Chocolate Hills auf Bohol
Die sanften Hügel der Chocolate Hills auf Bohol. Bild: © Philippine Department of Tourism

Legenden um die Landschaften und Kulturgüter der Philippinen

Hügel aus Tränen, Ananas mit Augen oder Inseln, die aus dem Zorn des Himmels entstehen – zahlreiche Legenden und Geschichten ranken sich um die faszinierenden Landschaften und Kulturgüter der Philippinen. Wer ihnen lauscht, erfährt jede Menge über den Glauben und die Traditionen der Einheimischen und kann bei einer magischen Geschichtsstunde in eine spannende Welt eintauchen.
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Chocolate Hills auf Bohol: wenn Riesen weinen

Die sanft-hügeligen Chocolate Hills sind, neben den possierlichen Koboldmakis, für viele das Wahrzeichen schlechthin auf der Insel Bohol. Über 1000 überraschend symmetrische Hügel ragen hier, je nach Jahreszeit saftig-grün oder schokoladenbraun, in den Himmel.
Doch wie ist dieses Naturphänomen entstanden? Die wissenschaftliche Erklärung sieht den Ursprung in vulkanischer Tätigkeit: Ein aktiver Vulkan soll gigantische Steinklötze ausgespuckt haben, die sich auf dem Meeresboden verteilt haben. Durch terrestrische Bewegungen wurden die Hügel aus dem Wasser freigelegt, die Ursache für das symmetrische Aussehen begründet sich in Ebbe und Flut. Weniger wissenschaftlich doch dafür ungleich romantischer ist die Legende von Arogo und Aloya. So soll sich der Riese Arogo Hals über Kopf in die Häuptlingstochter Aloya verliebt haben. Als diese starb, brach das Herz des Riesen und er vergoss bittere Tränen. Diese blieben teilweise im Boden stecken, wurden zu Hügel und zeugen bis heute als Chocolate Hills von der unermesslichen Trauer Arogos.

Chocolate Hills im Morgengrauen
Die Chocolate Hills nehmen je nach Tages- und Jahreszeit unterschiedliche Farbtöne an. Bild: © Philippine Department of Tourism

Die Ananas mit 1000 Augen

Köstliche und farbenfrohe tropische Früchte sind sinnbildlich für die Philippinen. Mango, Kokosnuss, Bananen oder eben Ananas – mit einem leckeren Fruchtshake am Strand zu sitzen, bedeutet für viele das ultimative Urlaubsgefühl. Kein Wunder also, dass sich auch um die Früchte des Inselstaates zahlreiche Geschichten ranken. So wurde einst ein hübsches Mädchen namens Piña von ihrer Mutter so sehr verwöhnt, dass sie faul und egoistisch wurde.

Eines Tages war die Mutter des Mädchens so krank, dass sie nicht für Piña kochen konnte. Diese begab sich mürrisch in die Küche, um sich einen Reisbrei zuzubereiten. Währenddessen löcherte Piña ihre Mutter mit 1000 Fragen, wo die eine oder andere Zutat zu finden sei.
Die Mutter war schließlich so erschöpft, dass sie die Beherrschung verlor und einen Fluch ausstieß:
„Gott bewahre, Kind! Aber ich rufe alle Götter an, dass sie dir Augen ins Gesicht machen, damit du sehen kannst, wonach du suchst.“ Danach schlief die Mutter erschöpft ein.

Als sie erwachte, war Piña nirgends zu entdecken. Nach einiger Zeit fand die Mutter eine seltsame Frucht in Form eines menschlichen Kopfes, auf dessen Krone sich Blätterbüschel befanden und der mit braunen Kreisen übersät war.

Erschrocken stellte die Mutter fest, dass diese Kreise sie an Piñas schöne braune Augen erinnerten – und mit Entsetzen fiel ihr der Fluch wieder ein, mit dem sie ihre Tochter belegt hatte.
Das Mädchen Piña blieb verschwunden, die seltsame Frucht ist bis heute als Piña, auf Tagalog Ananas, bekannt.

7641 Inseln und der Zorn des Himmels

Über 7.000 Inseln gehören zu den Philippinen. Keine davon ist wie die andere, aber eine jede wunderschön! Und auch zu deren Entstehung gibt es natürlich eine Geschichte.

