Planung Fernwanderung Lechweg
Der Lechweg – von der Quelle bis zum Fall ist ab beziehungsweise bis zu seinen Start- bzw. Endpunkten in Lech/Vorarlberg bzw. Füssen/Allgäu durchgängig beschildert. Dennoch ist bei einer derartigen Fernwanderstrecke sorgfältige Planung unerlässlich. Bild: © Verein Lechweg/Fabian Heinz

Optimale Planung einer Fernwanderung am Beispiel Lechweg

Der Weg als Ziel: Eine Fernwanderung kombiniert intensive Naturerlebnisse mit Fortbewegung aus eigener Kraft – und ist in der Regel nicht einfach nur eine Reise entlang einer festgelegten Strecke, sondern meist auch zu sich selbst. Einfach loslaufen sollte man allerdings nicht, denn auch für eine moderate Mehrtagestour sind rechtzeitige Planung und gute Vorbereitung unerlässlich. Worauf es ankommt und was es zu beachten gilt, zeigt folgende Checkliste der verantwortlichen Produktmanagerin Daniela Pfefferkorn am Beispiel Lechweg – von der Quelle bis zum Fall.
Lechweg Ursprung am Vorarlberger Formarinsee
Der 125 Kilometer lange Lechweg hat seinen Anfang – wie der Wildfluss seinen Ursprung – am Vorarlberger Formarinsee. 2022 feiert die grenzüberschreitende Weitwanderroute von Österreich nach Deutschland ihr zehnjähriges Jubiläum. Bild: © Verein Lechweg/Fabian Heinz

Faktencheck Zahlen – Länge, Etappen, Höhenmeter, Zeit. Ein Vorab-Check der Hard Facts ist unerlässlich. Der Lechweg beispielsweise hat eine Gesamtlänge von rund 125 Kilometern, die sich wahlweise in sieben (klassisch), acht (gemütlich) oder zehn (entschleunigt) Einzeletappen erwandern lässt. Bergauf geht es etwa 2.540 Höhenmeter, bergab 4.100. Die reine Gehzeit beträgt ohne Pausen und Einkehr gut 40 Stunden.

Faktencheck Schwierigkeitsgrad. Der Lechweg ist für Anfänger mit guter Kondition zu bewältigen, idealerweise sind grundlegende Wanderfertigkeiten vorhanden. Die Strecke besteht aus überwiegend breiten Wegen mit geringer Steigung. Es gibt aber auch einige schmale, steile Stellen, die jedoch in der Regel keine Absturzgefahr bergen.

Tourenbeschreibung und Streckenverlauf. Mithilfe der 15 Abschnitte teilen sich Lechweg-Wanderer ihre Tages-Etappen je nach Kondition und Ambition individuell ein. Die Zeitangaben sind ohne Pausen sowie Einkehr kalkuliert. Der Lechweg ist an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen, somit können Etappen auch mit dem Bus abgekürzt werden.

Laufrichtung. Wie bei allen ausgezeichneten Weitwanderwegen erfolgte die Wegemarkierung und Beschilderung beim Lechweg nach den Richtlinien der Europäischen Wandervereinigung und ist daher durchgängig in beide Laufrichtungen. Wer also lieber sportlich bergauf und in die Alpen hinein wandert, kann den Lechweg auch vom Fall in Füssen/Allgäu bis zur Quelle in Lech/Vorarlberg begehen.

Jahreszeit. Der Lechweg kann von Mitte Juni bis Anfang Oktober in seiner gesamten Länge erwandert werden, erst dann ist auch der letzte Schnee in den oberen beiden Abschnitten geschmolzen. Wer schon vorher losstarten will, wandert ab Mitte Mai auf der verkürzten Frühjahrsvariante von Steeg im Lechtal bis Füssen im Allgäu (ca. 80 km). Bei guter Schneeschmelze ist auch Warth als Ausgangspunkt möglich und verlängert den Weitwanderweg um weitere 15 km.

Hängebrücke von Holzgau im Tiroler Lechtal
Die spektakuläre Hängebrücke von Holzgau im Tiroler Lechtal liegt direkt auf der Strecke des Lechwegs. Bild: © Verein Lechweg

An- und Abreise. Stressfrei beginnen Wanderer ihren Urlaub, wenn sie bereits am Vorabend in Lech am Arlberg bzw. Füssen ankommen. Alle Infos zu Anreise und Parkmöglichkeiten vor Ort gibt‘s online. Wahlweise erfolgt die Anreise mit der Bahn. Da zwischen Füssen und Lech am Arlberg öffentliche Busse verkehren, können diese entweder zur An- oder Abreise mit den einzelnen Regionen-Cards kostenlos genutzt werden. Von Füssen aus verkehren Buslinie 74 und 100 zum Bahnhof Reutte. Dort umgestiegen, fährt Line 110 weiter nach Lech. Die gesamte Fahrt dauert gut drei Stunden und kostet etwa 17 Euro pro Person. Achtung: Der letzte Bus von Füssen nach Lech startet gegen 14 Uhr, beide Linien verkehren auch in Gegenrichtung.

Konditionstraining – ja oder nein? Für die Absolvierung einer moderaten Fernwanderroute wie dem Lechweg braucht es vorab kein extra Konditionstraining. Wichtig ist vielmehr eine gute Selbsteinschätzung und welche Strecke man sich selbst und dem eigenen Körper zumuten möchte bzw. kann.

