Cristo Rei Statue Madeira
Die Cristo Rei Statue auf Madeira steht auf einer Anhöhe in der Nähe von Caniço de Baixo. Bild: Tom Fellmann (CC BY-ND 2.0)

Cristo Rei in Garajau

Die Christusstatue Cristo Rei steht auf der Ponta do Garajau, einem schmalen Felsvorsprung an Madeiras Südküste. Schon aus einiger Entfernung ist die helle, mit ausgebreiteten Armen zum Meer gerichtete Figur zu erkennen. Ihre Lage erinnert an den Cristo Redentor in Rio de Janeiro, doch die Statue auf Madeira ist älter: Sie wurde bereits 1927 eingeweiht, vier Jahre vor dem berühmten Monument in Brasilien. Auch der Cristo Rei bei Lissabon entstand erst deutlich später. Von der Landspitze fällt das Gelände steil zum Atlantik ab. Im Westen reicht der Blick in Richtung Funchal, im Osten folgt die zerklüftete Küste von Caniço de Baixo. Unterhalb der Klippen liegen die Praia do Garajau und eines der bekanntesten Tauchgebiete der Insel.

Trotz dieser historischen Besonderheit ist die Ponta do Garajau kein Ort, der einen langen Besichtigungsplan verlangt. Statue, Aussichtspunkte und Seilbahnstation liegen dicht beieinander. Der Reiz entsteht aus dem Zusammenspiel von Monument, Steilküste und offenem Meer.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Ein privates Denkmal aus den 1920er-Jahren

Die Cristo-Rei-Statue wurde von Aires de Ornelas und seiner Frau finanziert. Ornelas entstammte einer einflussreichen madeirischen Familie, der das Gelände an der Ponta do Garajau gehörte. Mit dem Monument sollte das Heiligste Herz Jesu verehrt werden. An der Gestaltung waren die französischen Bildhauer Georges Serraz und Pierre Charles Lenoir beteiligt. Die Figur steht auf einem hohen Sockel und erreicht mit diesem eine Gesamthöhe von ungefähr 14 Metern. Am 30. Oktober 1927 wurde das Denkmal feierlich eingeweiht.

Der Stil ist vergleichsweise zurückhaltend. Die Statue besitzt weder die monumentalen Ausmaße des Cristo Redentor in Rio de Janeiro noch die Höhe des Cristo Rei bei Lissabon. Auf dem schmalen Felsvorsprung wirkt sie dennoch weithin sichtbar. Ihre offenen Arme folgen der klassischen Darstellung Christi als schützende, der Welt zugewandte Figur. Heute gehört das Monument zu den bekanntesten Wahrzeichen im Osten der Bucht von Funchal. Der Name Cristo Rei hat sich dabei stärker durchgesetzt als die ursprüngliche Bezeichnung als Denkmal des Heiligsten Herzens Jesu.

Die Aussicht von der Ponta do Garajau

Der obere Bereich an der Statue ist nur ein Teil des Aussichtspunktes. Ein gepflasterter Weg mit Treppen führt über den schmalen Rücken der Landspitze weiter in Richtung Meer. Von dort wird die Lage des Kaps besonders deutlich: Auf beiden Seiten fallen die Felswände steil ab, während sich vor dem Aussichtspunkt fast nur noch der Atlantik öffnet.

In westlicher Richtung sind die Außenbezirke von Funchal und Teile der Bucht zu erkennen. Nach Osten reicht der Blick über die Küste von Garajau und Caniço de Baixo. Bei klarer Sicht zeichnen sich weiter entfernt die trockeneren Landschaften im Osten Madeiras ab.

Die Wirkung verändert sich mit Tageszeit und Wetter. Am Vormittag fällt das Licht stärker auf die östliche Küste, während sich am späteren Tag die Bucht in Richtung Funchal öffnet. Bei Wind wirkt die exponierte Landspitze rauer, als es der geschützte Parkplatz oberhalb vermuten lässt.

Weg zum Aussichtspunkt Cristo Rei in Ponta do Garajau
Der Weg zum Aussichtspunkt Cristo Rei in Ponta do Garajau bietet bereits spektakuläre Blicke auf den Atlantik. Bild: Thibault Mokuenko/Unsplash

Der Weg zur vordersten Plattform ist nicht lang, umfasst aber Treppen und liegt unmittelbar über der Steilküste. Festes Schuhwerk ist zwar nicht zwingend erforderlich, Schuhe mit sicherem Halt sind dennoch sinnvoll. Bei kräftigem Wind oder nassem Untergrund sollte besonders vorsichtig gegangen werden.

