Cabo Girão 580 Meter über dem Meer
Faszinierender Ausblick für Schwindelfreie: die gläserne Aussichtsplattform Cabo Girão liegt 580 Meter über dem Meer. Bild: Kramer96 - Eigenes Werk (CC BY 3.0)

Cabo Girão

Das Cabo Girão gehört zum Kreis Câmara de Lobos und zählt zu den meistbesuchten Aussichtspunkten Madeiras. Viele Inselrundfahrten legen hier einen kurzen Zwischenstopp ein. Entsprechend lebhaft kann es werden, obwohl für den eigentlichen Skywalk nur wenig Zeit benötigt wird. Am Cabo Girão endet die Landschaft beinahe senkrecht. Rund 580 Meter unterhalb des Aussichtspunkts trifft die Steilküste auf den Atlantik. Dazwischen liegen nur Felswände und einige schmale, überraschend grüne Landflächen am Meer. Eine gläserne Plattform führt ein Stück über den Abgrund hinaus und macht den Höhenunterschied unmittelbar sichtbar.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Wer nicht gleich nach dem ersten Blick weiterfährt, erkennt unterhalb der Klippen die Fajãs do Cabo Girão. Die kleinen Felder erzählen einen weiteren Teil der Geschichte dieses Küstenabschnitts. Sie zeigen, wie auf Madeira selbst Flächen landwirtschaftlich genutzt wurden, die vom übrigen Land nahezu abgeschnitten waren.

Eine Steilküste von rund 580 Metern

Das Cabo Girão wird häufig als höchstes Kap Europas bezeichnet. Mit einer Höhe von ungefähr 580 Metern gehört es zweifellos zu den höchsten nahezu senkrecht zum Meer abfallenden Küstenformationen des Kontinents. Der genaue Rang hängt allerdings davon ab, wie Kap, Klippe und zusammenhängende Steilküste voneinander abgegrenzt werden. Die oft wiederholte Bezeichnung sollte deshalb eher als touristische Einordnung denn als unumstrittener geografischer Rekord verstanden werden.

An der Wirkung des Ortes ändert diese Einschränkung wenig. Vom oberen Rand fällt der Blick fast senkrecht hinunter. Häuser, Felder und Wege unterhalb der Klippe erscheinen entsprechend klein, während sich der Atlantik weit über den Horizont öffnet.

Cabo Girão Blick auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen
Vom Cabo Girão bietet sich den Besuchern ein nahezu senkrechter Blick auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen an der Küste. Bild: Hans Bischoff/Pixabay

Die Felswand entstand durch vulkanische Prozesse und die anschließende Erosion der Küste. Unterschiedliche Gesteinsschichten sind an mehreren Stellen zu erkennen. Wind, Regen und Brandung verändern die Klippe bis heute, auch wenn diese Vorgänge aus der Entfernung kaum wahrnehmbar sind.

Der Name Cabo Girão wird sinngemäß mit „Kap der Umkehr“ oder „Kap der Wendung“ in Verbindung gebracht. Er soll darauf zurückgehen, dass die frühen portugiesischen Seefahrer an dieser markanten Stelle ihre Fahrtrichtung änderten. Wie bei vielen alten Ortsnamen lässt sich die genaue Entstehung jedoch nicht mehr in allen Einzelheiten nachvollziehen.

Der Skywalk aus Glas

Die bekannteste Einrichtung am Cabo Girão ist die gläserne Aussichtsplattform. Sie ragt über die Kante der Steilküste hinaus. Durch den Boden sieht man die Felsen und Küstenflächen darunter. Wer empfindlich auf Höhe reagiert, merkt den ersten Schritt auf das Glas oft stärker als den späteren Blick über das Geländer. Die Plattform ist kleiner, als manche Bilder zeigen. An ruhigen Tagen ist genug Platz. Wenn aber mehrere Reisegruppen gleichzeitig ankommen, wird es eng. Viele Besucher bleiben nur ein paar Minuten. Dadurch ändert sich die Situation meistens schnell.

Der Glasboden ist nicht überall ganz durchsichtig. Kratzer, Spiegelungen, Feuchtigkeit und Schuhspuren können die Sicht nach unten stören. Das Panorama sieht man sowieso nicht nur durch den Boden. Von der Plattform aus kann man entlang der Südküste bis Câmara de Lobos und Funchal schauen. In die andere Richtung sieht man die Hänge von Quinta Grande und weitere Küstenabschnitte im Westen.

Der Aussichtspunkt ist gut gebaut und ohne lange Wanderung erreichbar. Er liegt direkt am Parkplatz, deshalb können auch Reisende dorthin, die keine großen Höhenunterschiede zu Fuß schaffen. Man merkt trotzdem, dass er offen liegt, vor allem bei starkem Wind oder wenn die Wolken tief hängen.

Die Fajãs am Fuß der Klippe

Unterhalb des Aussichtspunkts liegen die Fajã do Cabo Girão und die Fajã do Rancho. Als Fajã werden auf Madeira kleine, relativ flache Landflächen am Fuß einer Steilküste bezeichnet. Sie entstanden durch Erdrutsche, herabgestürztes Gestein oder vulkanische Ablagerungen und wurden wegen ihrer fruchtbaren Böden landwirtschaftlich genutzt.

Aus der Perspektive des Skywalks wirken die Felder beinahe wie ein schmaler grüner Saum zwischen Felswand und Meer. Tatsächlich wurden dort über Generationen Wein, Obst und Gemüse angebaut. Das milde Klima und die geschützte Lage begünstigten die Bewirtschaftung.

