Ausblick vom Miradouro da Fajã do Barro bei Ribeira da Janela
Der Miradouro da Fajã do Barro befindet sich bei Ribeira da Janela im Nordwesten Madeiras. © Tiago Machado

Aussichtspunkte auf Madeira

Die Topographie Madeiras mit vielen Höhenunterschieden,  steilen Küstenabschnitten, tiefen Tälern und einer beeindruckenden Bergwelt ist die Basis für eine große Zahl von spektakuären Aussichtspunkten, den sogenannten Miradouros. Einige liegen direkt an einer Straße und eignen sich für einen kurzen Zwischenstopp, andere erreicht man erst nach einem Spaziergang oder einer längeren Wanderung. Es gibt gläserne Plattformen, Aussichtsterrassen in Parks und einfache Plätze am Rand eines Bergkamms. Manchmal richtet sich der Blick auf das Meer, manchmal in den Laurisilva-Wald oder auf Dörfer, die tief unten in einem Talkessel liegen.
Madeira Küste vor tiefblauem Meer
Madeiras Küste vor dem tiefblauen Atlantik. Die klimatischen Bedingungen auf der Insel sorgen für eine üppige Fauna und Flora. Bild: Michael Roebbers/pb
Eine Auswahl der schöner Miradouros stellen wir nachfolgend vor. Sie ist jedoch nicht als Rangliste zu verstehen und erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellt Miradouros vor, die unterschiedliche Landschaften Madeiras zeigen und sich sinnvoll in eine Inselrundfahrt oder einen Ausflug einbauen lassen. Viele Aussichtspunkte sind direkt mit dem Auto über serpentinenreiche Straßen erreichbar und verfügen über Parkplätze. Manche bieten kleine Cafés, Terrassen oder sanitäre Anlagen, andere sind schlichte, ruhige Steinbalkone am Straßenrand. Bei einigen Miradouros ist das Wetter ein wichtiger Verbündeter, der entscheidet, was man wirklich sehen kann. Das Wetter auf Madeira kann sehr schnell umschlagen und ein sonniger Tagesbeginn an der Küste bedeutet noch nicht, dass auch auf der ganzen Insel klare Sicht herrscht. Gerade die höher gelegenen Miradouros in den Bergen sind oft in Wolken gehüllt, entsprechend wenig ist dann auch zu sehen. Ein Blick auf die Live-Webcams der Insel lohnt sich vor der Fahrt.

Aussichtspunkte im zentralen Bergland

Pico do Areeiro

Der Pico do Areeiro gehört mit 1.818 Metern zu den höchsten Bergen Madeiras. Anders als viele Gipfel der Insel ist er über eine Straße erreichbar. Entsprechend gut besucht ist der Aussichtsbereich an schönen Tagen. Vom Parkplatz führt nur ein kurzer Weg zu den ersten Aussichtsterrassen. Bei klarer Sicht öffnet sich ein weiter Blick über das zentrale Bergmassiv. Schmale Grate, steile Felswände und tiefe Schluchten prägen die Landschaft. Manchmal liegen die Wolken unterhalb des Gipfels. An anderen Tagen befindet sich der gesamte Berg im Nebel.

Ausgebauter Wanderweg zum Miradouro Pico do Areeiro
Der Miradouro Pico do Areeiro ist durch gut ausgebaute Wege auch für wenig erfahrene Wanderer gut zu erreichen. © Madeira Tourism Board

Der Pico do Areeiro ist Ausgangspunkt des PR 1 in Richtung Pico Ruivo.
In unmittelbarer Nähe befinden sich einige weitere beliebte Aussichtspunkte entlang der Wanderwege, wie zum Beispiel der Miradouro do Ninho da Manta, der Miradouro da Pedra Rija (Stairway to Heaven) oder der Miradouro do Juncal. Es lohnt sich also, Wanderschuhe- und -gepäck dabei zu haben, um gleich mehrere attraktive Mirodouros zu entdecken.

