Botanischer Garten Madeira Blick auf Funchal und den Atlantik
Die erhöhte Lage des Botanischens Gartens gibt immer wieder faszinierende Blicke auf Funchal und den Atlantik frei. © Francisco Correia

Botanischer Garten von Madeira

Der Botanische Garten von Madeira ist weit mehr als eine Ansammlung exotischer Gewächse. In den terrassenförmig angelegten Beeten wachsen Pflanzen aus sehr unterschiedlichen Klimazonen. Dazwischen öffnen sich immer wieder weite Blicke über Funchal und den Atlantik. Wer sich für die Natur Madeiras interessiert, findet zudem einen eigenen Bereich mit Pflanzen, die ausschließlich auf dem Archipel vorkommen.

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Der vollständige Name des Botanischen Gartens von Madeira lautet Jardim Botânico da Madeira Eng.º Rui Vieira. Der Garten liegt rund drei Kilometer oberhalb des Zentrums von Funchal am steilen Hang des Tals Ribeira de João Gomes. Seine acht Hektar verteilen sich auf Höhenlagen zwischen etwa 150 und 300 Metern. Rund fünf Hektar sind als Garten gestaltet.

Durch die Integration des Gartens in einen Hang kann ein Besuch durchaus mit gewissen Anstrengungen verbunden sein. Wege, Treppen und Aussichtspunkte liegen auf verschiedenen Ebenen. Deshalb sollte man für den Rundgang mehr Zeit und etwas festes Schuhwerk einplanen.

Von einer alten Idee zur Quinta do Bom Sucesso

Der Wunsch nach einem botanischen Garten auf Madeira ist älter als die Anlage selbst. Bereits 1798 entwarf João Francisco de Oliveira konkrete Pläne für eine Pflanzen- und Versuchsstation. Ein Jahr später entstand in Monte eine Baumschule, die allerdings 1828 wieder aufgegeben wurde. Im 19. Jahrhundert griffen mehrere Botaniker und Naturforscher die Idee erneut auf. Sie betrachteten Madeira als geeigneten Ort, um Pflanzen aus tropischen, subtropischen und gemäßigten Regionen zu kultivieren. Das milde Klima und die großen Höhenunterschiede der Insel boten dafür ungewöhnlich gute Voraussetzungen.

Die spätere Heimat des Botanischen Gartens war eng mit der Familie Reid verbunden. William Reid stammte aus Schottland und kam 1836 im Alter von 14 Jahren nach Madeira. Er arbeitete zunächst in einer Bäckerei, stieg anschließend in den Weinhandel ein und vermittelte später Quintas an wohlhabende ausländische Gäste. Viele von ihnen verbrachten wegen des milden Klimas mehrere Monate auf der Insel. Aus diesem Geschäft entwickelte sich eines der ersten größeren Hotelunternehmen Madeiras.

William Reid und seine Frau Margaret kauften die Quinta do Bom Sucesso im Jahr 1881 und nutzten sie als Wohnsitz. Wenige Jahre später begann Reid mit den Planungen für ein Luxushotel an der Westseite der Bucht von Funchal. Das spätere Reid’s Palace wurde erst 1891 eröffnet, drei Jahre nach seinem Tod. Seine Söhne William und Alfred vollendeten das Projekt. Die Quinta do Bom Sucesso blieb nicht dauerhaft im Besitz der Familie. Nach Angaben des heutigen Betreibers gehörte das Wohnhaus spätestens seit 1936 nicht mehr den Reids. Am 18. September 1952 kaufte die damalige Bezirksverwaltung von Funchal das Anwesen von Manuel Gomes da Silva. Der Kaufpreis betrug zwei Millionen Escudos, damals auch als zweitausend Contos bezeichnet. Die Quinta umfasste zu diesem Zeitpunkt etwas mehr als zehn Hektar und erstreckte sich zwischen der Levada do Bom Sucesso und den Caminhos do Meio und das Voltas.

