Sea Ranger an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns

Fischerboot am Strand in Baabe
Fischerboot am Strand in Baabe. © Margit Wild

Seit August 2024 sind an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns die ersten zehn Sea Ranger tätig. „Wir wollen sie als ‚Meeresförster‘ etablieren“, sagte der Geschäftsführer der Fischereigenossenschaft Wismarbucht, Oliver Greve. Die Fischer werden zwar noch ihrem eigentlichen Beruf der Fischerei nachgehen, doch daneben sollen sie auch für die Forschung arbeiten. Noch immer sei das Wissen um die Ostsee und die Meeresqualität erschreckend gering. Darüber hinaus werden die Sea Ranger Einwohnern und den Gästen des Landes mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die zehn Sea-Ranger hatten im Juli ihre Prüfung abgelegt, das ganze Sea-Ranger-System sei gerade im Aufbau.

Hintergrund für die Entstehung der zukunftsweisenden Idee seien die stetig zurückgehenden Fischbestände gewesen. Die sorgten dafür, dass die Fangquoten immer weiter gekürzt werden und sich dementsprechend kaum mehr Nachwuchs für den Beruf des Fischers findet, bedauerte Greve. So sei das Berufsbild des Fachwirts für Fischerei und Meeresumwelt entworfen worden. In der halbjährigen Sea-Ranger-Ausbildung gehe es dann um Themen wie Umwelt, Technologie, aber auch um Kommunikation.

„Hier kommt der Tourismus ins Spiel“, betonte Greve. Denn es gebe Bestrebungen, die kleinteilige Ostseefischerei als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe erklären zu lassen. Dafür sei ein großes öffentliches Bewusstsein wichtig, dass es der Ostsee wieder gutgehen muss. „Die Menschen möchten ja an einem gesunden Meer Urlaub machen und das Fischbrötchen sollte auch mit Ostseefisch belegt sein.“ Die Sea Ranger würden künftig mit den Gästen des Landes aufs Meer hinausfahren. „Die werden ihnen Dinge über die Ostsee erzählen, die sie noch nicht kennen“, ist Greve überzeugt. Die Boote werden gerade entsprechend ausgerüstet. Die Sea Ranger werden dann auch an Land Präsenz zeigen und dort etwa bei Veranstaltungen mit den Gästen reden.

Die gesamte Küstenlänge beträgt bei Einbeziehung der Inseln und Boddengewässer rund 2.000 Kilometer. „Wenn man dann die Drei-Seemeilen-Zone dazu nimmt, dann ist das mehr als doppelt so viel wie die Waldfläche von Mecklenburg-Vorpommern“, erklärte Greve. Um den Wald kümmerten sich Hunderte Förster, um das Meer so gut wie niemand.

Historisch gesehen sei die Geschichte der Ostseefischerei eine Geschichte der kleinen Familienbetriebe mit passiven Fangmethoden wie Stellnetz, Reuse oder Angelleine. „Die DDR wollte dies zwar ändern und hat mit Rostock und Sassnitz auf Rügen große Standorte für die Fischerei und Fischverarbeitung entwickelt“, berichtete Greve. Doch die Entwicklung nach der Wende sei wieder rückläufig. Da passe die Einrichtung der Sea Ranger gut in das Zukunftsbild der Branche. Er betonte, dass es gut wäre, wenn die Idee im ganzen Ostseeraum Verbreitung finden würde.

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