Steineiche von Lecina
Die Steineiche von Lecina ist 1000 Jahre alt. Bild: Stelian Frentiu

Die Geschichte der 1000-jährigen Steineiche von Lecina

Das Dorf Lecina in der Provinz Huesca kämpft mit seinen 13 Einwohnern darum, dass die 1000-jährige Steineiche, die Carrasca Milenaria, wie sie auf Spanisch heißt, zur Gewinnerin des Wettbewerbs „Baum Europas“ wird. Bei dem Wettbewerb mit weiteren Bäumen aus anderen Ländern repräsentiert sie ganz Spanien. Doch das Dutzend Einwohner von Lecina steht nicht allein da; das kleine Dorfes in Huesca kann im Abstimmungsprozess auf dem Portal Tree Of The Year, der am 28. Februar endete, mit der Hilfe von über 35.000 Unterstützern rechnen.
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Der Jahrtausendbaum

Die legendäre Steineiche von Lecina ist ein wahrer Naturschatz, der vor Leben strotzt. In der Vergangenheit war sie die einzige Eiche, die vor der intensiven Holzkohlegewinnung bewahrt wurde, die in der Sierra de Guara in der Provinz Huesca üblich ist. Viele ihrer Gefährtinnen hatten nicht das gleiche Glück, und als wäre es ein Tribut an ihre Schwestern, hat diese Steineiche bis heute überlebt.

Unter dem Namen „Singular Tree of Aragon“ wurde sie bereits auf nationaler Ebene zum Baum des Jahres gewählt. Nun vertritt sie ganz Spanien beim Europäischen Wettbewerb „Baum des Jahres 2021“.

Der imposante Baum ist über 16 Meter hoch, besitzt eine Krone von 28 Metern Durchmesser und die Fläche seines Schatten beträgt rund 600 Quadratmeter. Um ihn zu umarmen, bedarf es mindestens vier Personen, denn der Umfang seines Stammes beträgt 7,5 Meter.

Die Steineiche ist allen Bewohnern von Lecina sehr ans Herz gewachsen. Die älteren Einwohner erinnern sich, wie sie in harten Wintern 600 Kilo Eicheln abwarf und mit dieser Menge die Schafe monatelang ernährt werden konnten. Somit gilt die Steineiche (Quercus ilex) als ein Beispiel für die Widerstandsfähigkeit der Natur. Unter ihrem Vordach werden Hochzeiten gefeiert; sie hat Schatten gespendet, um Pakte zu besiegeln und um sie ranken sich verschiedene Legenden.

Eine Legende besagt, dass Lecina vor langer Zeit von undurchdringlichen und geheimnisvollen Steineichenwäldern umgeben war, in denen sich Wölfe, Bären und Hexen versteckten. Als die Hexen noch die Sierra de Guara bevölkerten, sollen sie genau unter dieser Steineiche getanzt und gefeiert haben.

Carrasca Milenaria Lecina
Die Carrasca Milenaria, wie sie auch genannt wird, soll in harten Wintern schon bis zu 600 Kilo Eicheln abgeworfen haben. Bild: © Stelian Frentiu

Tausend Jahre später sind die Menschen immer noch mit der Steineiche verbunden. Wie früher erkoren die Einwohner den uralten Baum, der gleichzeitig so lebendig ist. zum Mittelpunkt ihre Feste. Mehr als 20.000 Kinder aus der ganzen Provinz kennen bereits ihre Geschichte und haben ihre Unterstützung für die tausendjährige Steineiche von Lecina in Form von Zeichnungen verewigt. Darauf ist zu sehen, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen oder ihre besondere Liebe zur Natur. Das gesamte Material wird an 85 Schulen in der Provinz Huesca verteilt, man kann also auch sagen, dass es der Baum der Kinder ist.

Die Steineiche ist ein auch ein Symbol für die Magie von Huesca. Sie ist der Baum, der das ländliche Spanien sichtbar macht. Gleichzeitig steht sie für all die kleinen Dörfer, die wie Lecina danach streben, die ländlichen Wurzeln zu bewahren und der Entvölkerung und Landflucht entgegenzutreten.

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