Tal

Auch Ribeira Brava wurde schwer getroffen. Der Ortsname bedeutet übersetzt „wilder Fluss“. Am 20. Februar bekam diese Bezeichnung eine bedrückende Aktualität.

Das Einzugsgebiet reicht weit in das gebirgige Inselinnere hinein. Rund um Serra de Água und Encumeada sammeln sich Niederschläge aus steilen Hängen und Seitentälern. Der Abfluss konzentriert sich anschließend auf das schmale Tal, an dessen Ausgang das Zentrum von Ribeira Brava liegt.

Ribeira Brava Ortszentrum vor steilen Berghängen
Die Zufahrtsstraße nach Ribeira Brava führt durch ein Tal mit steilen Berghängen. In dem schmalen Tal sammelten sich die Geröll- und Wassermassen und ergossen sich durch den Ort. Bild: Vitor Oliveira, CC BY-SA 2.0

Wasser, Schlamm und Geröll strömten durch das Tal zur Küste. Häuser, Straßen, Brücken und Versorgungsleitungen wurden beschädigt. Mehrere Orte im Hinterland waren zeitweise nur schwer erreichbar. Erdrutsche blockierten Straßen und erschwerten den Rettungskräften den Zugang. Besonders problematisch war die Menge des transportierten Materials. Felsblöcke und Geröll lagerten sich im Bachbett ab, verringerten dessen Querschnitt und drängten das Wasser in bebaute Bereiche. Nach dem Rückgang der Flut blieben mächtige Sedimentschichten zurück.

Weitere betroffene Gebiete

Funchal und Ribeira Brava standen im Mittelpunkt der Berichterstattung, waren aber nicht die einzigen betroffenen Gebiete. Schäden entstanden auch in Câmara de Lobos, Santa Cruz, Ponta do Sol und anderen Teilen der Südküste.

Zu den besonders belasteten Einzugsgebieten gehörten neben der Ribeira Brava die Ribeira dos Socorridos westlich von Funchal sowie die drei großen Wasserläufe der Hauptstadt. Im Inselinneren lösten sich zahlreiche Hänge. Straßenverbindungen wurden unterbrochen, kleinere Siedlungen zeitweise isoliert.

Der Flughafen stellte den Betrieb vorübergehend ein, öffnete aber bereits am folgenden Tag wieder. Auch der Hafen von Funchal war bald wieder betriebsbereit. Diese schnelle Wiederaufnahme war für die Versorgung der Insel und für den Tourismus wichtig.

Opferzahlen mit unterschiedlichen Angaben

Bis heute finden sich verschiedene Zahlen zu den Opfern der Katastrophe. Das liegt zum Teil daran, dass frühe Meldungen während der Rettungsarbeiten mehrfach korrigiert wurden. Manche Veröffentlichungen zählen ausschließlich bestätigte Todesfälle, andere schließen vermisste und später für tot erklärte Menschen ein.

Ein Jahr nach der Katastrophe gab die portugiesische Staatsanwaltschaft 42 durch Obduktion bestätigte Todesopfer an. Sechs weiterhin vermisste Personen sollten offiziell für tot erklärt werden. Rund 250 Menschen wurden verletzt. Je nach Quelle verloren etwa 600 bis 650 Personen vorübergehend oder dauerhaft ihre Unterkunft.

War die Katastrophe vermeidbar?

Der extreme Regen und Madeiras Topografie waren die Auslöser der Katastrophe. Ohne die außergewöhnlichen Niederschlagsmengen hätte es die massiven Schäden in dieser Form nicht gegeben. Trotzdem stellt sich die Frage, ob menschliche Eingriffe ihre Folgen verschärften.

Die Siedlungsflächen hatten sich in den Jahrzehnten zuvor vergrößert. Gebäude und Verkehrswege rückten näher an Wasserläufe und steile Hänge heran. Zusätzliche Versiegelung verringerte die Flächen, auf denen Wasser langsam versickern konnte. Viele Ribeiras waren in den Ortszentren in künstliche Kanäle gezwängt worden. Brücken, Kurven und örtliche Verengungen reduzierten den verfügbaren Raum. Für normalen Abfluss reichten diese Bauwerke aus. Bei einem Gemisch aus Wasser, Baumstämmen und tonnenschweren Felsblöcken wurden manche Engstellen jedoch zu gefährlichen Hindernissen. Auch Bebauung und Infrastruktur in früher dünn besiedelten Hanglagen erhöhten die Verwundbarkeit. Wo mehr Menschen, Häuser und Straßen stehen, kann ein Naturereignis zwangsläufig größere Schäden anrichten.

