Faial auf Madeira
Faial liegt umrahmt von grünen Hügeln direkt an der Atlantikküste. Bild: Von Mike Lehmann, Mike Switzerland (talk) 06:53, 10 August 2011 (UTC) - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Faial

Der kleine Ort Faial liegt an der Nordküste Madeiras zwischen den Orten Santana und Porto da Cruz am Fuße des steil ins Meer abfallenden Adlerfelsen (Penha d’Águia). Früher sollen auf diesem Felsen zahlreiche Fischadler genistet haben, daher der Name Adlerfelsen. Bei tief hängenden Wolken verschwindet sein Gipfel manchmal vollständig – und taucht wenige Minuten später wieder auf. Die Gemeinde verteilt sich über mehrere Höhenlagen. Häuser, kleine Felder und Gärten ziehen sich vom Meer weit die Hänge hinauf. Ein geschlossenes Ortszentrum, wie man es aus vielen Urlaubsorten kennt, gibt es kaum. Nicht zu verwechseln ist der Ort übrigens mit der gleichnamigen Azoreninsel Faial.

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Landwirtschaft spielt in Faial bis heute eine sichtbare Rolle. Angebaut werden unter anderem Obst und Gemüse; an vielen Hängen stehen Weinreben und tropische Pflanzen.

Faial ist ein guter Ausgangspunkt, um den Norden Madeiras zu entdecken. Orte wie Santana, São Roque do Faial und Porto da Cruz sind schnell erreicht. Auch die Bergregion rund um Ribeiro Frio liegt nicht weit entfernt. Die landschaftliche Umgebung von Faial ist atemberaubend – kein Wunder also, dass es hier auch viele Ausflügler und Wanderer hinzieht. Rund um den Ort gibt es zahlreiche Aussichtspunkte. Faial verfügt über ein kleines, geschütztes Naturschwimmbad.

Miradouro do Guindaste: gläserner Aussichtspunkt über dem Atlantik

Der bekannteste Aussichtspunkt von Faial ist der Miradouro do Guindaste. Er liegt auf einem Felsvorsprung an der Mündung der Ribeira do Faial. Von hier reicht der Blick über die zerklüftete Nordküste bis zur Penha d’Águia und bei klarer Sicht weiter in Richtung Ponta de São Lourenço. Bei guter Sicht ist am Horizont sogar Porto Santo zu erkennen.

Zwei gläserne Plattformen ragen über den Hang hinaus. Der Schritt auf die durchsichtige Fläche kostet den einen oder anderen Besucher zunächst etwas Überwindung. Unter den Füßen fällt die Küste steil zum Meer ab, während weit unten die Brandung gegen die Felsen läuft. Besonders am frühen Morgen hat dieser Ort eine fast unwirkliche Stimmung.

Nach Umbauarbeiten wurde der Aussichtspunkt 2026 mit barriereärmeren Zugängen und einem Café wieder eröffnet. Der Zugang zu den Plattformen ist kostenlos Stand Sommer 2026), feste Öffnungszeiten gibt es nicht.

Baden an der Foz da Ribeira do Faial

Unterhalb des Ortes liegt die Foz da Ribeira do Faial, ein kleines öffentliches Strandbad. An der Flussmündung treffen ein Kiesstrand, dunkles Vulkangestein und die oft kräftige Brandung der Nordküste aufeinander. Schon die Lage unter den hohen, grünen Hängen macht einen Abstecher lohnenswert.

Zum Freizeit- und Badebereich gehören unter anderem ein geschütztes Salzwasserbecken für Kinder, ein Spielplatz sowie Flächen für Beachvolleyball, Fußball und andere Sportarten. Damit eignet sich die Anlage auch für Familien – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Der Atlantik kann an der Nordküste unruhig werden. Bei stärkerem Wellengang sollte man Warnhinweise und Absperrungen unbedingt ernst nehmen. Selbst an sonnigen Tagen kann das Meer deutlich rauer sein als in den geschützten Badebuchten der Südküste.

Der Besuch der Foz da Ribeira do Faial ist kostenlos (Stand Sommer 2026). Die saisonalen Betriebszeiten und mögliche Gebühren können sich aber ändern.

