Aussichtspunkte im zentralen Bergland
Pico do Areeiro
Der Pico do Areeiro gehört mit 1.818 Metern zu den höchsten Bergen Madeiras. Anders als viele Gipfel der Insel ist er über eine Straße erreichbar. Entsprechend gut besucht ist der Aussichtsbereich an schönen Tagen. Vom Parkplatz führt nur ein kurzer Weg zu den ersten Aussichtsterrassen. Bei klarer Sicht öffnet sich ein weiter Blick über das zentrale Bergmassiv. Schmale Grate, steile Felswände und tiefe Schluchten prägen die Landschaft. Manchmal liegen die Wolken unterhalb des Gipfels. An anderen Tagen befindet sich der gesamte Berg im Nebel.
Der Pico do Areeiro ist Ausgangspunkt des PR 1 in Richtung Pico Ruivo.
In unmittelbarer Nähe befinden sich einige weitere beliebte Aussichtspunkte entlang der Wanderwege, wie zum Beispiel der Miradouro do Ninho da Manta, der Miradouro da Pedra Rija (Stairway to Heaven) oder der Miradouro do Juncal. Es lohnt sich also, Wanderschuhe- und -gepäck dabei zu haben, um gleich mehrere attraktive Mirodouros zu entdecken.
Berücksichtigt werden muss dabei allerdings, dass die Wanderung auf dem PR 1 mittlerweile kostenpflichtig ist (4,50 Euro für Personen, die älter als 12 Jahre sind) und vorab über das offizielle SIMplifica-Portal angemeldet werden muss. Auch für den offiziellen Parkplatz am Gipfel wird eine Gebühr fällig (aktuell 4 Euro/Stunde, Stand Oktober 2026). Die Zufahrt und der Parkplatz können bei schlechtem Wetter oder starkem Besucherandrang zeitweise eingeschränkt sein.
Eira do Serrado
Vom Aussichtspunkt Eira do Serrado blickt man aus 1.095 Metern Höhe in den Talkessel von Curral das Freiras (das sogenannte „Nonnental“). Das Dorf liegt zwischen hohen Berghängen, die es fast vollständig vom übrigen Inselgebiet abschirmen.
Der Aussichtspunkt ist nicht unmittelbar mit dem Auto erreichbar. Vom Parkplatz bei der Estalagem Eira do Serrado führt ein befestigter, teilweise ansteigender Fußweg zur Aussichtsterrasse. Für den Weg sollte man ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten pro Richtung einplanen. Vor Ort gibt es ein Hotel mit einem Café, Toiletten sowie einen kleineren Souvenirladen. Das Parken ist in der Regel kostenlos (Stand Oktober 2026).
Die Dimensionen des Tals sind durchaus beeindruckend. Häuser, Straßen und bewirtschaftete Terrassen wirken zwischen den Bergen ungewöhnlich klein. Zur Mittagszeit scheint die Sonne direkt in den Talkessel und beleuchtet das Dorf und die Felswände besonders gut. Ein beliebtes Fotomotiv ist auch, wenn sich Wolkenreste zwischen den Gipfeln halten, die Sicht in das Tal aber frei bleibt. Da der Besuch vor Ort nicht viel Zeit beansprucht, lässt er sich gut mit einer Weiterfahrt ins Nonnental (Curral das Freiras) oder einer Tour durch die Berge verbinden.
Miradouro dos Balcões
Der Aussichtspunkt Miradouro dos Balcões liegt am Ende des kurzen Wanderweges PR 11. Die Strecke beginnt in Ribeiro Frio, ist überwiegend flach und folgt auf etwa 1,5 Kilometern einer Levada durch den Laurisilva-Wald. Der Rückweg verläuft auf derselben Route, sodass insgesamt rund drei Kilometer zurückgelegt werden (ca. 45 Minten pro Strecke). Von der kleinen Plattform reicht der Blick in das dicht bewaldete Tal der Ribeira da Metade bis an die Nordostküste samt dem markanten Felsen Penha d’Águia. Bei guter Sicht sind dahinter der Pico do Areeiro, der Pico das Torres und der Pico Ruivo zu erkennen. Madeira-Buchfinken halten sich häufig in der Umgebung auf. Sie sollten trotz ihrer Zutraulichkeit nicht gefüttert werden.
Da der Weg so einfach ist, gehört der Aussichtspunkt zu den meistbesuchten Spots der Insel. Zwischen 10:00 und 15:00 Uhr ist es oft sehr voll und Reisebusse bringen viele Menschen her. Wer individuell anreisen kann, sollte am besten früh morgens (vor dem Andrang und mit oft besserer Sicht) oder am späten Nachmittag kommen. In der Regel löst man dann auch das Parkproblem, denn die Parkplätze in Ribeiro Frio sind begrenzt; früh kommen lohnt sich also doppelt. Auch wenn der Weg leicht ist, kann er nach Regen feucht und rutschig sein. Für den PR 11 muss vorab ein Zeitfenster über das Portal SIMplifica reserviert werden (Gebühr 4,50 Euro für Besucher ab 13 Jahren).
Bica da Cana
Miradouros an der Ostküste
Ponta do Rosto
Der Miradouro Ponta do Rosto liegt auf der Halbinsel Ponta de São Lourenço. Die Landschaft um den Ponta do Rosto ist eher karg und unterscheidet sich damit deutlich vom bewaldeten Inselinneren. Wind, geringe Niederschläge und salzhaltige Luft lassen hier überwiegend niedrige Pflanzen wachsen. Die Klippen leuchten in bunten Erd- und Gesteinstönen (gelb, orange, rot, braun und schwarz) vulkanischen Ursprungs.
Vom Aussichtspunkt lassen sich sowohl die Nordküste als auch die Südküste überblicken. Bei klarer Luft reicht die Sicht bis Porto Santo. Der Miradouro Ponta do Rosto ist mit dem Auto gut erreichbar (ca. 35 Minuten von Funchal). Parkplätze sind vorhanden. Der Stopp selbst dauert meist nur eine halbe bis eine Stunde, lässt sich aber ideal mit der bekannten Wanderung auf der Halbinsel São Lourenço (PR 8) kombinieren. Auf jeden Fall sollten etwaige Absperrungen unbedingt respektiert werden, da die Klippen in der Region steil abbrechen.
Pico do Facho
Der Miradouro Pico do Facho befindet sich an der Ostküste Madeiras oberhalb von Machico. Aus einer Höhe von etwa 280 Metern sind die Bucht, der Stadtstrand, das Tal und der Flughafen zu sehen. In östlicher Richtung reicht der Blick bis zur Ponta de São Lourenço. Der Aussichtspunkt gilt als einer der besten Plätze, um den Flugzeugen beim Starten und Landen direkt am Flughafen von Madeira zuzusehen.
Der Miradouro Pico do Facho besitzt auch eine historische Bedeutung. Wegen seiner exponierten Lage wurden auf dem Berg früher Signalfeuer entzündet, um die Bevölkerung vor herannahenden Piratenschiffen zu warnen. Der portugiesische Begriff facho bezeichnet eine Fackel oder ein Signalfeuer.












