Machico wird von Bergzügen umringt
Machico wird von Bergzügen umringt. Bild: Mick Kirchman/Unsplash

Machico

Machico liegt an der Ostküste Madeiras und gilt als der älteste Ort der Insel. In der Bucht von Machico soll der Inselentdecker Zarco mit seinem Kompagnon Tristao Vaz erstmals seinen Fuß an Land gesetzt haben. Dadurch wurde Machico zunächst auch Regierungssitz für den Ostteil Madeiras, bis 1497 die Inselregierung in Funchal zusammengefaßt wurde. Während sich Funchal im Laufe der Jahre zum absoluten Zenrum der Insel entwickelte, blieb Machico bescheiden provinziell. Heute zählt der Ort etwa 12.000 Einwohner und ist damit die zweitgrößte Stadt auf Madeira.

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Hier begann die Besiedlung Madeiras

Mit der Ankunft von João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira in der Bucht von Machico begann die dauerhafte portugiesische Besiedlung Madeiras. Machico wurde zum ersten Verwaltungszentrum der Insel, verlor diese führende Rolle später jedoch an Funchal. An die frühe Geschichte erinnert der historische Stadtkern rund um die Igreja Matriz. Viele Gebäude stammen zwar aus späteren Jahrhunderten, doch der Grundriss des alten Machico ist noch erkennbar. Kleine Straßen führen zwischen Kirche, Rathaus und Küste hindurch. Für einen Rundgang genügt keine festgelegte Route. Die wichtigsten Orte liegen nah beieinander. Zur Überlieferung Machicos gehört auch die Geschichte von Robert Machim und Anne d’Arfet. Das englische Liebespaar soll bereits im 14. Jahrhundert nach einem Sturm an dieser Küste gestrandet sein. Anne starb der Legende nach kurz nach der Ankunft. Robert Machim folgte ihr wenige Tage später. Manche Deutungen führen den Namen Machico auf Machim zurück. Historisch belegen lässt sich diese romantische Erzählung nicht. Sie gehört dennoch fest zum Selbstbild der Stadt und taucht in lokalen Darstellungen immer wieder auf.
Machico mit dem Flughafen Santa Catarina im Hintergrund
Machico mit dem Flughafen Santa Catarina im Hintergrund. Bild: Kogo - photo taken by Kogo, GFDL, Link

Rund um die Igreja Matriz

Die Igreja Matriz de Machico entstand gegen Ende des 15. Jahrhunderts auf Veranlassung der Familie des ersten Lehnsherrn Tristão Vaz Teixeira. Gewidmet ist sie Nossa Senhora da Conceição. In der Familiengruft sollen auch die Gebeine von Tristao Vaz ruhen. Die Kirche verbindet Manuelismus und Barock.

Im Inneren sind mehrere Epochen vertreten. Seitenkapellen, vergoldete Schnitzarbeiten und Gemälde kamen im Laufe der Jahrhunderte hinzu. Eine Kopie erinnert an ein flämisches Gemälde der Anbetung der Heiligen Drei Könige, dessen Original heute im Museum für Sakrale Kunst in Funchal aufbewahrt wird.

Vor der Kirche liegt ein kleiner Platz mit Bäumen und Sitzgelegenheiten. Cafés befinden sich nur wenige Schritte entfernt. Damit ist die Kirche ein guter Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang, selbst wenn gerade keine Besichtigung möglich ist.

Adresse: Largo da Igreja, 9200-088 Machico. Der Eintritt ist kostenlos. Da keine verlässlichen allgemeinen Besichtigungszeiten veröffentlicht werden, sollte der Zugang außerhalb von Gottesdiensten vor Ort geprüft werden.

Von hier führt der Weg zum Rathaus und weiter an mehreren älteren Bürgerhäusern vorbei. Auch ein Abschnitt des historischen Aquädukts ist erhalten. Er gehörte zur Wasserversorgung einer früheren Zuckermühle. Zuckerrohr prägte Machicos Wirtschaft in den ersten Jahrhunderten nach der Besiedlung.