Die Verwaltung plante von Anfang an, hier den Sitz des Botanischen Gartens einzurichten. In den folgenden Monaten kamen weitere angrenzende Grundstücke hinzu. Nach mehreren Jahren der Vorbereitung wurde der Jardim Botânico da Madeira am 30. April 1960 eröffnet. Maßgeblich beteiligt war der Agraringenieur Rui Manuel da Silva Vieira, dessen Namen die Anlage heute trägt.

Ein Garten mit sehr unterschiedlichen Gesichtern

Wer nur den bekannten geometrischen Schmuckgarten betrachtet, sieht lediglich einen kleinen Teil der Anlage. Insgesamt umfasst die Sammlung rund 3.000 Pflanzenarten aus verschiedenen Teilen der Welt. Die Pflanzen sind in thematische Bereiche gegliedert und vielfach mit wissenschaftlichem Namen, Pflanzenfamilie und Herkunft gekennzeichnet.

Der auffälligste Bereich liegt nahe dem Haupthaus. Hier bilden verschiedenfarbige Blattpflanzen große geometrische Muster. Diese sogenannten choreografierten Gärten gehören zu den bekanntesten Fotomotiven Madeiras. Die Farben stammen überwiegend von den Blättern, nicht von kurzlebigen Blüten. Dadurch bleiben die Muster über längere Zeit sichtbar.

Botanischer Garten Madeira Schmucklilie
Im Botanischen Garten Madeira gibt es mehr als 2000 exotische Pflanzen aus allen Erdteilen, von denen viele ihre volle Blütenpracht zeigen, wie zum Beispiel die Schmucklilie, auch Liebesblume oder Afrikanische Blaulilie genannt. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Südafrika, ist aber auch auf Madeira sehr verbreitet. Bild: Myléne/Pixabay

In unmittelbarer Nähe wachsen Kakteen und andere Sukkulenten. Die Sammlung umfasst rund 200 Arten aus mehreren Pflanzenfamilien. Zu sehen sind unter anderem Feigenkakteen, Agaven, Dickblattgewächse und verschiedene Wolfsmilcharten. Einige Pflanzen speichern Wasser in ihren Blättern, andere im Stamm oder in verdickten Wurzeln. Der Bereich wirkt entsprechend karger als die üppig bewachsenen Teile des Gartens.

Botanischer Garten Madeira geometrischer Schmuckgarten
Der geometrische Schmuckgarten ist eines der meistfotografierten Motive des Botanischen Gartens Madeira. © Ricardo Faria Paulino

Das Arboretum nimmt einen großen Teil der nördlichen Gartenfläche ein. Zwischen Araukarien, Magnolien, Zedern, Baumfarnen und weiteren Gehölzen verlaufen schattigere Wege. Hier stehen auch Mammutbäume, Ginkgos und Pflanzen aus Australien, Asien, Afrika und Amerika. Eine kleine Wasserfläche und mehrere Sitzgelegenheiten unterbrechen den Rundgang.

Weitere Sammlungen widmen sich Nutzpflanzen, Heilkräutern und Gewürzen. Etwa 150 Arten und Sorten werden den agroindustriell genutzten Pflanzen zugerechnet. Die benachbarte Sammlung mit rund 80 aromatischen und medizinisch verwendeten Arten zeigt Pflanzen, die in der Küche oder in der traditionellen Heilkunde eine Rolle spielten.

Botanischer Garten Madeira blühender Kaktus
Blühender Kaktus im Botanischer Garten Madeira. Besucher können hier zahlreiche Kakteenarten bewundern. Bild: Bekky Bekks/Unsplash
Im südlichen Teil wachsen Palmen und Palmfarne. Die Palmfarne sehen Palmen ähnlich, gehören botanisch aber zu einer sehr alten Pflanzengruppe. Ihre Vorfahren waren bereits lange vor den heutigen Blütenpflanzen verbreitet.

Madeiras eigene Pflanzenwelt

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Sammlung einheimischer und endemischer Pflanzen. Endemische Arten kommen von Natur aus nur in einem begrenzten Gebiet vor. Auf Madeira entstanden durch die isolierte Lage im Atlantik zahlreiche Pflanzen, die es nirgendwo sonst gibt.

