Höhlengang in der Cueva del Viento
Die Gänge in der Cueva del Viento sind nicht beleuchtet. Besucher werden mit Stirnlampen ausgestattet. Bild: © Turismo Tenerife

Cueva del Viento

Die beeindruckende Cueva del Viento auf Teneriffa ist die größte Vulkanröhre Europas und gleichzeitig die fünftgrößte der Welt.  Eine Besichtigung der Höhle gleicht einer Reise in das Innere der Erde, denn in der über 17 Kilometer langen Vulkanröhre befinden sich viele unterirdische Gänge. Die Besichtigung des Höhlengeländes, die einen mittleren Schwierigkeitsgrad aufweist, dauert insgesamt drei Stunden. Für das Innere der Höhle sind ca. 45 Minuten angesetzt, wobei 250 Meter des Höhlengangs besichtigt werden können.

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Die geführte Besichtigung wird durch Erklärungen zu geologischen Formationen und interessanten ethnografischen Besonderheiten ergänzt.

Die Tour beginnt im Besucherzentrum von Icod de los Vinos. Von dort aus werden die Teilnehmer in die Nähe der Vulkanröhre gefahren. Hier beginnt wiederum ein kleiner Fußmarsch zum eigentlichen Lavaröhrensystem. Ein ehemaliger Handelspfad führt durch ein Lavafeld zum Eingang der Höhle. Der Rückweg erfolgt auf einem anderen Weg zu einem typischen Dreschplatz und zu den Ruinen ehemaliger landwirtschaftlicher Gebäude. Dadurch erschließt sich den Teilnehmern nicht nur eine wunderschöne Landschaft, sondern sie erhalten auch Einblick in den ethnografischen Reichtum der Gegend. Geologische Formationen erklären das eigenartige Relief, das man durchläuft: es handelt sich um einen riesigen Kanal zähflüssiger, phonolitischer Lava, die sich vom Pico Viejo herunter gewälzt hat und um die Lava der Röhre selbst.

Der angenehme Fußmarsch zum Höhleneingang verläuft zum Teil über einen „Camino Real“. Als „Königliche Wege“ wurden die ehemaligen Handelswege bezeichnet, die früher als Verbindungsweg zwischen den Ortschaften des Nordens der Insel und jene des Südens oder als Kommunikation zwischen den Bergdörfern dienten. Diese Handelswege, deren Breite für zwei Maultiere angelegt war, entstanden nach der Eroberung der Insel, wobei teilweise die alten Pfade der Ureinwohner, der Guanchen, genutzt wurden.

Früher diente dieses Gebiet auch als Dreschplatz. Die Getreidekörner wurden mit Flegeln aus den Ähren gedroschen und geworfelt, danach geröstet und schließlich zum typischen Getreidemehl, dem „Gofio“ gemahlen, das nicht nur für die Guanchen von Bedeutung war, sondern auch heute noch gern und viel benutzt wird.

Die Vulkanröhre selbst ist nicht beleuchtet. Die Tour erfolgt mit Helm und Stirnlicht. Die Besucher können erkennen, wie die vorwärts geflossene Lava ihre Zähflüssigkeit verändert und dadurch zahlreiche Gesteinsformationen und Phänomene „gezeichnet“ hat. Die Besucher erhalten durch diese „Zeichnung“ beinahe den Eindruck, vor einem riesigen, versteinerten Lebewesen zu stehen. Die Dunkelheit und die Stille führen einem auf direktem und natürlichem Weg unglaubliche geologische Phänomene vor Augen.

Die Cueva del Viento sticht auch durch die einzigartigen geomorphologischen Merkmale hervor. Das Galeriennetz breitet sich auf drei übereinanderliegenden Ebenen aus. Ein solches Phänomen ist weltweit einmalig. Zudem weist die Vulkanröhre Strukturen primären Ursprungs auf, darunter Lavastalaktiten, Lavafälle, seitlich angeordnete Terrassen oder Lavaseen, aber auch exogene Verhärtungen unterschiedlicher Zusammensetzungen (Kalziumkarbonat und andere Salze).

Weiterführende Informationen finden Sie hier: Cueva del Viento – Vulkanröhre

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