Ausflugsboote vor Spinalonga
Die Insel Spinalonga wird mehrmals täglich von Ausflugsbooten angefahren. Bild: Herbert Aust/Pixabay

Spinalonga

Spinalonga ist eine kleine, unbewohnte Insel mit einer bewegten Vergangenheit vor der Ostküste Kretas. Sie gilt wegen ihrer wechselvollen Geschichte als ein ganz besonderer Ausflugtipp auf Kreta.

Die etwa 450 Meter lange und 250 Meter breite Insel liegt vom Festland etwa einen knappen Kilometer von der Ortschaft Plaka entfernt, sowie ca. fünf Kilometer von Elounda und 15 Kilometer von Agios Nikolaos. Von allen Ortschaften fahren regelmäßig Ausflugsboote nach Spinalonga.

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Aufgrund ihrer Lage im Golf von Mirabello am nördlichen Eingang des Golfs von Elounda  hatte die Insel schon früh eine wichtige strategische Bedeutung. Im 16. Jahrhundert errichteten die Venezianer hier eine mächtige Seefestung, deren Überreste auch heute noch zu bestaunen sind. Sie wollten das Gebiet vor allem vor den Osmanen schützen, die seinerzeit bereits Zypern besetzt hatten. Durch eine ständige Verstärkung des Verteidigungsringes hielt die Festung viele Jahrzehnte sämtlichen Eroberungsversuchen stand, erst 1715 waren die Eroberungsversuche der Osmanen erfolgreich. In der Folgezeit siedelten sich auf Spinalonga neben osmanische Soldaten auch muslimische Familien an, so dass die Insel bis Anfang des 20. Jahrhundert etwa 1000 Bewohner zählte.

Festungsmauer und Wehrturm Spinalonga
Festungsmauer und Wehrturm auf Spinalonga. Bild: ayeletbor/Pixabay

Als Folge des Griechisch-Türkischen Krieges und der Errichtung des Kretischen Staates verließen fast alle muslimischen Bewohner bis 1903 die Insel wieder. Fast zeitglich beschloss die kretische Regierung die Zwangsunterbringung von Leprakranken auf Spinalonga, um die Verbreitung der Krankheit zu unterbinden. Viele Jahre hatte Spinalonga danach die Funktion einer isolierten Leprakolonie – eine Epoche, mit der die Insel bis heute vor allem in Verbindung gebracht wird und ihren Bekanntheitsgrad verdankt. Waren die ausgesetzten Bewohner zunächst völlig auf sich alleine gestellt und mussten unter schwierigsten Bedingungen leben, erhielten sie im Laufe der Jahre zunehmend Unterstützung und errichteten neue Wohngebäude und kleine landwirtschaftliche Flächen. Als Ende der 40er-Jahre neue Medikamente entwickelt wurden, die die Heilungschancen deutlich erhöhten, durften geheilte Patienten die Insel auch wieder verlassen. 1957 wurde Spinalonga als Leprakolonie aufgelöst. In den Folgejahren verließen immer mehr Bewohner die Insel. Seit 1962 gilt sie offiziell als unbewohnt.

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Auch wenn mittlerweile viele Gebäude verfallen sind, so gibt ein Besuch der Insel auch heute noch einen guten Eindruck über die geschichtliche Entwicklung Spinalongas. Durch die Einstufung als „Archäologische Stätte“ werden auch zunehmend EU-Mittel zur Restaurierung der noch bestehenden Gebäude- und Festungskomplexe freigegeben. Die Überfahrt vom Festland dauert je nach Abfahrtsort zwischen 10 Minuten (Plaka) und etwa einer Stunde (Agios Nikolaos). In den Sommermonaten fahren kleine private Fischerboote nahezu im Halbstundenrhytmus nach Spinalonga. Neben den privaten Überfahrten gibt es auch geführte Touren, bei denen man aber an feste Abfahrtszeiten gebunden ist.

Tipp: Aufgrund der Beliebtheit der Insel als Ausflugsziel sollte man möglichst früh – vor dem Ansturm der großen Touristenströme – übersetzen.

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