Im Garten wachsen unter anderem der Madeira-Storchschnabel, der Madeira-Berberitzenstrauch, verschiedene Natternkopfarten sowie seltene Gehölze wie der Mocano. Auch typische Bäume des Lorbeerwaldes sind vertreten. Dazu gehören Til, Vinhático, Lorbeer, Madeira-Mahagoni und die sogenannte Insel-Faya.

Die Pflanzen sind auf zwei Bereiche verteilt. Eine Sammlung liegt im Arboretum. Eine weitere bildet im südlichen Garten die Vegetationsstufen des Archipels nach. Sie reicht von Pflanzen der trockeneren Küstenregionen bis zu Arten aus den höheren Gebirgslagen. Damit entsteht eine Verbindung zum Laurisilva-Wald, der seit 1999 zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört. Der Botanische Garten selbst ist keine UNESCO-Welterbestätte. Seine Sammlung hilft jedoch, die Pflanzenwelt zu verstehen, die den geschützten Lorbeerwald und andere natürliche Lebensräume Madeiras prägt. Ein besonders seltenes Beispiel ist Aichryson dumosum. Diese kleine sukkulente Pflanze kommt in der Natur nur an einem einzigen bekannten Standort auf Madeira vor. Im Botanischen Garten wurde ihr steiniger Lebensraum mit Basaltgestein nachgebildet.

Forschung findet meist abseits der Besucherwege statt

Wie andere Botanische Gärten auch, verfolgt auch der Botanische Garten Madeira einen Forschungs- und Bildungsauftrag und setzt sich für den Artenschutz ein. Bereits 1957, drei Jahre vor der Eröffnung des Gartens, entstand das Herbarium MADJ. Es bewahrt heute rund 26.000 getrocknete Pflanzen-, Moos- und Flechtenbelege auf. Solche Sammlungen dokumentieren, welche Arten zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort vorkamen. Forschende können damit Veränderungen der Flora nachvollziehen oder Pflanzenfunde eindeutig bestimmen.

1994 kam eine Samenbank hinzu. Sie konzentriert sich auf Pflanzen von Madeira, Porto Santo, den Desertas und den Ilhas Selvagens. Seltene und bedrohte Arten haben Vorrang. Nach Angaben des Gartens enthält die Sammlung mehrere Tausend Samenproben. Ein Teil wird mit botanischen Gärten und wissenschaftlichen Einrichtungen in anderen Ländern ausgetauscht.

Für Besucher bleiben Herbarium, Labor und Samenbank weitgehend im Hintergrund. Ihre Arbeit erklärt aber, weshalb die Anlage Pflanzen sammelt, die auf den ersten Blick weniger spektakulär wirken als große Palmen oder blühende Exoten.

Das Naturhistorische Museum im ehemaligen Herrenhaus

Im Hauptgebäude der Quinta befindet sich ein kleines Naturhistorisches Museum. Das Eintrittsticket für den Garten schließt den Museumsbesuch ein. Die Sammlung geht auf das naturkundliche Kabinett des Priesters und Naturforschers Ernst Schmitz zurück. Er begann im späten 19. Jahrhundert, Pflanzen, Tiere, Mineralien und andere Naturfunde des Archipels zusammenzutragen. 1981 wurden Teile der Sammlung in das Hauptgebäude des Botanischen Gartens gebracht.

Gezeigt werden unter anderem Gesteine, Mineralien, Korallen und Fossilien von Madeira, Porto Santo, Porto da Cruz, São Vicente und Caniçal. Hinzu kommen präparierte Vögel, Fische, Reptilien und Säugetiere. Zu den auffälligsten Exponaten gehört eine Mittelmeer-Mönchsrobbe, die auf Madeira Lobo-marinho genannt wird.

Das Museum ist klein und traditionell eingerichtet. Moderne interaktive Präsentationen sollte man nicht erwarten. Gerade die älteren Präparate erzählen jedoch etwas über die Geschichte der Naturforschung auf Madeira. Für einen kurzen Rundgang genügen meist 20 bis 30 Minuten.