Capela dos Milagres

Die Capela dos Milagres steht im östlichen Teil der Stadt nahe dem Flusslauf. An dieser Stelle soll kurz nach der portugiesischen Landung eine der ersten Kapellen Madeiras entstanden sein. Das ursprüngliche Gebäude überstand die Jahrhunderte nicht unbeschädigt. Eine schwere Überschwemmung zerstörte die Kapelle 1803 weitgehend. Später wurde sie neu aufgebaut. Alljährlich erinnert die Festa do Senhor dos Milagres im Oktober an die Katastrophe und an ein Kruzifix, das nach der Flut im Meer wiedergefunden worden sein soll.

Die Kapelle ist klein und außerhalb religiöser Veranstaltungen nicht immer geöffnet. Der kurze Weg lohnt sich trotzdem, weil der Ort eng mit der Geschichte Machicos verbunden ist.

Adresse: Largo do Senhor dos Milagres, ER 212, 9200-107 Machico. Der Eintritt ist frei.

Forte de Nossa Senhora do Amparo

Direkt hinter der Promenade steht das Forte de Nossa Senhora do Amparo. Die niedrige Festung besitzt einen ungewöhnlichen dreieckigen Grundriss. Sie wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet, um die Bucht gegen Angriffe vom Meer zu sichern. Heute liegt das gelb gestrichene Bauwerk mitten im Stadtleben. Nur wenige Meter entfernt beginnt der Strand. Diese Lage macht deutlich, wie nah Verteidigung, Handel und Alltag in Machico früher beieinanderlagen.

Das Fort ist als Kulturgut von öffentlichem Interesse geschützt. Teile dienen kommunalen und kulturellen Zwecken. Eine durchgehende touristische Öffnung des Innenbereichs ist nicht garantiert. Von außen lässt sich die Anlage jederzeit gut betrachten.

Standort: Largo Dr. António Jardim d’Oliveira, nahe der Uferpromenade von Machico.

Solar do Ribeirinho

Wer tiefer in die Geschichte der Stadt einsteigen möchte, findet im Solar do Ribeirinho normalerweise die beste Anlaufstelle. Das Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert beherbergt das stadtgeschichtliche Museum. Seine Sammlung behandelt das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben Machicos vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Zu sehen sind archäologische Funde, historische Dokumente und Gegenstände aus dem Alltag.

Allerdings meldet die Gemeinde das Solar do Ribeirinho im Sommer 2026 als vorübergehend wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Die Tourismusseite nennt weiterhin die früheren Öffnungszeiten von Montag bis Freitag zwischen 9 und 16 Uhr. Vor einem geplanten Besuch sollte deshalb unbedingt der aktuelle Stand bei der Gemeinde geprüft werden.

Adresse: Rua do Ribeirinho 15, 9200-102 Machico.

Zwei Strände, zwei völlig verschiedene Badeerlebnisse

In der Bucht von Machico liegen zwei Strände direkt nebeneinander. Westlich des Flusses erstreckt sich die Praia de São Roque. Sie besteht aus dunklen Kieseln und entspricht damit dem natürlichen Bild vieler Strände auf Madeira. Der Abschnitt ist relativ lang, das Gehen und Liegen auf den Steinen jedoch nicht für jeden angenehm. Badeschuhe sind hilfreich.

Auf der anderen Seite liegt die Praia da Banda d’Além, häufig einfach als Praia de Machico bezeichnet. Ihr heller Sand wurde aus Marokko aufgeschüttet. Eine Hafenmole schützt die Bucht vor einem Teil der Atlantikwellen. Dadurch bleibt das Wasser oft ruhiger als an offenen Küstenabschnitten.

Der Sandstrand ist überschaubar und während der Sommerferien schnell gut gefüllt. Familien schätzen den vergleichsweise einfachen Zugang zum Wasser. Duschen, Umkleiden, gastronomische Angebote und weitere Einrichtungen befinden sich in unmittelbarer Nähe. Für einen Strandtag ohne lange Anfahrt bietet Machico damit eine der bequemsten Möglichkeiten auf Madeira.