Eine Landspitze mit schwieriger Vergangenheit

Mit der Ponta do Garajau ist eine häufig erzählte Überlieferung verbunden. Demnach sollen vor der Einrichtung eines protestantischen Friedhofs auf Madeira die Leichname nichtkatholischer Verstorbener von der Klippe ins Meer gegeben worden sein, weil ihnen eine Bestattung auf katholischen Friedhöfen verwehrt blieb. Die Geschichte wird in zahlreichen Darstellungen zur Ponta do Garajau wiederholt, ihre Einzelheiten sind jedoch nicht durchgehend eindeutig belegt. Sie sollte deshalb eher als Teil der historischen Überlieferung behandelt werden, als als lückenlos dokumentierter Ablauf.

Gesichert ist, dass nichtkatholische Bewohner und Besucher Madeiras lange Schwierigkeiten hatten, reguläre Begräbnisstätten zu erhalten. Erst im 18. Jahrhundert entstand in Funchal ein britischer protestantischer Friedhof. Die Erzählung erinnert damit an die religiösen Grenzen, die das Leben und selbst den Umgang mit Verstorbenen auf der Insel bestimmten.

Die Cristo-Rei-Statue entstand erst rund anderthalb Jahrhunderte später. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Errichtung des Monuments und den früheren Bestattungen wird gelegentlich hergestellt, sollte aber nicht als zweifelsfrei belegter Hauptgrund dargestellt werden. Im Vordergrund stand die religiöse Stiftung durch Aires de Ornelas und seine Familie.

Unsere letzten Reise News aus Madeira

Blumenfestival auf Madeira 2023

Vom 27. April bis zum 21. Mai 2023 feiert die Insel Madeira ihren Reichtum an Blumen und heißt den Frühling beim alljährlichen Blumenfestival willkommen. Die „Festa da Flor“ in der Hauptstadt Funchal gilt als schönstes Fest Madeiras.

  • Letzte Beiträge

  • Kategorien

  • Anzeige
  • Teile diesen Beitrag:

    Facebook
    Twitter
    LinkedIn
    Email
    WhatsApp

    Diese Urlaubsorte und Sehenswürdigkeiten auf Madeira könnten Sie auch interessieren

    Weinfässer Madeira Wein

    Madeira Wein

    Die Geschichte des berühmten Madeira-Weins reicht zurück bis zur (Wieder-) Entdeckung Madeiras durch die Schiffe Heinrichs des Seefahrers in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

    Weiterlesen »
    Ribeira Brava Strand und Promenade

    Ribeira Brava

    Ribeira Brava ist ein ursprüngliches Fischerdorf an der Südwestküste Madeiras, das sich mittlerweile zu einer kleinen Stadt mit einem lebhaften Zentrum entwickelt hat.

    Weiterlesen »
    Strohgedecktes Haus in Santana auf Madeira

    Santana

    Santana ist ein hübsches Dorf an der Nordküste Madeiras, das berühmt für seine Stroh bedeckten Häuser (Casas de Colmo). Sie wurden nach ihrem ursprünglichen Vorbild neu aufgebaut.

    Weiterlesen »
    Höhlen von São Vicente Wanderung

    Höhlen von São Vicente

    Die Höhlen von São Vicente (Grutas de São Vicente) sind ein faszinierendes Naturwunder auf der Insel Madeira. Diese beeindruckenden Lavahöhlen bieten einen einzigartigen Einblick in die vulkanische Vergangenheit der Insel und sind ein beliebtes Ziel für Touristen und Naturwissenschaftler gleichermaßen.

    Weiterlesen »
    Laurisilva-Wald UNESCO Weltnaturerbe

    Laurisilva-Wald

    Der Laurisilva-Wald, auch als Lorbeerwald bekannt, ist ein faszinierendes und einzigartiges Ökosystem, das auf der portugiesischen Insel Madeira zu finden ist. Dieser uralte Wald, der ein UNESCO-Weltnaturerbe ist, bietet eine atemberaubende Vielfalt an Flora und Fauna und ist ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber und Wanderer.

    Weiterlesen »
    Promenade beim Yachthafen von Calheta

    Calheta

    Calheta ist ein idyllischer Ort im Südwesten Madeiras mit besten Voraussetzungen für Ruhe suchende Gäste. Die malerische und unberührte Landschaft mit der üppigen Vegetation

    Weiterlesen »

    Aus unserem Madeira Reisemagazin

    Weitere Beiträge aus unserem Madeira Reisemagazin.

    Diese Artikel aus anderen Regionen könnten dich auch interessieren

    Nach oben scrollen