Vor Ort unterwegs. Der Wanderbus von der Rüfikopf-Haltestelle in Lech zum Formarinsee verkehrt fast stündlich, die Fahrt dauert etwa 40 Minuten. Weitere Busverbindungen zum Abkürzen der Strecke unterwegs finden sich auf der Lechweg-Homepage unter Prospektbestellungen.

GPS – ja oder nein? Da der Lechweg durchgehend markiert ist, benötigen Wanderer kein GPS. Sie finden das weiße L auf dunklem Grund an Wegweisern, Bäumen sowie Felsen entlang des Wegs. Die Abstände zwischen den Markierungen betragen in der Regel nicht mehr als 250 Meter.

Gepäcktransport – ja oder nein? In der Regel offeriert jede Fernwanderstrecke auch Gepäcktransporte. Am Lechweg übernimmt Fima Feuerstein GmbH den Shuttle von Reisetasche und Co. zur nächsten Unterkunft. Allerdings sollte dieser bereits vor Antritt der Fernwanderung gebucht werden, bis zu zwei Tage vor einem Transport ist dies möglich unter Tel: +43 5633 5633 oder E-Mail: info@feuerstein-bus.at.

Holzsteg über die Lech in Vorarlberg
Solang der Lech als kleiner Strom durch die alpine Vorarlberger Landschaft mäandert, helfen Holzstege Lechweg-Wanderern dabei, ihn trockenen Fußes zu überqueren. Bild: © Verein Lechweg/Fabian Heinz

Unterkünfte vorbuchen – ja oder nein? Grundsätzlich sind Fernwanderer auf der sicheren Seite, wenn sie Ihre Unterkünfte im Voraus buchen, die örtlichen Tourismusbüros sind gern dabei behilflich. Gerade im Juli und August wird dies sogar dringend empfohlen. Das gilt außerhalb der Hochsaison auch für alle, die Wert auf einen bestimmten Ausstattungsstandard legen oder direkt an der Wanderroute übernachten wollen.

Lechweg mit Hund – ja oder nein? Viele moderate Fernwanderstrecken wie der Lechweg sind mit Hund begehbar. Hundefreundliche Gastgeber sind im Serviceheft mit einem Piktogramm gekennzeichnet, online zu finden unter der Rubrik „Ausstattung“. Achtung: In Bussen besteht Maulkorb- und Leinenpflicht.

Übernachtungsmöglichkeiten. Alle Unterkünfte am Lechweg sind nach klaren Kriterien geprüft und nehmen Wanderer auch für nur eine Nacht auf. Die Partnerbetriebe finden sich im Serviceheft.

Einkehrmöglichkeiten. Entlang des Lechwegs reihen sich zahlreiche Hütten, Restaurants und Cafés aneinander. Nicht immer liegen diese direkt an der Strecke, gelegentlich sind kleine Abstecher zu absolvieren. Aber vor allem in den Ortslagen gibt es zahlreiche Gastronomiebetriebe mit regionalen Spezialitäten und hausgemachter Kost. Alle Lechweg-Gastrobetriebe sind aufgelistet im Serviceheft.

Wegsperren bzw. Wegezustand. Kurzfristige Wegsperren und Infos finden sich unter www.lechweg.com. Ebenso werden stets alle fünf Tourismusregionen (Füssen/Allgäu, Reutte/Tirol, Tiroler Lechtal/Tirol, Warth/Vorarlberg, Lech/Vorarlberg) informiert, um Wanderern aktuelle Auskünfte geben zu können.

Lechweg pauschal. Wer das Rundum-sorglos-Paket bevorzugt, wendet sich an einen professionellen Reiseveranstalter. Auf der Website www.lechweg.com finden sich alle, die den Lechweg im Programm haben.

Vogelbeobachtungsturm bei Pflach
Der 18 Meter hohe Vogelbeobachtungsturm bei Pflach gewährt Lechweg-Wanderern einen Einblick in die ornithologische Welt der Tiroler Naturparkregion Reutte. Bild: © Verein Lechweg/Fabian Heinz

Ausrüstungs-Checkliste von Lechweg-Expertin Daniela Pfefferkorn

„Die richtige Ausrüstung ist das A und O für eine gelungene Fernwanderung wie den Lechweg. Qualität und Passform spielen dabei eine entscheidende Rolle.“

Was unbedingt mit ins Gepäck muss:
– Wanderrucksack mit belüftetem Rücken
– Regenhülle
– Regenjacke und -hose (ggf. Funktionsbekleidung)
– bequeme Kleidung je nach Jahreszeit
– Wanderschuhe oder Bergschuhe
– Wanderstöcke
– Sonnenbrille, ggf. mit Brillenband
– Sonnenhut, Schildmütze (Kopfbedeckung)
– Pullover/Jacke (auch im Sommer in den Alpen notwendig)
– zusätzliches Paar Socken
– Proviant (mind. Müsliriegel, Traubenzucker)
– genügend zum Trinken (ggf. Trinkflasche mit Trinksystem) – Sonnencreme
– Erste-Hilfe-Set
– Kulturbeutel (Waschzeug, Zahnbürste/-pasta, Creme etc.)
– Medikamente nach persönlichem Bedarf
– Hygieneartikel nach persönlichem Bedarf
– Taschentücher
– Handtuch
– Hausschuhe oder Sandalen
– Nachtbekleidung
– Mobiltelefon und Ladekabel
– Taschenmesser
– Personalausweis, Reisepass, E-Card, Geld
– Wanderkarte

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