Dennoch lässt sich daraus nicht schließen, dass allein schlechte Stadtplanung die Katastrophe verursachte. Selbst breitere Wasserläufe hätten die gewaltigen Geröllmengen nicht überall schadlos abführen können. Die Wasser- und Geröllmassen waren an diesem Tag für die gegebenen landschaftlichen Bedinungen zu gewaltig. Die zunehmende Bebauuung und die Veränderung natürlicher Abflusswege haben das Ausmaß der Schäden allerdings noch weiter verschärft.

Eine bekannte Gefahr
Sturzfluten sind auf Madeira kein neues Phänomen. Historische Quellen berichten seit Jahrhunderten von sogenannten Aluviões, schnellen Hochwasserereignissen mit großen Mengen Schlamm und Geröll. Die schwerste bekannte Katastrophe ereignete sich im Oktober 1803. Damals kamen auf Madeira vermutlich rund 1.000 Menschen ums Leben, die meisten in Funchal. Auch im 19. und 20. Jahrhundert gab es wiederholt schwere Überschwemmungen. Im Oktober 1993 starben acht Menschen. Diese Vorgeschichte zeigt, dass der 20. Februar 2010 kein völlig unvorstellbares Ereignis war. Außergewöhnlich waren seine Intensität, die weite räumliche Ausdehnung und die Schäden in dicht bebauten Gebieten.

Rettung und Aufräumarbeiten

Während des Unwetters arbeiteten Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste und Zivilschutz unter schwierigen Bedingungen. Straßen waren blockiert, Kommunikationsverbindungen fielen aus, und einige Einsatzorte konnten zunächst nur langsam erreicht werden. Aus dem portugiesischen Festland kamen zusätzliche Rettungskräfte, medizinisches Personal und technische Ausrüstung. Soldaten unterstützten bei der Suche nach Vermissten, beim Räumen der Straßen und bei der Versorgung abgeschnittener Gebiete.

Nach dem Rückgang des Wassers begann eine enorme Aufräumarbeit. In Funchal mussten Schlamm, Müll, zerstörte Fahrzeuge und große Mengen Gestein aus den Straßen entfernt werden. Bagger schoben das Material zusammen. Einwohner, Geschäftsleute, Einsatzkräfte und Freiwillige räumten Gebäude aus und versuchten, wichtige Verkehrswege wieder passierbar zu machen. Teile des angeschwemmten Materials gelangten an die Küste. In Funchal wurde später ein Teil davon zur Aufschüttung und Neugestaltung von Flächen am Meer verwendet.

Schäden und Kosten

Die geschätzte Sachschäden durch die Unwetterkatastrophe beliefen sich auf bis zu 1,4 Milliarden Euro. Darin enthalten waren private Gebäude, Unternehmen, Straßen, Brücken, Wasserleitungen und weitere öffentliche Infrastruktur. Für den Wiederaufbau Nicht jeder dieser Schäden floss in das staatliche Wiederaufbauprogramm ein.stellte die Europäische Investitionsbank einen Rahmenkredit von 62 Millionen Euro bereit. Aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union kamen weitere 31,2 Millionen Euro. Hinzu traten Mittel des portugiesischen Staates, der autonomen Region Madeira und anderer Programme.

Wiederaufbau und Hochwasserschutz

Die Arbeiten zum Wiederaufbau begannen unmittelbar nach der Katastrophe und dauerte bis 2016.
Beschädigte Straßen, Brücken und Leitungen wurden repariert. Wasserläufe erhielten neue oder verstärkte Begrenzungsmauern. Drainagekanäle wurden verändert, Engstellen überarbeitet und Bachbetten an gefährdeten Abschnitten ausgebaut. In den oberen Einzugsgebieten entstanden massive Geröllsperren. Diese Bauwerke sollen Felsblöcke, Baumstämme und grobes Material zurückhalten, bevor sie dicht bebaute Gebiete erreichen. Wasser und kleinere Sedimente können kontrollierter weiterfließen. Damit lässt sich eine Sturzflut nicht verhindern, ihre zerstörerische Last kann aber reduziert werden.

Weitere Maßnahmen betrafen die Wiederaufforstung in höheren Lagen, die Stabilisierung von Hängen und den Aufbau eines verbesserten Warnsystems. Später kam ein Wetterradar hinzu, das Niederschlagsgebiete über Madeira genauer erfasst. Messstationen und Pegelsensoren unterstützen die Beobachtung gefährdeter Wasserläufe. Die heutige massive Einfassung vieler Ribeiras wirkt aus städtebaulicher Sicht nicht immer attraktiv. Sie ist ein sichtbarer Teil der Lehren aus dem Jahr 2010.

