Feldzug der Assyrer hinterließ Spuren auf das Königreich Juda

Der berühmte, aus der Bibel und assyrischen Quellen bekannte Feldzug der Assyrer, der zahlreiche Städte in der judäischen Tiefebene zerstörte, hat offenbar indirekte Spuren in der Nähe des antiken Jerusalem hinterlassen. Bei Ausgrabungen der israelischen Altertumsbehörde kamen die Überreste von zwei übereinander liegenden Verwaltungsgebäuden zum Vorschein. Das erste Gebäude stammt aus der Zeit vor dem assyrischen Feldzug von 701 v. Chr. und wurde im frühen 7. Jahrhundert v. Chr. kurz nach der Niederschlagung der Rebellion Hiskias durch die Assyrer ersetzt.

Zum ersten Mal haben archäologische Ausgrabungen in der Nähe von Jerusalem Beweise für die Auswirkungen des Feldzugs von Sennacherib auf die Wirtschaft des Königreichs Juda erbracht. Bei Ausgrabungen der israelischen Altertumsbehörde konnten Veränderungen in der judäischen Verwaltung aus der Zeit des Königs Hiskia im Gefolge des assyrischen Feldzugs und seiner Folgen festgestellt werden. Bislang waren Zeugnisse des Feldzuges nach dem Aufstand Judas nur aus dem judäischen Tiefland (Judäisches Schephela) bekannt.

Die jüngsten Ausgrabungen ergeben ein Bild, das auf eine vollständige Zerstörung der ursprünglichen judäischen Verwaltungsstruktur an diesem Ort hindeutet.

Mehr als 180 Stempelabdrücke mit hebräischen Schriftzeichen wurden an den Henkeln von Einmachgläsern gefunden, viele mit der Aufschrift „dem König gehörend“, was auf das Königreich Juda hinweist. Diese antiken Inschriften werden auf dem Jay and Jeanie Schottenstein National Campus for the Archaeology of Israel zum ersten Mal öffentlich ausgestellt.

Der Minister für Kulturerbe, Rabbiner Amichai Eliyahu, sagte: „Es ist sehr bewegend, Botschaften von hochrangigen judäischen Verwaltungsbeamten aus der Zeit vor rund 2.700 Jahren zu entdecken. Diese faszinierende Entdeckung der israelischen Altertumsbehörde erzählt die tausendjährige Geschichte des jüdischen Volkes, das es trotz Krisen und sehr schwieriger Zeiten immer wieder geschafft hat, aufzustehen, wieder aufzubauen und zu gedeihen“.

Im Jay and Jeanie Schottenstein National Campus for the Archaeology of Israel sind nun zum ersten Mal judäische Stempelabdrücke aus den Ausgrabungen der Israelischen Antikenbehörde in Mordot Arnona zu sehen.

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