Botildenborg Ökofarm
Botildenborg begleitet junge Unternehmer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Bild: © Jens Nordenstrom

Nachhaltigkeit und ökologische Projekte in Skåne

In und rund um Malmö wird dem Thema Nachhaltigkeit eine besonders große Rolle zugeschrieben. Ambitionierte Persönlichkeiten und zukunftsweisende Unternehmen setzen sich hier verstärkt für Projekte ein, die den (touristischen) Alltag schöner und nachhaltiger machen und die Lebensqualität der nächsten Generationen verbessern. Ob bepflanzte Dachterrassen für Mensch und Tier, innovative Fischzucht, Urban Farming Initiativen oder Abfallzerkleinerer als Standardausstattung im Apartment – Skåne gebührt ein sicherer Platz auf der Karte großartiger Umweltprojekte und ihrer Initiatoren.

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Ekostad Augustenborg: Eine Stadt mit Geschichte, Zukunftsvisionen und grünem Daumen

Ende der 1940er Jahre wurde Augustenborg gebaut – seit den 1990er Jahren verwandelt sich das Wohngebiet immer mehr zu einer Stadt mit höchstem Ökoanspruch. Über die gesamte Nachbarschaft verteilt befinden sich Anlagen und Einrichtungen zur Verbesserung der Wasserversorgung und Energieeffizienz, des Immobilien-Recyclings und der gemeinsamen Kultivierung sowie vielen anderen Aspekten. Das Ziel, das problematische Areal zunehmend wirtschaftlicher, sozialer und ökologisch nachhaltiger zu gestalten, wird so schrittweise verfolgt. Nicht nur ein grüner Daumen, sondern unzählige „grüne Hände“ setzen sich zudem für den 9.500 Quadratmeter „Botanical Roof Garden“ der Stadt ein. Der Botanische Garten ist die größte Einrichtung seiner Art Skandinaviens, weit über die Grenzen Malmös hinaus. Hier wird die grüne Dachbepflanzung nicht nur zur Schau gestellt, sondern auch für Recherchezwecke genutzt.

Västra Hamnen: Wo an Torso und Zeit gedreht wird

Västra Hamnen ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Malmös. Vor 20 Jahren fiel der Startschuss zur Umsetzung einer Zukunftsvision, die das am Westhafen gelegene Areal in eine nachhaltige Stadt umwandeln sollte. Den Anfang machte die Fertigstellung des Wahrzeichens der Region, der in sich gedrehte Wolkenkratzer Turning Torso, im Jahr 2005. Ebenfalls auf dem Areal befindet sich Stapelbäddsparken, Nordeuropas größter Betonskaterpark, sowie STPLN, ein Kreativhaus für Ausstellungen, Workshops, Konzerte und innovative Ideen.

Stadtviertel Västra Hamnen Malmö
Das Stadtviertel Västra Hamnen am Westhafen von Malmö gilt als Vorzeigeprojekt in Sachen Nachhaltigkeit. Bild: © Joakim Lloyd Raboff

Västra Hamnen ist auch als Wohngebiet sehr beliebt und so wurden 147 Appartement im Turning Torso mit Abfallzerkleinerern in der Spüle ausgestattet. Diese sind mit einem speziellen Behälter verbunden, so dass Abfallwagen Essensreste direkt abtransportieren können. Der Erfolg der Einrichtung machte sie zum Standardobjekt – alle 600 Apartments des Fullriggaren-Viertels sind mit diesen umweltfreundlichen Tools ausgestattet. Der Abfall wird im Anschluss zu Biogas verarbeitet – damit werden Malmös Stadtbusse betrieben und Biodüngemittel für die Bauern in der Umgebung hergestellt. Dass die Zeit hier nicht stillsteht, sondern das Motto Zukunftsvisionen kontinuierlich weiterverfolgt wird, beweisen die neusten Entwicklungen: Die Stadt Malmö hat ein neues Konzept vorgelegt, das die Förderung weiterer Nachhaltigkeitsmaßnahmen bis ins Jahr 2031 umfasst. Unter anderem sollen hier Schwedens größtes passives und energieeffizientes Hausprojekt sowie ein Plan für ein nachhaltiges öffentliches Transportsystem und die Erweiterung der Grünflächen entstehen.