Bei ungünstigen Wetterverhältnissen gelten auch in der geschützten Bucht die örtlichen Warnflaggen. Der Atlantik bleibt unberechenbar, selbst wenn der Strand zunächst ruhig wirkt.

Die Promenade und der Hafen

Zwischen den Stränden verläuft der Ribeira de Machico ins Meer. Breite Wege begleiten die Bucht und führen am kleinen Sportboothafen vorbei. Bis zu 80 kleinere und mittelgroße Boote finden dort Platz.

Am späten Nachmittag verändert sich die Stimmung. Strandgäste packen zusammen, Fischer arbeiten an ihren Booten, und die Promenade füllt sich mit Spaziergängern. Wer keine Sehenswürdigkeit mehr besichtigen möchte, kann hier gut eine Stunde verbringen, ohne dass daraus ein Programmpunkt werden muss.

Auf dem Wasser werden Kajakfahrten, Stand-up-Paddling, Windsurfen und weitere Aktivitäten angeboten. Das geschützte Innere der Bucht eignet sich eher für Einsteiger als viele offene Küstenbereiche. Wind und Wellengang entscheiden trotzdem darüber, was am jeweiligen Tag möglich ist.

Strand und Promenade von Machico auf Madeira
Strand und Promenade von Machico auf Madeira. Bild: de:User:Karl Gruber - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Pico do Facho

Der beste Überblick über Machico bietet sich vom Miradouro do Pico do Facho. Der Aussichtspunkt liegt nördlich der Stadt auf ungefähr 330 Metern Höhe. Von oben sind die gesamte Bucht, das dicht bebaute Tal und der Flughafen zu sehen. In östlicher Richtung reicht der Blick bis zur Ponta de São Lourenço. Der Name Facho verweist auf Signalfeuer, mit denen die Einwohner früher vor herannahenden Schiffen warnten. Die erhöhte Lage war dafür ideal.

Zum Aussichtspunkt führt eine asphaltierte Straße, die stellenweise schmal und steil verläuft. Oben gibt es nur begrenzte Parkmöglichkeiten. Bei klarer Sicht lohnt sich die Anfahrt besonders am Vormittag oder am späteren Nachmittag. Tief stehende Wolken können den Blick innerhalb kurzer Zeit vollständig verdecken. Auch Freunde der Luftfahrt nutzen den Pico do Facho. Von hier lassen sich Flugzeuge beim Anflug auf den nahe gelegenen Flughafen beobachten. Je nach Windrichtung verlaufen die Flugbewegungen allerdings nicht immer auf derselben Seite.

Koordinaten für die Anfahrt: 32°43’26.2″ N, 16°45’31.6″ W. Der Aussichtspunkt ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt.

Machico Wanderwege Aussichtspunkt
Die Anstrengung wird belohnt. die Höhenzüge um Machico bieten beeindruckende Aussichten. Bild: Gracy Bailey/Unsplash

Wandern zwischen grünen Hängen und trockener Ostspitze

Machico liegt an einem landschaftlichen Übergang. Westlich und nördlich des Ortes steigen grüne Berge auf. Wenige Kilometer weiter östlich wird die Landschaft um Caniçal und die Ponta de São Lourenço deutlich trockener.

Eine bekannte Tour führt von Machico beziehungsweise Maroços über Levadawege in Richtung Caniçal. Andere Strecken verlaufen oberhalb der Küste über die Boca do Risco. Je nach gewählter Variante entstehen längere Wanderungen mit steilen Passagen und ungeschützten Abschnitten. Die Wege eignen sich nicht pauschal für jeden Spaziergänger.

Die Halbinsel Ponta de São Lourenço ist mit dem Auto oder Bus erreichbar. Der Ausgangspunkt der dortigen Wanderung liegt nicht in Machico, lässt sich vom Ort aber schnell erreichen. Wegen ihrer kargen Landschaft wirkt die Ostspitze fast wie eine andere Insel.