Der frühere Loiro Park

In älteren Reiseführern und auf zahlreichen Internetseiten erscheint weiterhin der Loiro Park als Teil des Botanischen Gartens. Der ehemalige Vogelpark beherbergte Papageien, Kakadus, Loris, Sittiche und weitere exotische Arten. Die Regionalregierung schloss den Vogelbereich im Dezember 2015 auf unbestimmte Zeit und ließ die Tiere aus der Anlage entfernen. Als Grund nannte sie die beengten und nicht mehr angemessenen Haltungsbedingungen. Die frei gewordene Fläche von rund 5.000 Quadratmetern sollte anschließend stärker für die botanischen Sammlungen genutzt werden.

Amsel auf einem Kaktus im Botanischen Garten Madeira
Auch einheimische Vogelarten fühlen sich im Botanischen Garten von Madeira wohl, wie hier eine Amsel auf einem Kaktus. Bild: unamlie/Pixabay

In den aktuellen Besucherinformationen des zuständigen Instituto das Florestas e Conservação da Natureza wird der Loiro Park nicht mehr als Attraktion aufgeführt. Das Eintrittsticket umfasst heute die Gartenanlagen, das Naturhistorische Museum und mögliche Wechselausstellungen. Dass der Vogelpark auf manchen Tourismusseiten weiterhin genannt wird, beruht offenbar auf älteren Beschreibungen, die nicht überarbeitet wurden.

Vögel lassen sich im Garten dennoch beobachten. Dabei handelt es sich um frei lebende Arten, die zwischen Bäumen, Sträuchern und Sukkulenten Nahrung und geschützte Plätze finden.

Aussicht und Höhenunterschiede

Mehrere Aussichtspunkte geben den Blick auf Funchal, die dicht bebauten Hänge und den Atlantik frei. Besonders rund um den geometrischen Schmuckgarten liegen Pflanzen und Stadtlandschaft unmittelbar nebeneinander. Das Gelände fordert allerdings mehr Kondition, als der Begriff Garten vermuten lässt. Zwischen dem oberen und unteren Bereich liegen rund 150 Höhenmeter. Manche Wege führen über längere Treppen, andere über abschüssige oder unebene Abschnitte. Wer jede Sammlung sehen möchte, ist etwa zwei bis drei Stunden unterwegs. Die offizielle Empfehlung nennt rund zwei Stunden.

Botanischer Garten Madeira Blumenteppich und Kakteen
Vom "Blumenteppich" mit den umgebenden Kakteen eröffnet sich ein weiter Blick auf Funchal und die Umgebung . © Francisco Correia

Ein sinnvoller Rundgang beginnt am Haupteingang beim historischen Gebäude. Von dort geht es zunächst zu den geometrischen Beeten und den Sukkulenten. Anschließend kann man durch die tieferen Gartenbereiche bis zum Amphitheater und zur Sammlung der Palmen und Palmfarne gehen. Für den Rückweg sollten genügend Zeit und Kraft bleiben.

Anreise aus Funchal und Monte

Der Haupteingang befindet sich am Caminho do Meio im Stadtteil Bom Sucesso. Vom Zentrum Funchals fahren die Stadtbuslinien 29, 30, 31 und 31A in Richtung Botanischer Garten. Da die Fahrpläne je nach Wochentag deutlich variieren, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Abfahrtszeiten von Horários do Funchal.

Mit dem Mietwagen dauert die Fahrt aus dem Zentrum bei normalem Verkehr etwa zehn bis fünfzehn Minuten. Die Straßen im letzten Abschnitt sind teilweise schmal und steil. Direkt am Garten stehen nur begrenzt Parkplätze zur Verfügung. Am frühen Vormittag sind die Chancen auf einen freien Platz meist besser.

Eine weitere Möglichkeit ist die Seilbahn zwischen Monte und dem Botanischen Garten. Sie darf nicht mit der Seilbahn verwechselt werden, die vom Hafen in Funchal nach Monte fährt. Wer beide Bahnen kombiniert, steigt in Monte aus und geht zum Largo das Babosas, wo die zweite Seilbahn beginnt. Eine direkte durchgehende Gondelverbindung vom Hafen zum Botanischen Garten gibt es nicht.