Einst gab es zwischen dem großen Himmel und dem ebenso großen Wasser nur eine einzige, riesige Landmasse. Ein Vogel hatte bereits mehrere Versuche unternommen, so weit wie möglich zu fliegen, um zu entdecken, was hinter dem Horizont auf ihn wartete. Doch jedes Mal war er dazu gezwungen, umzukehren, da es kein Land gab, auf dem er landen und sich ausruhen konnte. Der Vogel langweilte sich, und hatte schließlich eine Idee.

Er erzählte dem Wasser, dass der Himmel sich darüber ärgerte, dass das Wasser immer wieder den Farbton des Himmels kopierte. Da wurde das Wasser wütend und holte tief Luft, woraufhin große Mengen Wasser in Form von riesigen Wellen bis zum Himmel aufstiegen und seine Wolken mit Wasser füllten.

Der Himmel wunderte sich, denn es schien, als würde das Wasser absichtlich auf ihn prasseln. Daraufhin erklärte der Vogel dem Himmel, dass das Wasser sich darüber ärgerte, dass der Himmel oft die Entscheidung traf, welche Farbe es haben sollte.

Als der Himmel das hörte, donnerte und blitzte er vor Wut. Die Blitze trafen nicht nur das Wasser, sondern auch die große Landmasse, die in tausende kleine Stücke zerbrach.

Als Himmel und Wasser sahen, was geschehen war, hörten sie auf zu kämpfen und versuchten mit aller Kraft, die Landstücke wieder zusammenzufügen. Doch es war zu spät, 7.641 Landstücke waren schon zu weit vom übrigen Land entfernt – und bilden heute den Inselstaat der Philippinen.

Seco Island Philippinen
Zu den Philippinen gehören über 7000 Inseln, darunter auch kleine Trauminseln mit Robinson-Feeling, wie Seco Island. Bild: © Philippine Department of Tourism

Wenn Liebe zu Bergen wird: Mount Mayon

Der Legende nach lebte an einem Ort namens Ibalon ein Mädchen namens Magayon. Sie
war so schön, dass Männer aus dem ganzen Land kamen, nur um einen Blick auf sie zu erhaschen. Darunter auch der Krieger Pagtuga. Pagtuga brachte Magayon Gold, Juwelen und andere wertvolle Geschenke mit, doch das Mädchen ließ sich nicht beeindrucken.

Magayon badete gerne im Fluss, doch konnte sie nicht schwimmen. Eines Tages rutschte sie auf den Felsen aus und rief um Hilfe. Ein Mann namens Pangaronon kam am Fluss vorbei, hörte Magayons Hilferuf und rettete sie vor dem Ertrinken. Magayon und Pangaronon freundeten sich an, bis letzterer schließlich um ihre Hand anhielt, und von ihrem Vater die Erlaubnis zur Heirat bekam.

Die Nachricht von der Hochzeit erreichte Pagtuga, der daraufhin den Vater Makusog entführte und Magayon drohte, dass er ihren Vater töten würde, wenn sie sich weigerte, ihn zu heiraten. Um ihren Vater zu retten, willigte Magayon in die Heirat mit Pagtuga ein.

Am Tag der Hochzeit ging Pangaronon zum Ort der Vermählung und versuchte, Magayon von Pagtuga zu befreien. Es kam zu einem Kampf zwischen Pagtuga und Pangaronon, bei dem Pangaronon Pagtuga schließlich tötete. Doch gerade als Pangaronon und Magayon sich umarmen wollten, wurde Magayon von einem vergifteten Pfeil getroffen und starb. Pangaronon wurde kurz darauf von einem Soldaten von Pagtuga erstochen. Magayons Vater beschloss, Magayon und Pangaronon gemeinsam zu begraben, damit sie zumindest im Tod beisammen sein konnten.

Die Jahre vergingen und das Land, in dem die Liebenden begraben waren, wurde höher und höher, bis es zu einem Berg gewachsen war. Dieser Berg ist heute als Vulkan Mayon bekannt.
Ist der Vulkan ruhig, so heißt es, umarmt Pangaronon Magayon, während man sagt, dass sie von Pagtuga belästigt wird, wenn der Vulkan bebt und zittert. Treffen sich die Wolken über dem Gipfel des Mount Mayon, dann küssen sich die beiden Liebenden in ihrem Grab.

Legende Mount Mayon
Auch um den Mount Mayon rankt sich eine überlieferte Legende. Bild: © Philippine Department of Tourism

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