Monte exklusiver Villenvorort von Funchal
Monte ist ein exklusiver Villenvorort oberhalb von Funchal. Bild: maximal/Unsplash

Monte

Monte gehört eigentlich zu Funchal und fühlt sich trotzdem wie ein eigenes Reiseziel an. Rund fünf Kilometer trennen die Altstadt von dem höher gelegenen Villen-Vorort. Dazwischen liegen steile Straßen, dicht bebaute Hänge und mehrere Hundert Höhenmeter. Viele Besucher kommen mit der Seilbahn, gehen in den Tropischen Garten und fahren anschließend im Korbschlitten wieder ein Stück bergab. Diese Kombination hat Monte berühmt gemacht. Wer sich etwas mehr Zeit nimmt, entdeckt jedoch auch alte Quintas, eine bedeutende Wallfahrtskirche und Spuren aus jener Zeit, als wohlhabende Familien aus Funchal die heißen Sommermonate lieber oben am Berg verbrachten. Monte ist kein klassischer Urlaubsort mit einer gewachsenen Fußgängerzone. Die wichtigsten Ziele verteilen sich über steiles Gelände. Bequeme Schuhe sind hier wichtiger als ein genauer Rundgangsplan.

Vom Sommerwohnsitz zum Ausflugsziel

Monte liegt deutlich höher als das Zentrum von Funchal. Die kühlere und häufig feuchtere Luft machte den Ort ab dem 18. und 19. Jahrhundert zu einer gefragten Sommerfrische. Kaufleute und vermögende Familien ließen Landhäuser errichten und umgaben sie mit großzügigen Gärten.

Einige dieser Quintas prägen Monte bis heute. Hinter Mauern und alten Toren wachsen Kamelien, Baumfarne, Hortensien und mächtige Bäume. Nicht alle Anwesen sind öffentlich zugänglich. Trotzdem lässt sich noch erkennen, warum Monte lange als vornehmer Rückzugsort über der Stadt galt. Dabei besteht der Ort keineswegs ausschließlich aus Villen und Parkanlagen. Auf dem Hang stehen inzwischen viele gewöhnliche Wohnhäuser. Kleine Geschäfte, Cafés, Gärten und schmale Zufahrten liegen zwischen den bekannten Sehenswürdigkeiten. Das Bild ist weniger herausgeputzt, als manche Reiseführer vermuten lassen.

Villenort Monte auf Madeira
Der Villenort Monte liegt oberhalb von Madeiras Hauptstadt Funchal auf einer Höhe zwischen 600 und 800 Metern. Bild: Alfred Koop/pb

Mit der Seilbahn von Funchal nach Monte

Die angenehmste Anreise beginnt in der Altstadt von Funchal. Die Talstation der Teleférico Funchal-Monte liegt am Jardim do Almirante Reis, wenige Gehminuten vom Mercado dos Lavradores entfernt. Während der etwa 15-minütigen Fahrt verändert sich der Blick auf die Stadt. Zuerst sieht man die Dächer der Zona Velha und den Hafen. Weiter oben öffnen sich die dicht bebauten Täler, die umliegenden Hänge und die Bucht von Funchal. Bei klarem Wetter reicht die Sicht weit über den Atlantik.

Die Seilbahn fährt täglich von 8.45 bis 17.45 Uhr. Lediglich am 25. Dezember bleibt sie geschlossen. Eine einfache Fahrt kostet für Erwachsene 16 Euro, Hin- und Rückfahrt kosten 22 Euro. Kinder bis sechs Jahre fahren kostenlos, Kinder zwischen sieben und 14 Jahren zahlen die Hälfte. Diese Angaben entsprechen dem Stand von Oktober 2026 und können sich ändern.

Talstation: Rua Dom Carlos I, 9060-190 Funchal
Bergstation: Largo das Babosas 8, 9050-541 Funchal

Funchal Seilbahn Start am Hafen
Die Seilbahn in Funchal hat ihren Startpunkt am Hafen. Während der Fahrt können die Passagiere weite Blicke über die Stadt werfen. Bild: Erik Karits/Unsplash

Wer später mit dem Korbschlitten fahren möchte, braucht nicht unbedingt eine Rückfahrkarte. Der Schlitten endet allerdings nicht im Zentrum von Funchal. Für den restlichen Weg muss man einen Bus oder ein Taxi nehmen oder zu Fuß weitergehen.

Mit dem Linienbus ist Monte günstiger erreichbar. Zum Monte Palace fahren unter anderem die Linien 20, 21, 22 und 48. Ein Mietwagen ist möglich, wegen der steilen und teilweise engen Straßen sowie der begrenzten Parkmöglichkeiten aber nicht immer die bequemste Lösung.