Turning Torso Wahrzeichen Västra Hamnen
Der Turning Torso ist das Wahrzeichen von Västra Hamnen. Bild: © Joakim Lloyd Raboff

Botildenborg: Eine, die anpackt – und die Welt zu einer besseren macht

Lena Friblick, Gründerin der Botildenborg Foundation, wurde im Rahmen der World CSR Day Awards (Corporate Social Responsibility) in die Top 50 der einflussreichsten Innovatoren und vom CSR Today Magazine in die Top 50 der engagiertesten Unternehmerinnen im sozialen Bereich gewählt. Botildenburg umfasst eine Reihe an Aktivitäten und Projekten, unter anderem Farming without Borders, City Farming, Rosengård Work und Rosengård Cooking, ein Projekt, bei dem Arbeitsplätze für Frauen ohne Schulbildung kreiert werden.

Botildenborg Gemüseernte
Die Erzeugnisse von Botildenborg werden auch an Restaurants und Hotels geliefert. Bild: © Jens Nordenstrom

Botildenborg soll Europas führender Ort der Begegnung für nachhaltige Innovationen werden – das inkludiert auch die eigene Ökofarm, deren Erzeugnisse auch an Restaurants und Hotels wie das kultige MJ’S in Malmö geliefert werden. Kaffee, Farm to Table – Erlebnisse, Kochevents und -kurse werden zudem vor Ort angeboten, immer unter Berücksichtigung des ganzheitlichen, nachhaltigen Ansatzes. Das Inkubatorprogramm von Botildenborg begleitet junge Unternehmer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit und hat bereits zahlreiche Urban Farming-Initiativen wie Vegostan, Landet Oss und Gröna Bruk auf den Weg gebracht. Sie liefern an Restaurants und verkaufen ihre Waren über den REKO-Ring in Malmö. Das REKO-Einzelhandels- und Vertriebsmodell bietet Kunden die Möglichkeit, Produkte direkt beim Hersteller zu bestellen, ohne dass Zwischenhändler erforderlich sind. Artikel werden auf Facebook vorbestellt, bevor sich Verbraucher und Hersteller jede Woche zur koordinierten Lieferung von Waren treffen. So werden Lebensmittelverschwendung und teure Zwischenhändler minimiert und die Kunden haben die Gelegenheit, Ihren lokalen Produzenten zu treffen!

Gårdsfisk: Fisch und Umwelt zuliebe

Zwei Männer, eine Idee, ein großer Preis: Johan Ljungquist und Mikael Olenmark Dessalles von Gårdsfisk sind Gewinner des „Climate Farmer of the Year“-Wettbewerbs. Den Titel hat den ambitionierten Fish Farmern ihr erstklassige, klimafreundliches Fischzuchtsystem eingebracht, das den gesamten Nachhaltigkeitskreislauf berücksichtigt. Wie viele große Erfindungen wurde auch diese in einer Garage bzw. in einer alten Scheune geboren. Die Beiden revolutionieren die Fischproduktion, in dem sie die Fische in Becken aufziehen, ohne die Umwelt zu belasten bzw. ihr sogar etwas Gutes tun. Besonderen Wert legen Johan und Mikael auch darauf, die „richtigen“ Fischarten auszuwählen, kein Antibiotikum zu verwenden und humane Tötungsbedingungen zu beachten. Auch das Heiz- und Lüftungssystem in den Scheunen läuft mit erneuerbarer Energie und zirkuliert effizient. Durch die Auswahl der Fische, die im Verhältnis mehr vegetarische Nahrung erhalten, wird, im Gegensatz zu anderen Fischzuchten, auch die Ausbeutung der Meere reduziert. Dank der engen Zusammenarbeit der Visionäre mit Wissenschaftlern und Forschern wurden sie als erste Fischzüchter mit einem Klimazertifikat ausgezeichnet.

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