Grüne Meeresschildkröten vor Raine Island
Mit einer Drohne konnte die Population der Grünen Meeresschildkröte (Green Turtle) vor Raine Island am Great Barrier Reef jetzt wesentlich genauer festgestellt werden. Bild: Great Barrier Reef Foundation

Population der Grünen Meeresschildkröte am Great Barrier Reef „gewachsen“

Forscher auf Raine Island in Queensland, dem weltweit größten Nistplatz für Grüne Meeresschildkröten, haben erstaunliche Erkenntnisse über die Population dieser gefährdeten Schildkrötenart gewonnen. Eine Drohne hat maßgeblichen Anteil daran.

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Die im Dezember 2019 im Rahmen des „Raine Island Recovery Project“ aufgenommenen und Frame für Frame ausgewerteten Drohnen-Bilder zeigen bis zu 64.000 Green Turtles rund um Raine Island im nördlichen Great Barrier Reef. Bislang gingen die Wissenschaftler immer nur von rund 36.000, also wesentlich weniger Tieren aus.

Andrew Dunstan vom Department of Environment and Science (DES) und Hauptautor der erst jetzt im Juni veröffentlichen Studie sagt, dass Drohnen die effizienteste Erhebungsmethode zur wissenschaftlichen Auswertung der Schildkröten-Population seien. „In früheren Methoden wurden die Tiere immer von einem kleinen Boot aus gezählt, was lediglich zu Schätzungen und einer verringerten Genauigkeit führte“, erklärt der Forscher die überraschenden Zahlen.

Eine Green Turtle legt bis zu 600 Eier in einer Saison

Seit mehr als eintausend Jahren gilt Raine Island als DER Nistplatz für Green Turtles. Die Insel ist damit eine der weltweit ältesten Meeresschildkröten-Kolonien. Jedes Jahr zwischen November bis März kommen Zehntausende Tiere zum Nisten hierher. Eine Green Turtle kehrt frühestens im Alter von acht Jahren an den Strand zurück, an dem sie selbst zur Welt kam. Ein Weibchen brütet dann alle drei bis sieben Jahre. In einer Saison kommt sie dafür bis zu sechs Mal (alle zwölf Nächte) an den Strand. Dann gräbt sie ein großes Loch und legt jeweils rund 100 Eier in Tischtennisball-Größe. Dieser Prozess dauert mehrere Stunden. Im Idealfall sind das 600 Eier pro Schildkröte in einer Saison. Anschließend verschwindet sie wieder im Meer. Das Ausbrüten überlässt sie dann getrost der Sonne und dem warmen Sand. 

Grüne Meeresschildkröten bei der Eiablage auf Raine Island
Grüne Meeresschildkröten bei der Eiablage auf Raine Island. Bild: Christian Miller

Rund acht bis zehn Wochen später schlüpfen die Jungen und machen sich auf den Weg ins Meer (Hatching genannt). Doch nur eines von 1.000 Jungtieren wird selbst wieder für Nachwuchs sorgen. Die größte Gefahr für die Mini Turtles in den ersten Monaten sind Vögel und andere Meerestiere. Eine Green Turtle wird bis zu 1,40 Meter lang, rund 160 Kilogramm schwer und bis zu 50 Jahre alt.

Raine Island Recovery Project: Lebensraum nachhaltig schützen

„Die neueste Studie kombiniert Wissenschaft und Technologie, um die gefährdete Green Turtle besser zu zählen. Dies ist ein wichtiger Bestandteil unseres umfassenderen Raine Island Recovery Project“, erzählt Anna Marsden, Chefin der Great Barrier Reef Foundation und fügt hinzu: „Raine Island ist der weltweit größte Nistplatz für Green Turtles. Deshalb arbeiten wir daran, den Lebensraum nachhaltig zu schützen.“ 

Für das zunächst auf fünf Jahre veranschlagte Raine Island Recovery Project, eine Zusammenarbeit zwischen dem Queensland Government, der Great Barrier Reef Marine Park Authority, der Great Barrier Reef Foundation und den Traditional Owners der Wuthathi und Kemer Kemer Meriam Nation (Ugar, Mer, Erub), stehen umgerechnet rund 4,9 Millionen Euro (7,95 Millionen Australische Dollar) zur Verfügung. Mehr Details zum Raine Island Recovery Project unter https://parks.des.qld.gov.au/raineisland/

Raine Island liegt etwa 620 Kilometer nördlich von Cairns beziehungsweise 120 Kilometer vor der Halbinsel Cape York. Im Jahr 2007 wurde die 21 Hektar große Koralleninsel zusammen mit zwei Nachbarinseln (Moulter und MacLennan Cays) zum Nationalpark erklärt. Der Raine Island Nationalpark ist nach dem britischen Seefahrer Thomas Raine, der die Insel im Jahr 1815 entdeckte, benannt. 

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