Herbert Roth und Waltraut Schulz Rennsteiglied
Herbert Roth sang gemeinsam mit Waltraut Schulz das Rennsteiglied. Das Lied feiert 2021 seinen 70. Geburtstag und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit bei den Thüringern. Bild: © Rolf Kornmann

70 Jahre Rennsteiglied

Das weiße „R“ sollte man sich merken. Denn es markiert die Route von Deutschlands ältestem und bekanntestem Fernwanderweg, dem Rennsteig. Rennsteige gibt es viele, über 200 allein in Deutschland. Für echte Wanderfans gibt es allerdings nur den einen wahren Rennsteig, der auf 169,3 Kilometern über den Kamm des Thüringer Waldes und Thüringer Schiefergebirges durch eine abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft führt. Wer ihn ganz bewandern will, braucht mindestens 45 Stunden, also sechs bis acht Tage – die beste Wanderzeit liegt zwischen Mai und Oktober. Für seine Tour entlang des Rennsteigs sollte man ausreichend wanderfit sein und sich einen passenden Taktgeber für seine Wanderschritte suchen. Hierfür eignet sich die Hymne des Thüringer Waldes – das Rennsteiglied – ganz besonders.

Mit diesem Rhythmus in den Beinen wandert es sich nochmal so lustvoll, wenn es in Hörschel bei Eisenach, im westlichen Thüringer Wald, losgeht. Bis nach Blankenstein im Thüringer Schiefergebirge im Osten warten weite Misch- und Nadelwälder, blühende Bergwiesen und unvergessliche Aussichten. Gleich zu Beginn sollten Wandersmann und Wandersfrau schon das Rennsteiglied auf den Lippen haben: „Ich wandre ja so gerne am Rennsteig durch das Land, den Beutel auf dem Rücken, die Klampfe in der Hand.“ Und spätestens beim Refrain schließen sich meist weitere Stimmen aus nah und fern dem fröhlichen Gesang an: „Diesen Weg auf den Höhn bin ich oft gegangen, Vöglein sangen Lieder. Bin ich weit in der Welt habe ich Verlangen, Thüringer Wald nur nach dir.“

Komponist Herbert Roth mit Texter Karl Müller
Gemeinsam mit dem Texter Karl Müller, genannt „Kaschi", schuf der bekannteste und erfolgreichste Thüringer Komponist des 20. Jahrhunderts, Herbert Roth, ein einzigartiges Musikwerk: Das Rennsteiglied. Bild: © Rolf Kornmann

Das Lied verleiht der Verbundenheit der Wanderer mit dem Thüringer Wald eine eingängige Stimme. Wer es zum ersten Mal hört, weiß bereits, was ihn im Thüringer Wald erwartet. In diesem Jahr wird das berühmte Rennsteiglied 70 Jahre alt. Es wurde am 15. April 1951 im Gemeindesaal von Hirschbach bei Suhl (heute: Hotel und Gasthof zum „Goldenen Hirsch“) Herbert Roth und Waltraut Schulz uraufgeführt. Der Text stammt von Karl Müller (1925–2011), die Melodie von Herbert Roth (1926–1983).

Wer den ganzen Rennsteig einmal gewandert ist, kennt die zauberhaften Naturschätze des Thüringer Waldes – und ihm bleiben die letzten Zeilen des Rennsteigliedes als Andenken erhalten: „Ich bleib, so lang es mir gefällt und ruf es allen zu: Am schönsten Plätzchen dieser Welt, da find ich meine Ruh.“

Und für jene, die es immer schon ganz genau wissen wollten: Der Rennsteig hat eine Länge von exakt 169 Kilometern, 293 Metern und 77 Zentimetern.

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