Folgen für den Tourismus

Die Bilder überfluteter Straßen gingen weltweit durch die Medien. Für eine Insel, deren Wirtschaft stark vom Tourismus abhängt, entstand neben den unmittelbaren Schäden ein erhebliches Problem: Viele Menschen gewannen den Eindruck, Madeira sei großflächig zerstört und auf längere Zeit nicht bereisbar.

Tatsächlich waren die meisten Hotels und klassischen Feriengebiete nicht unmittelbar beschädigt. Der Flughafen nahm seinen Betrieb rasch wieder auf. Auch Hafen und große Teile des Straßennetzes funktionierten nach kurzer Unterbrechung wieder. Dennoch stornierten viele Reisende ihre Buchungen oder verschoben geplante Aufenthalte. Reiseveranstalter mussten Fragen zu Erreichbarkeit, Sicherheit und möglichen Umbuchungen beantworten. Die regionale Tourismusbranche bemühte sich deshalb früh darum, zwischen den schwer getroffenen Gebieten und der Situation auf der übrigen Insel zu unterscheiden.

Diese Kommunikation war heikel. Madeira wollte Gäste nicht verlieren, durfte die Folgen für die Bevölkerung aber auch nicht kleinreden. Während in den touristischen Bereichen vielerorts Normalität herrschte, suchten Rettungskräfte weiterhin nach Vermissten und Familien standen vor zerstörten Häusern.

Die befürchtete langfristige Krise des Tourismus blieb aus. Der schnelle Wiederaufbau und die Wiederherstellung der Verkehrswege trugen dazu bei, dass sich die Nachfrage vergleichsweise rasch stabilisierte.

Was bei Starkregen heute zu beachten ist

Madeira gilt weiterhin als sicheres Reiseziel. Extreme Niederschläge und lokale Überschwemmungen lassen sich auf einer steilen Atlantikinsel jedoch nicht vollständig ausschließen.

Bei offiziellen Wetterwarnungen sollten Wanderungen in engen Tälern, Schluchten und an Wasserläufen unterbleiben. Das gilt auch dann, wenn es am eigenen Standort noch nicht stark regnet. Das Wasser kann aus höher gelegenen Einzugsgebieten kommen, die vom Tal aus nicht zu sehen sind. Levadawege, Tunnel und Flussquerungen können nach Starkregen kurzfristig gefährlich werden. Straßensperrungen und Anweisungen des Zivilschutzes sollten deshalb ernst genommen werden. Aktuelle Warnungen veröffentlichen der portugiesische Wetterdienst IPMA und der regionale Zivilschutz Madeiras.

Wer sich während eines Unwetters bereits in einem gefährdeten Bereich befindet, sollte Abstand zu Bachbetten, Unterführungen, steilen Hängen und überschwemmten Straßen halten. Die Strömungstiefe lässt sich in braunem Wasser kaum beurteilen. Auch scheinbar flaches Wasser kann Fahrzeuge oder Menschen mitreißen.

Ein Ereignis, das Madeira verändert hat

Viele Spuren der Katastrophe sind im heutigen Stadtbild kaum noch zu erkennen. Die Straßen von Funchal sind längst geräumt, Ribeira Brava besitzt wieder eine belebte Promenade, und die wichtigsten Verkehrsverbindungen wurden erneuert.

Andere Folgen bleiben sichtbar. Dazu gehören hohe Ufermauern, verbreiterte Bachbetten, Geröllsperren und technische Anlagen zur Überwachung der Wasserläufe. Wer durch die engen Täler im Süden Madeiras fährt, versteht leichter, weshalb solche Bauwerke notwendig wurden.

Der 20. Februar 2010 war weder eine unvorhersehbare Laune des Wetters noch ausschließlich das Ergebnis menschlicher Fehlplanung. Mehrere Faktoren trafen zusammen: extreme Niederschläge, wassergesättigte Böden, steile Hänge, instabiles Material, dicht besiedelte Täler und veränderte Wasserläufe. Die Gefahren  durch die Natur wird Madeira auch zukünftig nicht beeinflussen können. Die Katatstrophe von 2010 hat aber gezeigt, wo ihre Risiken liegen und wie Menschen, Siedlungen und Infrastruktur künftig besser geschützt werden können.

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