Monte Palace: Garten, Kunst und steile Wege

Direkt an der Bergstation beginnt der Monte Palace Madeira Tropical Garden. Das Gelände umfasst rund 70.000 Quadratmeter. Wege führen an Teichen, Wasserfällen, asiatisch gestalteten Gärten, Azulejo-Tafeln und einer großen Sammlung exotischer Pflanzen vorbei. Die Geschichte des Anwesens reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Der englische Konsul Charles Murray ließ hier zunächst eine Quinta anlegen. 1897 kaufte Alfredo Guilherme Rodrigues das Grundstück und errichtete ein palastartiges Gebäude, das später als Monte Palace Hotel genutzt wurde. Das Innere dieses ehemaligen Hotels ist heute nicht öffentlich zugänglich.

Für den Garten sollte man mindestens zwei Stunden einplanen. Wer sich die Museen, Kunstwerke und abgelegeneren Bereiche ansehen möchte, bleibt leicht einen halben Tag. Das Gelände fällt stellenweise kräftig ab. Manche Wege und Treppen sind bei Regen rutschig. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist der Besuch deshalb nur bedingt geeignet. Der Betreiber weist selbst auf die eingeschränkte Barrierefreiheit hin.

Der Garten ist von April bis September täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Von Oktober bis März schließt er um 18 Uhr. Letzter Einlass ist um 18.15 Uhr beziehungsweise 17.15 Uhr. Die Museen schließen bereits um 17.30 Uhr. Am 25. Dezember bleibt die Anlage geschlossen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 18 Euro. Kinder bis einschließlich 14 Jahre erhalten in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Preise und Öffnungszeiten: Stand Oktober 2026. Vor dem Besuch empfiehlt sich eine Kontrolle auf der offiziellen Internetseite, da kurzfristige Änderungen möglich sind.

Adresse: Caminho das Babosas 4-A, 9050-541 Funchal

Nossa Senhora do Monte und das Grab Kaiser Karls I

Ein paar Gehminuten vom Garten entfernt steht die Igreja de Nossa Senhora do Monte. Eine breite Freitreppe führt zu der weiß getünchten Kirche hinauf. Von ihrem Vorplatz blickt man über die Dächer von Monte bis hinunter nach Funchal. An dieser Stelle befand sich bereits im 15. Jahrhundert eine Kapelle. Der Bau der heutigen Kirche begann 1741. Ein Erdbeben beschädigte das noch junge Gebäude wenige Jahre später erheblich. Nach dem Wiederaufbau wurde die Kirche 1818 geweiht.

Im linken Seitenschiff befindet sich das Grab von Kaiser Karl I. von Österreich, dem letzten Herrscher Österreich-Ungarns. Nach dem Ende der Habsburgermonarchie ging Karl mit seiner Familie ins Exil nach Madeira. Er lebte zuletzt in der nahe gelegenen Quinta do Monte und starb dort am 1. April 1922 an einer Lungenentzündung. Seit 2004 wird er in der katholischen Kirche als Seliger verehrt. Vor der Kirche erinnert eine Bronzestatue an ihn.

Der Eintritt in die Kirche ist kostenlos. Als reguläre Besuchszeiten nennt die Stadt Funchal dienstags bis samstags 9 bis 19 Uhr sowie montags und sonntags 9 bis 18 Uhr. Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen können den Zugang zeitweise einschränken.

Adresse: Rampa da Sacristia 1, 9050-285 Funchal
Eintritt: kostenlos
Angaben: Stand Oktober 2026

Am 14. und 15. August wird Monte zum Mittelpunkt eines der größten religiösen Feste Madeiras. Die Feier zu Ehren von Nossa Senhora do Monte zieht Pilger und Besucher aus der gesamten Inselregion an. Rund um Kirche und Ortskern ist es an diesen Tagen sehr voll. Die Korbschlitten stellen dann ihren Betrieb ein.

Der Korbschlitten: berühmter als seine Strecke lang ist

Unterhalb der Kirchentreppe beginnt die Fahrt mit den Carros de Cesto. Die geflochtenen Schlitten stehen auf Holzkufen und werden von zwei weiß gekleideten Carreiros gelenkt. Schuhe mit dicken Gummisohlen dienen ihnen zum Bremsen. Die Tradition entstand im 19. Jahrhundert, als die Schlitten noch als schnelles Verkehrsmittel zwischen Monte und Funchal dienten. Heute ist die Fahrt eine Touristenattraktion. Die etwa zwei Kilometer lange Strecke führt über öffentliche, teilweise für den Autoverkehr genutzte Straßen bis nach Livramento.

Korbschlittenfahrer von Monte
Die Korbschlittenfahrer von Monte sind eine Berühmtheit auf Madeira. Sie fahren ihre Gäste auf einer rasanten Fahrt von Monte nach Funchal. Bild: Madeira Promotion Bureau/Andre Carvalho

Eine Fahrt kostet 30 Euro für eine Person, 40 Euro für zwei und 60 Euro für drei Personen. Gefahren wird montags bis samstags von 9 bis 18 Uhr. Die Abfahrtsstation schließt regulär um 17.45 Uhr. Bei großem Andrang oder schlechtem Wetter kann der Kartenverkauf früher enden. Onlinebuchungen sind nach Angaben des Betreibers nicht möglich. Bei Regen oder nasser Fahrbahn werden keine Schlitten mit drei Personen eingesetzt.

