Wissenschaftliche Studie über Corona bei Zugpersonal

DB-Zugpersonal hat kein erhöhtes Corona Risiko
Für Mitarbeiter in den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn besteht nach einer Studie kein erhöhtes Risiko an COVID19 zu erkranken. Bild: DB/Volker Emersleben

Für Mitarbeiter in den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn (DB) besteht kein erhöhtes Risiko an COVID19 zu erkranken. Das zeigt die erste Untersuchung einer gemeinsamen Studie von DB Fernverkehr und der Charité Research Organisation. Ziel der über mehrere Monate angelegten Studie ist es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über das Infektionsgeschehen in der Bahn zu gewinnen.

Die zentrale Fragestellung war, ob sich die Situation der Zugbegleiter, die bei ihrer Arbeit einer Vielzahl von Kundenkontakten ausgesetzt sind, von der jener Mitarbeitergruppen unterscheidet, die während ihrer Tätigkeit keine oder nur wenige Kontakte mit anderen Personen haben. Bei den 1.072 auswertbaren PCR-Testungen zum Nachweis akuter Infektionen war lediglich ein Werksmitarbeiter positiv. Alle anderen Testergebnisse waren negativ. Bei den 1.064 auswertbaren Blut-Tests auf Antikörper wiesen die Zugbegleiter mit 1,3 Prozent den niedrigsten Wert auf. Bei den anderen Mitarbeitergruppen ohne Kundenkontakt (Lokführer und Instandhalter) waren es 2,7 Prozent. Das bedeutet: Der Anteil der Zugbegleiter mit nachgewiesenen SARS-CoV-2-Antikörpern war in der untersuchten Stichprobe im Vergleich zu den anderen Berufsgruppen nicht erhöht.

Bei Zugbegleitern, die für gewöhnlich signifikant längere Aufenthaltsdauern in Zügen haben als Reisende, gibt es nach den Analysen der Charité Research Organisation (CRO) keine Hinweise auf eine erhöhte Rate an SARS-CoV-2-Antikörpern, die ein Indiz für ein möglicherweise erhöhtes Infektionsrisiko in den Zügen darstellen könnten.

An einer ersten Testphase vom 29. Juni bis 3. Juli hatten sich freiwillig mehr als 600 zufällig ausgewählte Zugbegleiter, über 200 Lokführer und mehr als 200 Instandhaltungstechniker in Fernverkehrswerken an den Standorten Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und München beteiligt.

Die Ergebnisse aus der Testung sind auf Basis der gewählten Stichprobengröße repräsentativ für die Grundgesamtheit der untersuchten Mitarbeitergruppen. Die Probanden wurden einem PCR-Test von Nasen- und Rachenabstrich sowie einem Antikörpertest unterzogen. Somit wurde sowohl der akute Infektionsstatus erfasst als auch überprüft, ob bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Corona-Infektion vorlag. Zusätzlich haben die Teilnehmer über einen Fragebogen unter anderem Angaben zu Vorerkrankungen gemacht, um die Ableitung epidemiologischer Erkenntnisse zu ermöglichen.

Das Forschungsprojekt erfolgt in drei Stufen. So kann das sich in der Zukunft gegebenenfalls veränderte Infektionsgeschehen ebenfalls berücksichtigt werden. Eine zweite Testrunde wird im Oktober durchgeführt, eine dritte ist für Februar 2021 vorgesehen.

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