An der Station beim Botanischen Garten befinden sich ein Panoramarestaurant, eine Terrasse, ein Snackbereich und ein kleiner Laden. Öffnungszeiten und Betrieb können von den Zeiten des Gartens abweichen.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Stand Oktober 2026 gelten folgende Angaben:

  • Erwachsene und Jugendliche über zwölf Jahre zahlen 10 Euro.
  • Kinder von sechs bis einschließlich zwölf Jahren zahlen 3 Euro.
  • Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt.
  • Für Einwohner der Autonomen Region Madeira ist der Eintritt bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises kostenlos.
  • Menschen mit einem nachgewiesenen Grad der Behinderung von mindestens 60 Prozent sowie eine notwendige Begleitperson erhalten freien Eintritt.

Der Botanische Garten ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Eintrittskarten werden bis 17.30 Uhr verkauft. Am 25. Dezember bleibt die Anlage geschlossen.

Das Ticket gilt für die Gartenbereiche, das Naturhistorische Museum und laufende Wechselausstellungen. Nach dem Verlassen des Geländes verliert es in der Regel seine Gültigkeit.

Adresse:
Jardim Botânico da Madeira Eng.º Rui Vieira
Caminho do Meio, Bom Sucesso
9064-512 Funchal
Madeira, Portugal

Besuch mit Kindern und eingeschränkter Mobilität

Für Kinder kann der Garten durch Kakteen, große Blätter, ungewöhnliche Früchte und die verwinkelten Wege interessant sein. Ein Spielplatz gehört allerdings nicht zur Anlage. Kleine Kinder benötigen wegen der Treppen, Mauern und steilen Abschnitte eine enge Begleitung. Mit einem Kinderwagen lassen sich nicht alle Bereiche bequem erreichen.

Für Rollstuhlfahrer ist der Garten nur eingeschränkt geeignet. Die offizielle Besucherinformation weist ausdrücklich darauf hin, dass viele Wege Treppen besitzen und nicht für Rollstühle ausgebaut sind. Auch Menschen mit Gehproblemen sollten das Gefälle nicht unterschätzen. Einzelne Bereiche in der Nähe des Haupteingangs sind zugänglich, ein vollständiger Rundgang ist jedoch kaum möglich.

Hunde und andere Haustiere dürfen nicht mit in den Garten. Ausgenommen sind entsprechend eingesetzte Assistenzhunde.

Wann lohnt sich der Besuch besonders?

Eine Jahreszeit, in der alle Pflanzen gleichzeitig blühen, gibt es nicht. Madeiras mildes Klima sorgt dafür, dass zu unterschiedlichen Zeiten immer etwas zu sehen ist. Im Frühjahr und Frühsommer fällt die Blütenfülle meist größer aus. Kamelien, Schmucklilien, Strelitzien, Amaryllisgewächse und zahlreiche Sträucher besitzen jeweils eigene Blütezeiten. Die Kakteen und Sukkulenten setzen wiederum zu anderen Zeiten Blüten oder Früchte an.

Botanischer Garten Madeira Belladonnalilie (echte Amaryllis) mit rosa Blüten
Die Belladonnalilie mit ihren rosa Blüten - auch Echte Amaryllis, Jersey Lilie oder englisch "Naked Lady" genannt - stammt ursprünglich aus Südafrika. Mittlerweile fühlt sie sich aber auch in mediterranem klima wohl. Bild: Carsten/Pixabay

Für den Rundgang empfiehlt sich der Vormittag. Dann ist es häufig ruhiger und an sonnigen Tagen noch nicht so warm. Zudem bleibt genügend Zeit, wenn aus den geplanten zwei Stunden doch ein halber Tag wird. Der Botanische Garten ist vor allem für Besucher interessant, die Pflanzen genauer betrachten möchten und sich für Madeiras eigene Flora interessieren. Wer einen inszenierten Landschaftsgarten mit Teichen, Kunstwerken und langen Spazierwegen sucht, setzt andere Schwerpunkte und findet im Monte Palace Tropical Garden ein anderes Konzept. Der Botanische Garten arbeitet stärker mit wissenschaftlich geordneten Sammlungen. Seine interessantesten Geschichten stehen deshalb manchmal auf kleinen Pflanzenschildern.

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