Insel Cabrera vor Mallorca
Die unbewohnte Insel Cabrera liegt vor der Südostküste Mallorcas. Bild: M W/Pixabay

Cabrera

Cabrera

Der Südspitze Mallorcas vorgelagert ist die kleine Insel Cabrera. Die Insel steht unter Naturschutz und gilt als eines der letzten unberührten Paradiese im gesamten Mittelmeerraum. Auf Cabrera leben kaum Menschen, es gibt kein richtiges Dorf, sondern nur eine einzige winzige Siedlung mit ein paar Häusern. Die wichtigsten Bewohner der Insel sind die Tiere: sowohl an Land als auch unter Wasser gibt eine Vielzahl von seltenen Arten, die aufgrund des Schutzes einen idealen Lebens- und Zufluchtsraum gefunden haben.

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Obwohl Cabrera heute als besonderes Naturparadies gilt, weist die Insel eine durchaus bewegte Geschichte auf. Eine alte Wehrburg aus dem 14. Jahrhundert zeugt noch heute von den Kämpfen gegen Piraten und im Unabhängigkeitskrieg im Jahre 1809 wurden 10000 französische Kriegsgefangene auf der Insel ausgesetzt, auf der es kaum etwas zu essen gab – nur 4000 überlebten die über 6-jährge Gefangenschaft. Ein Denkmal im Hafen Puerto Cabrera erinnert noch heute an die Tragödie. Später diente Cabrera als militärisches Übungsgebiet bevor nach jahrelangen verbalen Kämpfen von Umweltschützern die Insel im Jahre 1992 zum Nationalpark erklärt wurde.

Zum gesamten Naturpark gehört nicht nur die Insel Cabrera sondern 18 weitere kleine Inseln. Die Verhaltensregeln auf Cabrera sind sehr streng und werden penibel (zum Glück) überwacht. Alle Besucher werden bei ihrer Ankunft von Angestellten der Nationalparkverwaltung (Instituto Nacional para la Conservación de la Naturaleza, ICONA) über diese Regeln aufgeklärt. Fauna und Flora sollen möglichst unbeschädigt erhalten bleiben. Wer möchte, kann sich bei seinen Rundgängen oder kleinen Wanderungen von Rangern des Nationalparks führen lassen. Es lohnt sich, sie geben alle notwendigen Erklärungen und haben oft viel zu erzählen.

Natur und Einsamkeit auf der Insel Cabrera
Wer Natur und Ruhe liebt, wird die Insel Cabrera schnell in sein Herz schließen. Bild: organizacionroyal0/Pixabay

Jeden Tag dürfen nicht mehr als 50 Besucher die Insel betreten. Wer Cabrera besuchen möchte, muß zunächst einmal eine Bewilligung beantragen. Am leichtesten geht das, wenn man sich einer geführten Gruppe anschließt und dieses schon ab Mallorca bucht. Wer individuell anreisen möchte – beispielsweise um mit dem eigenen Boot vor der Insel zu ankern, benötigt eine entsprechende Genehmigung der ICONA (Plaza España 8, Palma de Mallorca). Das Anlegen ist auch dann nur im Hafen von Cabrera erlaubt. Weiterhin ist auch das Betreten bestimmter Zonen auf der Insel verboten. Vielleicht erscheinen die Einschränkungen manchem zu streng – auf jeden Fall helfen sie aber der Natur, sich weiterhin so ungestört zu entwickeln, wie in den Jahren, seitdem das Gebiet unter Schutz gestellt. Und dafür lohnen diese Maßnahmen allemal, denn die Natur ist hier einfach einzigartig.

Boote vor Cabrera
Anreise nach Cabrera mit dem eigenen Boot nur mit offizieller Genehmigung. Bild: M W/Pixabay

Mit etwas Glück lassen sich von der Küste Delphine beobachten, Taucher und Schnorchler schwärmen von der Artenvielfalt unter Wasser. Die Tauchgründe vor Cabrera zählen zu den schönsten im ganzen Mittelmeer. Aber auch für Taucher gelten verschiedene Restriktionen: getaucht werden darf nur in ausgewiesenen Zonen, für das Tauchen mit Drucklufttauchgerät ist ein spezielle Erlaubniss erforderlich, das Harpunieren ist grundsätzlich verboten, gefischt werden darf nur nach alten Traditionen.

Die Vogelwelt auf Cabrera ist ebenfalls einzigartig. Hier nisten verschiedene See- und Raubvogelarten, die vom Aussterben bedroht sind und auf der Insel eine letzte Zuflucht gefunden haben. Kormorane, Wander- und Eleonorenfalken fühlen sich hier ebenso heimisch wie die Andouin-Möwen und bestimmte Arten von Eulen und seltene Eidechsen.

Touren nach Cabrera werden zumeist von Colonia Sant Jordi angeboten (aber auch von anderen Häfen). Die Überfahrt von Colonia Sant Jordi dauert etwa eine Stunde. Ein besonderes Highlight ist ein kurzer Zwischenstopp während der Rückfahrt in der Bucht von Cala Gandulf. Dort befindet sich die Cova Blanca, eine nur vom Meer zugängliche Höhle, die sich hinter dem Eingang enorm erweitert. Ihren Namen erhielt die blaue Grotte wegen der Reflexe, die unter und über Wasser einfallendes Licht verursacht – vergleichbar nur mit der Blauen Grotte von Capri. Das Schwimmen in dieser Grotte ist ein Erlebnis.

Weitere Infos: Hafenkommandatur (für Genehmigungen zum Anlegen mit dem eigenen Boot), Tel. 971 72 50 10.
Organisierte Ausflugsfahrten ab Colónia de Sant Jordi, Anmeldung unter Tel. 971 64 90 34.

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