Berücksichtigt werden muss dabei allerdings, dass die Wanderung auf dem PR 1 mittlerweile kostenpflichtig ist (4,50 Euro für Personen, die älter als 12 Jahre sind) und vorab über das offizielle SIMplifica-Portal angemeldet werden muss. Auch für den offiziellen Parkplatz am Gipfel wird eine Gebühr fällig (aktuell 4 Euro/Stunde, Stand Oktober 2026). Die Zufahrt und der Parkplatz können bei schlechtem Wetter oder starkem Besucherandrang zeitweise eingeschränkt sein.

Eira do Serrado

Vom Aussichtspunkt Eira do Serrado blickt man aus 1.095 Metern Höhe in den Talkessel von Curral das Freiras (das sogenannte „Nonnental“). Das Dorf liegt zwischen hohen Berghängen, die es fast vollständig vom übrigen Inselgebiet abschirmen.

Der Aussichtspunkt ist nicht unmittelbar mit dem Auto erreichbar. Vom Parkplatz bei der Estalagem Eira do Serrado führt ein befestigter, teilweise ansteigender Fußweg zur Aussichtsterrasse. Für den Weg sollte man ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten pro Richtung einplanen. Vor Ort gibt es ein Hotel mit einem Café, Toiletten sowie einen kleineren Souvenirladen. Das Parken ist in der Regel kostenlos (Stand Oktober 2026).

Die Dimensionen des Tals sind durchaus beeindruckend. Häuser, Straßen und bewirtschaftete Terrassen wirken zwischen den Bergen ungewöhnlich klein. Zur Mittagszeit scheint die Sonne direkt in den Talkessel und beleuchtet das Dorf und die Felswände besonders gut. Ein beliebtes Fotomotiv ist auch, wenn sich Wolkenreste zwischen den Gipfeln halten, die Sicht in das Tal aber frei bleibt. Da der Besuch vor Ort nicht viel Zeit beansprucht, lässt er sich gut mit einer Weiterfahrt ins Nonnental (Curral das Freiras) oder einer Tour durch die Berge verbinden.

Miradouro dos Balcões

Der Aussichtspunkt Miradouro dos Balcões  liegt am Ende des kurzen Wanderweges PR 11. Die Strecke beginnt in Ribeiro Frio, ist überwiegend flach und folgt auf etwa 1,5 Kilometern einer Levada durch den Laurisilva-Wald. Der Rückweg verläuft auf derselben Route, sodass insgesamt rund drei Kilometer zurückgelegt werden (ca. 45 Minten pro Strecke). Von der kleinen Plattform reicht der Blick in das dicht bewaldete Tal der Ribeira da Metade bis an die Nordostküste samt dem markanten Felsen Penha d’Águia. Bei guter Sicht sind dahinter der Pico do Areeiro, der Pico das Torres und der Pico Ruivo zu erkennen. Madeira-Buchfinken halten sich häufig in der Umgebung auf. Sie sollten trotz ihrer Zutraulichkeit nicht gefüttert werden.

Der Miradouro dos Balcões bietet einen weiten Ausblick über das Flusstal des Ribeira da Metade
Der Miradouro dos Balcões ist einer der bekanntesten Aussichtspunkte Madeiras und nur zu Fuß über den Wanderweg PR 11 zu erreichen. Er liegt inmitten des Laurisilva-Waldes und bietet einen weiten Ausblick über das Flusstal des Ribeira da Metade. © Filipe Mendonca

Da der Weg so einfach ist, gehört der Aussichtspunkt zu den meistbesuchten Spots der Insel. Zwischen 10:00 und 15:00 Uhr ist es oft sehr voll und Reisebusse bringen viele Menschen her. Wer individuell anreisen kann, sollte am besten früh morgens (vor dem Andrang und mit oft besserer Sicht) oder am späten Nachmittag kommen. In der Regel löst man dann auch das Parkproblem, denn die Parkplätze in Ribeiro Frio sind begrenzt; früh kommen lohnt sich also doppelt. Auch wenn der Weg leicht ist, kann er nach Regen feucht und rutschig sein. Für den PR 11 muss vorab ein Zeitfenster über das Portal SIMplifica reserviert werden (Gebühr 4,50 Euro für Besucher ab 13 Jahren).