Der Zugang war lange schwierig. Einige Flächen konnten nur über steile Pfade oder vom Meer aus erreicht werden. Werkzeuge, Ernte und andere Lasten mussten unter erheblichem Aufwand transportiert werden. Die kleinen Parzellen stehen deshalb beispielhaft für die Anpassung der madeirischen Landwirtschaft an eine Landschaft, in der ebene Flächen selten sind. Von oben lässt sich dieser Aufwand leicht übersehen. Erst ein Besuch auf Höhe der Fajãs zeigt, wie mächtig die Felswand über den Feldern aufragt und wie abgeschieden die Küste trotz der Nähe zu Câmara de Lobos wirkt.

Die Seilbahn am Miradouro do Rancho

Der Zugang zu den Fajãs erfolgt nicht direkt vom Skywalk. Einige Kilometer entfernt liegt am Miradouro do Rancho die Bergstation des Teleférico das Fajãs do Cabo Girão. Diese räumliche Trennung ist wichtig, da beide Einrichtungen gelegentlich miteinander verwechselt werden. Die kleine Seilbahn verbindet den Ortsteil Rancho mit den landwirtschaftlich genutzten Küstenflächen. Sie wurde ursprünglich eingerichtet, um Bauern den Zugang zu ihren Grundstücken zu erleichtern. Heute wird sie auch von Besuchern genutzt. Während der Fahrt öffnet sich der Blick auf die Steilküste, die Felder und das Meer.

Unten führen Wege durch Teile der Fajã und zur steinigen Küste. Ein klassischer Badestrand ist dort nicht zu erwarten. Je nach Seegang kann der Zugang zum Wasser schwierig sein. Die Umgebung eignet sich eher für einen ruhigen Aufenthalt, einen Spaziergang zwischen den Feldern oder zum Schnorcheln bei geeigneten Bedingungen.

Da die Seilbahn klein ist und nur eine begrenzte Zahl von Personen befördert, können Wartezeiten entstehen. Wind oder technische Arbeiten können den Betrieb unterbrechen. Öffnungszeiten und aktuelle Bedingungen sollten deshalb vor der Anfahrt geprüft werden.

Für einen schnellen Besuch des Cabo Girão ist die Fahrt zu den Fajãs nicht erforderlich. Wer mehr als das bekannte Skywalk-Foto mitnehmen möchte, gewinnt dort jedoch eine zweite, vollkommen andere Perspektive auf dieselbe Steilküste.

Unsere letzten Reise News aus Madeira

Blumenfestival auf Madeira 2023

Vom 27. April bis zum 21. Mai 2023 feiert die Insel Madeira ihren Reichtum an Blumen und heißt den Frühling beim alljährlichen Blumenfestival willkommen. Die „Festa da Flor“ in der Hauptstadt Funchal gilt als schönstes Fest Madeiras.

  • Letzte Beiträge

  • Kategorien

  • Anzeige
  • Teile diesen Beitrag:

    Facebook
    Twitter
    LinkedIn
    Email
    WhatsApp

    Diese Urlaubsorte und Sehenswürdigkeiten auf Madeira könnten Sie auch interessieren

    Hafenbecken von Paul do Mar auf Madeira

    Paul do Mar

    Paul do Mar liegt ganz im Südwesten Madeiras und war bis vor einigen Jahren nur sehr schwer von See her oder über eine schwierige und gefährliche Straße aus zu erreichen. Mittlerweile ist das Straßennetz verbessert worden

    Weiterlesen »
    Ribeira Brava Strand und Promenade

    Ribeira Brava

    Ribeira Brava ist ein ursprüngliches Fischerdorf an der Südwestküste Madeiras, das sich mittlerweile zu einer kleinen Stadt mit einem lebhaften Zentrum entwickelt hat.

    Weiterlesen »
    Villenort Monte auf Madeira

    Monte

    Der Villen-Ort Monte liegt auf ca. 600 m Höhe direkt oberhalb von Funchal. Eine moderne Seilbahn verbindet Funchal mit diesem beeindruckenden Ort mit seinem wunderschönen Panorama.

    Weiterlesen »
    Laurisilva-Wald UNESCO Weltnaturerbe

    Laurisilva-Wald

    Der Laurisilva-Wald, auch als Lorbeerwald bekannt, ist ein faszinierendes und einzigartiges Ökosystem, das auf der portugiesischen Insel Madeira zu finden ist. Dieser uralte Wald, der ein UNESCO-Weltnaturerbe ist, bietet eine atemberaubende Vielfalt an Flora und Fauna und ist ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber und Wanderer.

    Weiterlesen »
    Camara de Lobos mit Strand und Promenade

    Câmara de Lobos

    Camara de Lobos liegt an der Südküste Madeiras an einer schönen Bucht, einige Kilometer westlich von Funchal und ist eigentlich ein Bezirk, zu dem verschiedene sehenswerte Ortschaften gehören.

    Weiterlesen »
    Strand und Promenade von Machico auf Madeira

    Machico

    Machico liegt an der Ostküste Madeiras und gilt als der älteste Ort der Insel. In der Bucht von Machico soll der Inselentdecker Zarco mit seinem Kompagnon Tristao Vaz

    Weiterlesen »

    Aus unserem Madeira Reisemagazin

    Weitere Beiträge aus unserem Madeira Reisemagazin.

    Diese Artikel aus anderen Regionen könnten dich auch interessieren

    Nach oben scrollen