Fortim do Faial: klein, aber aussichtsreich

Oberhalb der Küste steht das Fortim do Faial, eine kleine historische Befestigungsanlage. Sie wurde an einem strategisch günstigen Punkt errichtet, von dem aus sich früher der Küstenabschnitt überwachen ließ. Noch heute stehen mehrere Kanonen auf der Plattform, die davon zeugen, wie früher mögliche Eindringlinge abgewehrt wurden. Heute kommt allerdings niemand mehr wegen der militärischen Bedeutung hierher. Der eigentliche Grund für einen Besuch ist die Aussicht: Zu sehen sind die Küste von Faial, Teile von São Roque do Faial, Porto da Cruz und natürlich die Penha d’Águia. Bei klarer Luft reicht der Blick noch deutlich weiter.

Die Kapelle im roten Felsen

Etwas versteckt liegt die Capela de Nossa Senhora da Penha de França. Die kleine Kapelle wurde im 17. Jahrhundert in einen Block aus rötlichem Vulkantuff gebaut. Gerade dieser ungewöhnliche Standort macht sie besonders. Von außen wirkt das Gebäude schlicht und beinahe mit dem Felsen verwachsen. Es ist keine große, prachtvolle Kirche, sondern ein stiller Ort mit eigenem Charakter. Wer ohnehin durch Faial fährt, kann den Besuch gut mit den Aussichtspunkten und der Küste verbinden.

Auch die Pfarrkirche von Faial gehört zur Geschichte des Ortes. Der frühere Bau wurde 1960 durch einen Brand zerstört und anschließend neu errichtet. Die heutige Kirche stammt aus den 1960er-Jahren und bildet einen der wenigen deutlich erkennbaren Mittelpunkte der weit auseinandergezogenen Gemeinde.

Die alte Brücke von Faial

Ein Stück lokaler Verkehrsgeschichte erzählt die alte Brücke über die Ribeira do Faial. Wegen ihrer sieben Öffnungen wird sie auch als Ponte das Sete Bocas, als Brücke der sieben Bögen, bezeichnet. Mit einer Gesamtlänge von rund 130 Metern galt sie einst als längste Brücke Madeiras. Heute führt der Verkehr über modernere Straßen. Die alte Konstruktion erinnert jedoch daran, wie aufwendig es früher war, die tief eingeschnittenen Täler der Insel zu überwinden. Sie ist kein spektakuläres Ausflugsziel für sich, ergänzt einen Rundgang durch Faial aber um eine interessante historische Facette.

Wandern und Ausflüge rund um Faial

Faial ist ein guter Ausgangspunkt für Touren im Nordosten Madeiras. Wanderwege und Levadas führen durch die umliegenden Täler, Wälder und Bergregionen. Viele bekannte Strecken beginnen zwar nicht direkt im Ort, sind mit dem Mietwagen aber schnell erreichbar.

Naheliegende Ziele sind Santana mit seinen traditionellen strohgedeckten Häusern, die Berglandschaft bei Ribeiro Frio und Porto da Cruz auf der anderen Seite der Penha d’Águia. Auch die Ostspitze Ponta de São Lourenço lässt sich von Faial aus gut in einen Tagesausflug einbinden.

Vor jeder Wanderung sollte der aktuelle Zustand des Weges geprüft werden. Sperrungen nach Regenfällen, Erdrutschen oder Instandhaltungsarbeiten sind auf Madeira keine Seltenheit.

Für wen eignet sich ein Urlaub in Faial?

Faial passt zu Reisenden, die Madeira von seiner ruhigeren und grüneren Seite kennenlernen möchten. Der Ort eignet sich besonders für individuelle Entdeckungstouren und Wanderurlaub im Nordosten Madeiras. Das Unterkunftsangebot ist überschaubar und fokussiert sich vor allem auf Ferienwohnungen und -häuser. Große Hotelanlagen sucht man hier vergeblich.

Wer abends gerne zwischen vielen Restaurants, Bars und Geschäften wählen möchte, wird sich in Funchal oder in einem der größeren Ferienorte der Südküste wahrscheinlich wohler fühlen. Auch für einen klassischen Strandurlaub ist Faial nicht die erste Adresse. Die Nordküste ist ursprünglicher, das Meer häufig rauer und das Wetter wechselhafter. Ein Mietwagen ist für einen Aufenthalt in Faial auf jeden Fall empfehlenswert.

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