Funchal erschließt sich am Boden nur Stück für Stück. In den engen Straßen der Altstadt bleibt der Blick an Fassaden, Balkonen und Markthallen hängen. Erst in der Seilbahn nach Monte wird sichtbar, wie die Stadt tatsächlich gebaut ist: dicht am Meer, weit über die Hänge verteilt und eingerahmt von Bergen, die oft schon in den Wolken liegen. Die Fahrt beginnt in der Nähe der Altstadt und endet rund 18 Minuten später oben in Monte. Damit ist die Seilbahn weit mehr als ein bequemer Ersatz für Bus oder Taxi. Sie gehört zu den besten Gelegenheiten, Funchal von oben zu betrachten.
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Mehr InformationenVon der Altstadt hinauf nach Monte
Die Talstation liegt am Jardim do Almirante Reis, wenige Gehminuten vom Mercado dos Lavradores, der Rua de Santa Maria und der Festung São Tiago entfernt. Wer Funchal zu Fuß erkundet, kann die Fahrt deshalb unkompliziert in einen Stadtrundgang einbauen.
Nach dem Einstieg gewinnen die Kabinen schnell an Höhe. Unter ihnen liegen zunächst die Häuser der Altstadt. Später führt die Strecke über dicht bebaute Hänge, kleine Gärten, Terrassen und schmale Straßen. Mit jedem Höhenmeter öffnet sich der Blick weiter über die Bucht.
Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen der flachen Küstenzone und den steilen Wohnvierteln darüber. Vom Boden aus wirkt Funchal stellenweise kompakt. Aus der Gondel zeigt sich, wie weit sich die Stadt tatsächlich den Hang hinaufzieht. Die 3,2 Kilometer lange Strecke wird mit 39 Kabinen bedient. Jede Kabine bietet Platz für bis zu sieben Personen. Für eine Fahrt sollten durchschnittlich etwa 18 Minuten eingeplant werden.
Die Aussicht ist der eigentliche Grund für die Fahrt
Natürlich lässt sich Monte auch mit dem Linienbus, einem Taxi oder dem Mietwagen erreichen. Die Seilbahn ist jedoch der einzige Weg, bei dem bereits die Anreise zum Programmpunkt wird. Auf der Fahrt nach oben sitzt man am besten mit Blick in Richtung Hafen. Von dort lassen sich die orangefarbenen Dächer, die Hafenanlagen und die großen Kreuzfahrtschiffe gut überblicken. Bei klarer Sicht reicht der Blick weit über den Atlantik.
Die Perspektive verändert sich während der Fahrt ständig. Mal schweben die Kabinen nur wenige Meter über den Dächern, dann öffnet sich zwischen den Häusern wieder ein weiter Blick auf die Küste. Fotografieren lässt sich durch die Scheiben recht gut. Reflexionen können allerdings stören, vor allem wenn die Sonne direkt auf das Glas fällt. Wer zwischen Hinweg und Rückweg wählen kann, erlebt am Vormittag häufig die klarere Sicht. Eine Garantie gibt es auf Madeira dafür nicht. Monte liegt deutlich höher als das Zentrum von Funchal. Während unten die Sonne scheint, können sich am Berghang bereits Wolken sammeln.
Von der Zahnradbahn zur modernen Seilbahn
Der Wunsch nach einer bequemen Verbindung zwischen Funchal und Monte entstand bereits im 19. Jahrhundert. Monte hatte sich damals zu einer bevorzugten Sommerfrische wohlhabender Familien entwickelt. Das Klima am Hang war kühler als unten in der Stadt, doch der Weg hinauf blieb beschwerlich. Schon 1886 untersuchte der Ingenieur Raoul Mesnier de Ponsard mögliche Streckenführungen. Er war später auch an mehreren portugiesischen Standseilbahnen beteiligt. Die Stadt Funchal genehmigte schließlich den Bau einer Zahnradbahn.
Der erste Abschnitt des Caminho de Ferro do Monte wurde am 16. Juli 1893 zwischen Pombal und der Levada de Santa Luzia eröffnet. Im August 1894 erreichten die Züge Atalhinho in Monte. Eine weitere Verlängerung führte ab 1912 bis nach Terreiro da Luta auf etwa 850 Metern Höhe. Damit war die eingleisige Strecke knapp vier Kilometer lang. Auf den steilen Abschnitten griffen die Dampflokomotiven in eine zwischen den Schienen verlegte Zahnstange ein.
Die Bahn war Verkehrsmittel und Ausflugsattraktion zugleich. Ihre Geschichte verlief jedoch nicht ohne schwere Zwischenfälle. Am 10. September 1919 explodierte während der Bergfahrt der Kessel einer Lokomotive. Vier Menschen starben, weitere Fahrgäste wurden verletzt. Der Betrieb ruhte anschließend mehrere Monate. Im Januar 1932 entgleiste erneut ein Zug.
Die Unfälle beschädigten das Vertrauen in die Bahn. Hinzu kamen der schlechte Zustand der Fahrzeuge, neue Straßenverbindungen und der Rückgang des Tourismus während des Zweiten Weltkriegs. Im April 1943 fuhr der letzte Zug. Danach wurde die Strecke abgebaut und ein großer Teil des Materials verkauft oder verschrottet.