Abfahrt: Caminho do Monte, Entrada 151, Porta 4, 9050-288 Monte
Endpunkt: Caminho do Monte 82/84, 9050-288 Livramento
Preise und Betriebszeiten: Stand Oktober 2026

Wichtig für die Planung ist der Endpunkt. Livramento liegt noch deutlich oberhalb der Innenstadt. Zu Fuß führt der Weg steil bergab und ist nicht für jeden angenehm. Taxis warten häufig in der Nähe, alternativ verkehren Busse. Den Fahrpreis für ein Taxi sollte man vor dem Einsteigen erfragen.

An Tagen mit mehreren Kreuzfahrtschiffen können sich lange Warteschlangen bilden. Wer unbedingt fahren möchte, kommt möglichst früh. Sonntags sowie am 1. Januar, an Karfreitag, Ostersonntag, am 14. und 15. August und am 25. Dezember bleiben die Korbschlitten stehen.

Spuren der alten Zahnradbahn

Lange bevor die heutige Seilbahn eröffnet wurde, führte eine Zahnradbahn von Funchal nach Monte. Sie nahm 1893 den Betrieb auf und wurde später bis Terreiro da Luta verlängert. Hotels, Ausflugslokale und Gärten profitierten von der neuen Verbindung. 1943 endete der Bahnbetrieb. Die Strecke verschwand weitgehend aus dem Stadtbild, einzelne Spuren und Ortsbezeichnungen erinnern aber noch an sie. Die moderne Seilbahn folgt nicht der ehemaligen Trasse. Die Existenz der alten Zahnradbahn erklärt, warum Monte schon früh auf Tagesgäste ausgerichtet war. Der Ort entwickelte sich nicht erst durch den heutigen Madeira-Tourismus zum Ausflugsziel.

Wetter und Kleidung

Zwischen der Uferpromenade von Funchal und Monte liegen mehrere Hundert Höhenmeter. Der Temperaturunterschied fällt nicht jeden Tag stark aus, doch Wolken, Wind und kurze Regenschauer treten oben häufiger auf. Während am Hafen die Sonne scheint, kann Monte bereits im Nebel liegen. Eine leichte Jacke gehört deshalb auch an warmen Tagen in den Rucksack. Nach Regen sind feste Schuhe besonders sinnvoll. Das gilt im Monte Palace ebenso wie auf den steilen Straßen rund um Kirche und Korbschlittenstation.

Wie viel Zeit sollte man für Monte einplanen?

Für Seilbahn, Monte Palace, Kirche und Korbschlitten wird ein Vormittag schnell knapp. Ein realistischer Besuch dauert vier bis sechs Stunden. Wer den Garten ausführlich besichtigen oder zwischendurch essen möchte, kann fast einen ganzen Tag einplanen.

Eine sinnvolle Reihenfolge ist:

  •  Früh mit der Seilbahn von Funchal nach Monte fahren.
  • Den Monte Palace vor dem größten Besucherandrang besichtigen.
  • Zur Kirche Nossa Senhora do Monte gehen.
  • Je nach Interesse mit dem Korbschlitten nach Livramento fahren oder mit Seilbahn beziehungsweise Bus zurückkehren.

Der Botanische Garten von Madeira lässt sich theoretisch über eine zweite Seilbahnverbindung einbauen. Zusammen mit dem Monte Palace wird daraus jedoch ein langer Gartentag. Für beide Anlagen jeweils nur eine knappe Stunde einzuplanen, wird ihrer Größe kaum gerecht.

Monte als Urlaubsort

Monte eignet sich nicht nur für einen Tagesausflug. Wer hier übernachtet, wohnt grüner und ruhiger als im Zentrum von Funchal. Einige Unterkünfte befinden sich in historischen Quintas oder an aussichtsreichen Hanglagen. Dafür muss man mit steilen Wegen und weniger Auswahl bei Restaurants und Geschäften rechnen. Nach Betriebsschluss der Seilbahn wird die Verbindung zur Innenstadt umständlicher. Ein Mietwagen erleichtert Ausflüge, kann an engen Zufahrten und Unterkünften ohne eigenen Parkplatz aber ebenfalls Probleme bereiten.

Für Reisende, die abends gerne zu Fuß zwischen Restaurants, Bars und Hafenpromenade wechseln, ist das Zentrum von Funchal praktischer. Monte passt eher zu Menschen, die Ruhe, Gärten und den Blick über die Stadt höher gewichten als kurze Wege zum Stadtleben.

Impressionen von Monte (von Living Walks)

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