Erfolgsmusical „Ludwig²“ in Füssen feiert 20-jähriges Jubiläum

Szenenbild Musical Ludwig² in Füssen
Die Liedtexte im Erfolgsmusical „Ludwig²“, das seit seiner Uraufführung 2005 in Füssen/Allgäu gespielt wird, stützen sich weitgehend auf Original-Zitate des bayerischen Märchenkönigs, dessen Schloss Neuschwanstein in Sichtweite vom modernen Festspielhaus am Forggensee liegt. © Gold & Silber

Der bayerische König Ludwig II. verliebte sich schon als Kind derart in die Landschaft rund um die Allgäuer Stadt Füssen, dass er sich dort ab 1869 mit „seinem“ Märchenschloss Neuschwanstein ein Denkmal setzte. Kein Wunder also, dass das vor 25 Jahren eröffnete Festspielhaus am Forggensee mit Blick auf das neuromanische Bauwerk denselben Namen trägt. Und noch ein weiteres Jubiläum hat das legendäre Musiktheater zu feiern: 2005 wurde die Erfolgsproduktion „Ludwig² – das Musical“ dort uraufgeführt. Anlässlich des 20. Ehrentags gibt es am 16. Mai 2025 eine festliche Jubiläums-Premiere für die diesjährige Sommerspielzeit.

Auferstanden und neu geboren. „Ludwig² – der König ist zurück!“ So hieß das zweite, ab 2005 in Füssen gespielte Musical über Bayerns Märchenkönig Ludwig II. Der damals mit viel Herzblut und akribischen Recherchen entstandenen Produktion (Musik: Christopher Franke, Konstantin Wecker, Nic Raine / Buch- und Liedtexte: Rolf Rettberg) war zunächst nur eine zweijährige Laufzeit beschieden. Das lag unter anderem daran, dass das eigens dafür errichtete Theater nach seiner Eröffnung im Frühjahr 2000 mehrfach in wirtschaftliche Turbulenzen geriet – trotz begeisterter Fans sowie innovativster Technik mit einer der größten Drehbühnen Europas und einem 90.000 Liter fassenden, integrierten Wasserbassin. Erst mit der Neuinszenierung unter Regie des heutigen Direktors Benjamin Sahler 2016 und finanziert durch die bislang erfolgreichste Crowd-Funding-Kampagne im europäischen Theaterbereich, stabilisierten sich die Verhältnisse. Seitdem läuft das preisgekrönte Musical am Füssener Forggensee Jahr für Jahr, allein 2024 kamen 160.000 Besucher. Sogar bis ins chinesische Shanghai hat es die konzertante Tourneeproduktion geschafft. Unter Musicalfans hat „Ludwig²“ mit seinen opulenten Bühnenbildern mittlerweile Kultstatus und ist auch 2025 bis inklusive 5. Oktober zu sehen. Zur festlichen Jubiläums-Premiere am 16. Mai (Tickets ab 39,90 Euro) singt der gefeierte BariTenor Matthias Stockinger die Rolle des Ludwig.

Eine Produktion für die Ewigkeit. „Ludwig² – das Musical“ nähert sich dem Charakter des sensiblen Monarchen auf behutsame Weise und rückt vor allem dessen visionäre Kraft sowie seine Liebe zur Kunst in den Vordergrund. So erfahren Besucher nicht nur ein Stück der komplexen Historie, sondern unternehmen auch eine emotionale Reise durchs Innenleben des Märchenkönigs. Erzählt wird die Geschichte von Beginn an: Ludwig erlebt eine durch höfische Zwänge geprägte Kindheit. Eine der wenigen Bezugspersonen des kleinen Prinzen ist seine Erzieherin Sybille Meilhaus, die ihn in die Welt der Sagen einführt und so sein Interesse an der Musik von Richard Wagner weckt. Bis zum tragischen Ende des fantasievollen Monarchen bringt das Musical sein Leben als packenden Politthriller voller Spannung, Poesie, Leidenschaft und magischer Klänge auf die Bühne.

Ein Leben für die Kunst. Als Pazifist, Kulturliebhaber und Kunstmäzen hatte es Ludwig II. schwer im Bayern des 19. Jahrhunderts, das von der Reichsgründung, dem Kulturkampf und diversen Kriegen bestimmt war. Historiker attestieren dem attraktiven 18-jährigen Thronfolger ab Beginn seiner Regentschaft 1864 zwar beste politische Absichten. Im Lauf der Jahre jedoch scheiterte der König laut den Experten an mangelndem Durchsetzungsvermögen. Stattdessen flüchtete er sich in musikalische und architektonische Traumwelten, die von der jahrzehntelangen Förderung des Komponisten Richard Wagner bis hin zum Bau von weltweit berühmten Schlössern wie Neuschwanstein, Herrenchiemsee oder Linderhof reichten. Äußerlich ganz den historisierenden Idealen des Romantikers Rechnung tragend, war deren Innenleben trotz zunehmender finanzieller Engpässe stets auf dem neuesten Stand der Technik. Nicht zuletzt Ludwigs Entscheidung gegen eine Heirat mit Sophie, jüngere Schwester von Kaiserin Elisabeth von Österreich, sein einsames Leben und sein mysteriöser Tod 1886 besiegelten endgültig den Mythos vom tragischen, bayerischen Märchenkönig.

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