Fachwerkhäuser im „Karierten Land“ in Polen werden saniert

Fachwerk-Idylle in Swołowo
Fachwerk-Idylle in Swołowo, der Hauptstadt der Region "Kariertes Land" in Mittelpommern. Bild: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Zwischen Darłowo (Rügenwalde) und dem Seebad Łeba (Leba) erstreckt sich das „Karierte Land“. Seinen Namen hat der mittelpommersche Landstrich von den zahlreichen Fachwerkhäusern, die bis heute die Dörfer prägen. Swołowo (Schwolow) gilt als Hauptstadt der Region. Dort wird gerade die dritte Phase der Restaurierungsarbeiten abgeschlossen. In den vergangenen Jahren hat sich der kleine Ort zu einem touristischen Magneten im Hinterland der Ostsee entwickelt.

Bereits seit 2004 wird das rund 250 Einwohner zählende Angerdorf in mehreren Abschnitten restauriert. Im repräsentativsten Ensemble, dem aus dem 18. Jahrhundert stammenden Albrechtshof, wurde 2008 das Freilichtmuseum der Pommerschen Volkskultur eröffnet. Im Laufe der Zeit hat das Museum, eine Filiale des Mittelpommerschen Landesmuseums aus Słupsk (Stolp), seine Aktivitäten im Dorf ausgeweitet. Die Wirtschaftsgebäude in zwei weiteren Höfen wurden in Ausstellungsräume umgewandelt, in denen unter anderem traditionelle Handwerke präsentiert werden. Weitere der rund 70 Fachwerkgebäude im Dorf wurden Schritt für Schritt saniert.

Zum dritten Abschnitt gehörte unter anderem die Renovierung der Marienkirche, deren Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Bereits im vergangenen Jahr erklang dort erstmals nach ihrer Restaurierung wieder die Orgel. Das Instrument mit nur sechs Stimmen stammt aus der Werkstatt Christian Friedrich Voelkners. Der wurde 1831 im damaligen Dünnow (heute Duninowo) geboren und gilt als einer der bedeutendsten Orgelbauer Pommerns.

Das Museum hat zwei weitere restaurierte Gebäude übernommen. Im Hof Nummer 29 sollen Besucher künftig eine ethnographische Ausstellung zur Kräuter- und Heiltradition der Kaschuben erleben. Zusätzlich sollen dort Veranstaltungen stattfinden und eine Kräuterstube eingerichtet werden. In der Scheune mit der Nummer 46 wird eine Ausstellung zur regionalen Architektur mit Schwerpunkt auf Wasser- und Windmühlen zu sehen sein.

Fast abgeschlossen sind die Restaurierungsarbeiten am Hof Nummer 5. Die Stadt Słupsk (Stolp) richtet dort die „Zagroda Inicjatyw Twórczych“ (Hof für schöpferische Initiativen) ein. In den Gebäuden sollen Werkstätten, Räumlichkeiten für Aktivitäten der Einwohner, Platz für Ausstellungen und Vernissagen. Das historische Gebäude soll zudem Wohnräume auf Zeit für Künstler und Ateliers beherbergen. Geplant sind auf dem Gehöft zudem ein Café und ein Hofladen für regionale Produkte und Bio-Lebensmittel.

Swołowo befindet sich rund 15 Kilometer westlich der Kreisstadt Słupsk. Der kleine Ort erfreut sich seit einigen Jahren einer wachsenden Zahl von Gästen aus Polen, Deutschland und anderen Ländern. Das Museum organisiert das ganze Jahr über zahlreiche Feste, Veranstaltungen und Märkte, die oft mit saisonalen und regionalen Produkten verbunden sind. Mehrere Bewohner bieten inzwischen Zimmer für Gäste an, es gibt ein Gasthaus, das sich besonders auf Spezialitäten von Gänsen aus der Region spezialisiert hat und seit kurzem auch eine kleine Hofkäserei.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Veranstaltungsangebot in diesem Jahr eingeschränkt, die Einrichtungen des Museums sind – abhängig von den Pandemie-Bestimmungen – in den Sommermonaten täglich außer montags zugänglich.

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