Bica da Cana

Bica da Cana liegt auf etwa 1.580 Metern am östlichen Rand der Hochebene Paul da Serra. Vom Aussichtspunkt sieht man über das Tal von São Vicente und die bewaldeten Berghänge der Nordseite. Die beste Zeit für einen Besuch des Bica da Cana ist in der Regel der frühe Morgen. Dann können die Höhenzüge bereits in der Sonne liegen, während sich in den Tälern noch eine geschlossene Wolkendecke hält. Durch die dicke Wolkendecke hindurch stoßen dann die höchsten Gipfel der Insel (wie der Pico do Areeiro und Pico Ruivo). Eine Garantie gibt es für das Wetterphänomen natürlich nicht. Bei tief hängenden Wolken kann die Aussicht genauso auch komplett verschwinden. Im Vergleich zum oft heillos überfüllten Pico do Areeiro ist Bica da Cana oft deutlich ruhiger und weniger überlaufen.
Blick von Bica da Cana ins wolkenverhangene Tal von São Vicente
Nicht selten liegt der Aussichtspunkt Bica da Cana oberhalb der Wolkendecke. Bei freier Sicht eröffnet sich ein weiter Blick ins Tal von São Vicente. Bild: VillageHero CC BY-SA 2.0
Direkt am Aussichtspunkt starten mehrere Wanderwege, darunter auch der Rundweg Circuito da Bica da Cana (ca. 3,4 km) über das Hochmoor. Ein Teil des Rundwegs führt über den Pfad PR 17, für den ein kostenpflichtiges Ticket (über SIMplifica) nötig sein kann. Der Parkplatz am Bica da Cana liegt an der Straße, und der Weg zum Aussichtspunkt ist kurz. In der Nähe befinden sich ein Picknickbereich mit Tischen, Feuerstellen und sanitären Einrichtungen. Bica da Cana lässt sich gut mit einer Fahrt über Paul da Serra verbinden.

Miradouros an der Ostküste

Ponta do Rosto

Der Miradouro Ponta do Rosto liegt auf der Halbinsel Ponta de São Lourenço. Die Landschaft um den Ponta do Rosto ist eher karg und unterscheidet sich damit deutlich vom bewaldeten Inselinneren. Wind, geringe Niederschläge und salzhaltige Luft lassen hier überwiegend niedrige Pflanzen wachsen. Die Klippen leuchten in bunten Erd- und Gesteinstönen (gelb, orange, rot, braun und schwarz) vulkanischen Ursprungs.

Vom Aussichtspunkt lassen sich sowohl die Nordküste als auch die Südküste überblicken. Bei klarer Luft reicht die Sicht bis Porto Santo. Der Miradouro Ponta do Rosto ist mit dem Auto gut erreichbar (ca. 35 Minuten von Funchal). Parkplätze sind vorhanden. Der Stopp selbst dauert meist nur eine halbe bis eine Stunde, lässt sich aber ideal mit der bekannten Wanderung auf der Halbinsel São Lourenço (PR 8) kombinieren. Auf jeden Fall sollten etwaige Absperrungen unbedingt respektiert werden, da die Klippen in der Region steil abbrechen.

Pico do Facho

Der Miradouro Pico do Facho befindet sich an der Ostküste Madeiras oberhalb von Machico.  Aus einer Höhe von etwa 280 Metern sind die Bucht, der Stadtstrand, das Tal und der Flughafen zu sehen. In östlicher Richtung reicht der Blick bis zur Ponta de São Lourenço. Der Aussichtspunkt gilt als einer der besten Plätze, um den Flugzeugen beim Starten und Landen direkt am Flughafen von Madeira zuzusehen.

Der Miradouro Pico do Facho besitzt auch eine historische Bedeutung. Wegen seiner exponierten Lage wurden auf dem Berg früher Signalfeuer entzündet, um die Bevölkerung vor herannahenden Piratenschiffen zu warnen. Der portugiesische Begriff facho bezeichnet eine Fackel oder ein Signalfeuer.

Blick vom Miradouro Pico do Facho auf Machico.
Blick vom Miradouro Pico do Facho auf Machico. Bild: Amir Deljouyi/Unsplash
Die Zufahrt zweigt im Bereich des alten Caniçal-Tunnels ab. Das letzte Stück verläuft über eine ansteigende Straße. Der Pico do Facho lässt sich gut mit einem Besuch von Machico oder Caniçal verbinden.

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