Vor jeder Wanderung sollte der aktuelle Wegestatus auf der offiziellen Seite des Tourismusverbandes oder der Forstbehörde geprüft werden. Regen, Erdrutsche, Wartungsarbeiten und Waldbrandgefahr können kurzfristige Sperrungen verursachen.

Essen in Machico

Die Restaurants verteilen sich rund um das Zentrum und die Promenade. Viele Speisekarten führen gegrillten Fisch, Espada, Thunfisch, Lapas und Fleischspieße. Daneben gibt es Cafés, Snackbars und einfache Lokale, in denen auch Einheimische mittags essen.

Eine zentral gelegene Adresse ist das Restaurante O Casco in der Rua do Ribeirinho 2, 9200-102 Machico. Das Restaurant serviert portugiesische Küche, Fisch und Meeresfrüchte. Eine überdachte Terrasse gehört zum Lokal.

Das Mercado Velho befindet sich im Gebäude des früheren Marktes. Auf der Karte stehen regionale und portugiesische Gerichte. Die Tische im Außenbereich liegen unter Bäumen und eignen sich gut für eine längere Mittagspause. Adresse: Rua General António Teixeira de Aguiar 2, 9200-094 Machico. Besonders am Wochenende und während lokaler Feste empfiehlt sich eine Reservierung.

Die Nähe zum Flughafen

Vom Flughafen Madeira sind es nur wenige Kilometer nach Machico. Die kurze Anreise ist angenehm, vor allem bei später Ankunft oder frühem Rückflug. Mit dem Auto dauert die Fahrt meist kaum mehr als zehn Minuten.

Die Nähe hat eine Kehrseite. Je nach Windrichtung fliegen Maschinen gut sichtbar und hörbar an Machico vorbei. Der Verkehr hält sich nachts in Grenzen, vollkommen ruhig ist die Lage aber nicht. Empfindliche Gäste sollten bei der Unterkunftswahl auf Bewertungen zur Geräuschsituation achten.

Machico für Plane Spotter
An manchen Tagen könnte Machico auch als Ausgangspunkt für Plane Spotter dienen. Bild: Igor Savelev/Unsplash

Busse verbinden Machico mit dem Flughafen, Santa Cruz, Caniçal und Funchal. Wer hauptsächlich im Ort bleiben und einzelne Ziele mit öffentlichen Verkehrsmitteln besuchen möchte, kommt ohne Mietwagen zurecht. Für Wanderstarts, Aussichtspunkte und abgelegenere Regionen bietet ein Auto mehr Freiheit. Im Zentrum sind viele Straßen schmal. Kostenfreie Stellplätze werden tagsüber knapp. Eine Unterkunft mit eigenem Parkplatz spart Zeit und Rangierarbeit.

Lernen Sie Machico persönlich kennen:

Für wen eignet sich Machico?

Machico passt zu Reisenden, die einen überschaubaren Ort mit guter Infrastruktur suchen. Der Sandstrand macht die Stadt für Familien interessant. Wanderer profitieren von der Nähe zur Ostspitze, nach Caniçal und zu mehreren Wegen oberhalb des Tals. Wer sich für die frühe Geschichte Madeiras interessiert, findet auf engem Raum mehrere wichtige Schauplätze.

Das Nachtleben bleibt ruhig. Einige Bars und Restaurants öffnen am Abend, eine große Ausgehszene gibt es nicht. Auch beim Hotelangebot ist die Auswahl kleiner als in Funchal oder der westlichen Hotelzone.

Für einen Urlaub, der Stadtalltag, Meer und Ausflüge verbinden soll, bietet Machico gute Voraussetzungen. Strand und Zentrum liegen beieinander, der Flughafen ist nah, und morgens beginnt der Tag nicht zwischen Hotelanlagen, sondern in einer Stadt, die auch ohne Tourismus funktionieren würde.

Impressionen von Machico (von Tramtárie):

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