Olivenhain bei Caimari
Die Landschaft um Caimari ist sehr landwirtschaftlich geprägt. Große Olivenhaine sind keine Seltenheit. Bild: Frank Meitzke/pb

Ethnologischer Park von Caimari

Wenn man die alten Bräuche des mallorquinischen Landlebens kennen lernen möchte, sollte man dem Parque Etnológico von Caimari am Fuβ der Sierra de Tramuntana einen Besuch abstatten. Der ganzjährig geöffnete Park mit einer Fläche von dreitausend Quadratmetern, der in seiner Art auf den Balearischen Inseln einmalig ist, befindet sich am Ortseingang von Caimari im Distrikt „Selva“.

Für die Einrichtung dieses besonderen Freilichtmuseums stellten das Wissen und die Kenntnisse der alten Bauern über längst verschwundene Berufe einen wichtigen Fundus dar, da gezeigt werden soll, wie das Leben der Bauern auf die Nutzung der natürlichen Ressourcen ausgerichtet war. Es sind Werkzeuge und Bauten zu sehen, die der Mensch vor der Industrialisierung benutzt hat. Auβerdem kann man lernen, wie früher Kalk hergestellt, wie das Vieh eingekreist oder Öl aus verschiedenen Olivensorten hergestellt wurde, was jedes Jahr im November während der berühmten Fira de s´Oliva demonstriert wird.

Besonders interessant sind einige der ausgestellten Geräte, die bislang nur als Abbildung in Büchern zu sehen waren. Dazu gehören beispielsweise das coll de tords, ein Netz für den Fang von Drosseln, der Zaun aus bardissa zum Einkreisen von Vieh oder die llosa, eine besondere Falle für den Fang von Vögeln und Kleintieren.

In diesem Park lernt man auch die Funktion von Bauten und Gerätschaften kennen, die noch heute in den Wäldern der Insel vorzufinden sind. Wie etwa der forn de calç ein Ofen zur Kalkherstellung, oder der typische sitja, ein Berg aus Baumstämmen, Steinen und Ästen für die Kohleherstellung oder die Hütten, in denen die Köhler lebten. Informationstafeln geben über die Verwendung und Bauvorgänge all dieser Nachbildungen.

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