Mehr als ein halbes Jahrhundert später griff die heutige Seilbahn die alte Verbindung wieder auf, allerdings auf einer anderen Trasse und mit moderner Technik. Der Bau begann im September 1999. Im November 2000 nahm die Anlage den Betrieb auf. Die elektromechanische Ausrüstung lieferte der österreichische Seilbahnhersteller Doppelmayr.
An die Vorgängerbahn erinnert heute das Centro Interpretativo do Caminho de Ferro do Monte am Largo da Fonte. Dort sind historische Fotografien, Dokumente und erhaltene Gegenstände aus der Zeit der Zahnradbahn zu sehen.
3,2 Kilometer Seil über Funchal
Bei der Seilbahn handelt es sich um eine kuppelbare Einseilumlaufbahn. Die Kabinen werden in den Stationen vom umlaufenden Förderseil gelöst und deutlich abgebremst. Dadurch können die Fahrgäste vergleichsweise ruhig einsteigen, während sich die übrigen Gondeln auf der Strecke weiterbewegen. Zwischen der Talstation am Jardim do Almirante Reis und der Bergstation in Monte liegen rund 3.178 Streckenmeter und ein Höhenunterschied von etwa 560 Metern. Elf Stahlstützen tragen das Seil über das dicht bebaute Stadtgebiet. Der größte Abstand zwischen zwei Stützen beträgt rund 540 Meter.
Zur Anlage gehören 39 Kabinen mit jeweils sieben Sitzplätzen. Bei voller Auslastung können bis zu 800 Personen pro Stunde und Fahrtrichtung befördert werden. Als durchschnittliche Fahrzeit nennt der Betreiber inzwischen etwa 18 Minuten. Die tatsächliche Dauer kann je nach Betriebsgeschwindigkeit und Andrang leicht abweichen. Die Trasse führt mitten über Funchal hinweg. Einige Stützen stehen zwischen Häusern, Gärten und Straßen. Erst im oberen Bereich wird die Bebauung lockerer. Dort verläuft die Bahn zunehmend über bewachsene Hänge, bevor sie den Largo das Babosas erreicht.
Was sich an der Bergstation anschließt
Die Bergstation befindet sich am Largo das Babosas. Direkt gegenüber liegt der Eingang zum Monte Palace Tropical Garden. Der Garten ist so groß, dass sich dafür mindestens zwei bis drei Stunden lohnen. Wer ihn ausführlich ansehen möchte, sollte den Ausflug nicht zu spät beginnen. Auch die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte und die Abfahrt der bekannten Korbschlitten sind zu Fuß erreichbar. Zwischen der Seilbahnstation und der Kirche geht es stellenweise bergauf. Bequeme Schuhe sind deshalb selbst dann sinnvoll, wenn keine längere Wanderung geplant ist.
Für einen halben Tag bietet sich folgende Kombination an: morgens mit der Seilbahn hinauffahren, den Monte Palace Tropical Garden besuchen, anschließend zur Kirche gehen und danach über die Rückfahrt entscheiden.
Hin und zurück oder nur eine Strecke?
Wer nach dem Besuch in Monte wieder mit der Seilbahn ins Zentrum fahren möchte, benötigt ein Ticket für die Hin und Rückfahrt. Die Bergstation liegt nur wenige Schritte vom Monte Palace entfernt und lässt sich nach dem Gartenbesuch leicht wieder erreichen. Ein Einzelticket ist sinnvoll, wenn für den Rückweg eine andere Variante geplant ist. Viele Besucher fahren mit einem Korbschlitten von Monte nach Livramento. Die Fahrt endet allerdings nicht an der Talstation der Seilbahn und auch nicht im Zentrum von Funchal. Von Livramento geht es mit dem Bus, Taxi oder zu Fuß weiter.
Der Fußweg hinunter ist möglich, aber steil und nicht überall angenehm. Teilweise führt er über Straßen mit Verkehr. Als spontaner Spaziergang eignet er sich nur bedingt. Auch eine Weiterfahrt zum Botanischen Garten lässt sich einplanen. Dafür gibt es in Monte eine zweite Seilbahn, den Teleférico do Jardim Botânico. Sie gehört zu einem anderen Betreiber und ist nicht im Ticket der Seilbahn Funchal nach Monte enthalten. Die beiden Anlagen sollten bei der Buchung nicht verwechselt werden.
Preise und Öffnungszeiten
Nach Angaben des Betreibers kostet die einfache Fahrt für Erwachsene 16 Euro. Das Ticket für Hin und Rückfahrt kostet 22 Euro. Kinder bis einschließlich sechs Jahre fahren kostenlos. Für Kinder von sieben bis 14 Jahren gilt eine Ermäßigung von 50 Prozent.
Die Seilbahn ist regulär täglich von 8.45 bis 17.45 Uhr geöffnet. Am 25. Dezember bleibt sie geschlossen. Elektronische Tickets können vorab gekauft werden und sind laut Betreiber 60 Tage lang gültig.
Die Angaben entsprechen dem Stand Oktober 2026. Preise und Betriebszeiten können sich ändern. Vor dem Besuch empfiehlt sich deshalb ein kurzer Blick auf die offizielle Internetseite. Bei sehr ungünstigem Wetter, technischen Arbeiten oder anderen außergewöhnlichen Umständen kann der Betrieb eingeschränkt oder vorübergehend unterbrochen werden.
Talstation:
Teleférico Funchal Monte
Rua Dom Carlos I
9060-190 Funchal
Bergstation:
Largo das Babosas 8
9050-541 Funchal












